photovoltaik Ausgabe: 06-2019

Vielfalt für das Wachstum

Goodwe zeigte in München viele neue Produkte: einphasige und dreiphasige Stringwechselrichter sowie Speichersysteme mit intelligenter Leistungselektronik.

Goodwe zeigte in München viele neue Produkte: einphasige und dreiphasige Stringwechselrichter sowie Speichersysteme mit intelligenter Leistungselektronik.

Neuheiten — Zur Intersolar präsentierten viele Anbieter von Umrichtern neue Geräte. Die Fülle der Stringinverter und der Hybridgeräte ist nahezu unüberschaubar. Große Hersteller aus Fernost drängen nach Europa. Heiko Schwarzburger

Ähnlich wie bei den Solarmodulen gab es zur Intersolar Europe in München auch bei der Leistungselektronik ein regelrechtes Feuerwerk der Innovationen. Die Geräte für den Eigenverbrauch, für die Integration von Solarbatterien oder den Netzanschluss größerer Leistungen werden intelligenter, schlanker und vor allem: kostengünstiger.

Delta Electronics hatte im vergangenen Jahr den neuen M125HV mit 99,2 Prozent Wirkungsgrad vorgestellt. Dieser Gewerbeumrichter ist für 1.500 Volt in den Modulstrings ausgelegt. Mittlerweile sind die neuen Geräte ab Lager verfügbar. „Lieferschwierigkeiten haben wir nicht“, bestätigt Andreas Schmidt, Vertriebsmanager bei Delta. „Wir haben damit schon vier Megawatt in Frankreich aufgebaut. Derzeit installieren wir 36 Megawatt in Japan mit diesen Wechselrichtern.“

Delta bringt den M70A

In München zeigte Delta den neuen M70A. Er hat sechs MPP-Tracker. Bisher hatten die Geräte von Delta höchstens zwei MPP-Tracker. „Dieser Wechselrichter ist sehr gut für große, aber komplizierte Dächer geeignet“, schätzt Andreas Schmidt ein. „Er kann zwischen 200 Volt DC und 1.000 Volt DC verarbeiten, geht also schon sehr früh ans Netz.“

Die Stringüberwachung am DC-Eingang mit U-I-Kurven ist integriert. Die AC-Ausgangsleistung beträgt 70 Kilowatt, die Scheinleistung 77 Kilovoltampere. Der neue Wechselrichter ist gemäß der neuen VDE-AR-N 4105 zertifiziert. Sein Wirkungsgrad wird mit 98,7 Prozent angegeben.

Die Wechselrichter von Delta werden aktiv mit Lüftern gekühlt. Deshalb sind sie auch bei höheren Umgebungstemperaturen sehr effizient und liefern bis 50 Grad Celsius volle Leistung.

Besonders pfiffig: Die Anschlüsse für die DC-Strings befinden sich seitlich am Gerät. Also kann man diesen Wechselrichter auf einem Ständer oder auf dem Boden beziehungsweise auf dem Dach stehend installieren. „Derzeit nehmen wir schon Bestellungen an“, verrät Andreas Schmidt. „Ab dem vierten Quartal in diesem Jahr beginnen wir mit der Auslieferung.“

Delta zeigte in München zudem einen Gewerbespeicher mit 30 Kilowatt Ladeleistung und 68 Kilowattstunden Speicherkapazität. Mehrere Schränke lassen sich parallel verschalten. Als neue Funktion wurde die automatische Umschaltung auf Notstrom integriert.

Stark zeigte sich der chinesische Anbieter Sungrow, dessen Wechselrichter bislang vor allem von IBC Solar in Megawattparks eingesetzt und getestet wurden. Sungrow stellte erstmals den neuen Wechselrichter für 250 Kilowatt AC-Leistung vor. Er verarbeitet 1.500 Volt DC und gibt 800 Volt AC ab. Das Gerät hat zwölf MPP-Tracker und wird über Powerline Communication (PLC) gesteuert. Dieser Stringwechselrichter wiegt nur 85 Kilogramm, er kommt im Laufe des vierten Quartals nach Europa.

Einfacher AC-Anschluss

Der Vertrieb läuft über Handelspartner wie IBC Solar. Neu sind auch die Wechselrichter der Bauserie Commercial Extreme mit 33, 40, 50 und 110 Kilowatt. Der CX 33 verfügt über drei MPP-Tracker und sechs DC-Eingänge. Der 40er bietet vier MPP-Tracker und acht DC-Eingänge, der 110er gar neun Tracker und 18 Eingänge. Die DC-Systemspannung beträgt bis 1.100 Volt, der AC-Ausgang ist dreiphasig (400 Volt).

Diese Geräte können liegend montiert werden, denn sie saugen die Kühlluft von unten an und blasen sie nach oben ab. Auf diese Weise kann man die Wechselrichter sehr eng stellen. Die kleineren CX mit 33 bis 50 Kilowatt verfügen über einen patentierten AC-Anschluss mit externer Muffe und externem AC-Klemmblock. Auf diese Weise lassen sich diese Geräte sehr einfach installieren.

Auch die Kommunikation wird von außen einfach eingestöpselt. DC-seitig kommen MC4-Stecker zum Einsatz. Der Wechselrichter wird über einen QR-Code erkannt, eingebunden und in Betrieb genommen.

Der CX für 110 Kilowatt ist bereits lieferbar und soll den älteren 60-Kilowatt-Umrichter ergänzen. „Das ältere Gerät hatte nur einen MPP-Tracker“, erläutert Stefan Froboese, Technikchef von Sungrow in Europa. „Heute gehen wir Schritt für Schritt zu mehr MPP-Trackern. Dadurch können wir auf DC-Sicherungen verzichten.“

Produkte für private Kunden

Nach den neuen Vorschriften müssen die Wechselrichter die DC-Sicherungen nicht mehr nur auf der Plus-Seite haben, sondern auch auf DC-Minus. Mit mehreren MPP-Trackern kann man die Geräte „fuseless“ bauen.

Durch die Kooperation mit IBC Solar sind die Sungrow-Wechselrichter bei Projektierern und EPC bereits salonfähig geworden. „Vorbehalte gibt es aber noch bei Privatkunden und ihren Installateuren“, gibt Froboese zu.

Dort dominieren die Platzhirsche: Fronius, SMA, Kostal und Solaredge. Dennoch will Sungrow den Einstieg versuchen. In München stellten die Chinesen einphasige (3,6 bis sechs Kilowatt) und dreiphasige Geräte (5,5 bis zehn Kilowatt) vor.

Auch sie kann man künftig über das Handelssortiment von IBC Solar beziehen. Um die Installateure zu erreichen, bietet Sungrow neuerdings ein eigenes Power-Partner-Programm an. Denn ohne Service läuft im Vertrieb nix.

Aus China kommt auch der Hersteller Growatt, seit neun Jahren im Geschäft mit Wechselrichtern tätig. Seit 2011 gibt es eine deutsche Tochterfirma.

500 Megawatt als Ziel

2018 wurde eine Dependance für Benelux eröffnet. „Die deutschen Kunden sind sehr sorgfältig bei der Auswahl ihrer Lieferanten“, analysiert Frank Qiao, Gründer und Chef von Growatt. „Unsere Umsätze steigen um fünf bis zehn Prozent pro Jahr.“ Er sieht den Service für die Installateure und ihre Kunden als wichtigste Herausforderung in den deutschsprachigen Märkten an.

Die neue Bauserie Dash umfasst einphasige Wechselrichter von 2,5 bis sechs Kilowatt und dreiphasige Geräte von vier bis zehn Kilowatt. Sie sollen den Markt der Privatkunden erschließen.

Für Gewerbekunden gibt es Stringgeräte von 50 bis 80 Kilowatt, über den Großhandel. „Schulungen und Marketing machen wir jedoch selbst, um unsere Marke auszubauen“, sagt Frank Qiao.

In Rotterdam hat Growatt rund 20.000 Geräte eingelagert, um die europäischen Märkte möglichst schnell bedienen zu können. Innerhalb der EU haben die Chinesen im vergangenen Jahr rund 300 Megawatt abgesetzt. 2019 sollen es 500 Megawatt werden. „Im ersten Quartal haben wir schon 100 Megawatt verkauft“, bestätigt Frank Qiao. „Wir sind unserem Ziel ein deutliches Stück näher gekommen.“

www.solar-inverter.com/de-de

https://de.sungrowpower.com

www.ginverter.com

Literatur

Fussnoten

  • Frank Qiao von Growatt will in diesem Jahr rund 500 Megawatt in Europa installieren.

  • Stolz präsentiert Andreas Schmidt von Delta das neue 70-Kilowatt-Gerät.

  • Technikchef Stefan Froboese von Sungrow brachte viele spannende Neuheiten mit.

Foto: Heiko Schwarzburger

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