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Österreich erwartet über 200 Megawatt

Der österreichische Branchenverband Photovoltaic Austria erwartet für dieses Jahr einen Zubau jenseits der Marke von 200 Megawatt. Weniger Startschwierigkeiten, eine kontinuierliche Förderung und stabilere Rahmenbedingungen werden für eine Marktbelebung sorgen.

Der österreichische Branchenverband Photovoltaic Austria (PV Austria) rechnet damit, dass in diesem Jahr in der Alpenrepublik neue Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 200 Megawatt gebaut werden. Damit würde der Markt im Vergleich zum vergangenen Jahr um mindestens zwei Drittel wachsen.

PV Austria geht für 2014 nach ersten Hochrechungen von einem Zubau zwischen 120 und 140 Megawatt aus. Das sind zwar fast 14 Watt pro Einwohner. Doch im Vergleich zum Jahr 2013 bedeutet dies einen Marktrückgang zwischen 47 und 54 Prozent. Schließlich war 2013 mit einer neu installierten Leistung von 262 Megawatt das Rekordjahr der österreichischen Photovoltaikbranche. Das waren zwar immerhin 30,5 Watt pro Einwohner, doch immer noch weniger als in Deutschland nach der ersten Markthalbierung im gleichen Jahr. Auch im vergangenen Jahr lag die neu installierte Leistung in Österreich bezogen auf die Einwohnerzahl nur gut halb so hoch wie in Deutschland.

Misstrauen bis in den Spätsommer hinein

Als Gründe für die schwachen Zubauzahlen nennt der Branchenverband in Wien vor allem die Querelen um die Besteuerung des Eigenverbrauchs, die drastische Absenkung der Einspeisetarife und die Pannen bei der Anmeldung der Anlagen zur Förderung. Zudem wurden die Tarife und Förderbedingungen für 2014 erst am 23. Dezember 2013 bekannt gegeben, was zu einer starken Verunsicherung vor allem am Anfang des Jahres sorgte, wenn die Anlagenbetreiber ihre Förderanträge stellen müssen. „Die Antragsteller hatten bereits alle Genehmigungen eingeholt und beteiligten sich am Wettlauf um die Tarifförderung, obwohl sie nicht sicher waren, ob sie zu diesen Tarifen auch errichten konnten“, betonen die Branchenvertreter.

Immerhin wurden die Rahmenbedingungen im Laufe des Jahres klarer. Noch vor der Wahl zum Europäischen Parlament hatte die Branche durchgesetzt, dass der Eigenverbrauch von 25.000 Kilowattstunden pro Jahr aus Anlagen mit einer Leistung von bis zu fünf Kilowatt unbesteuert bleibt. „Aber das Misstrauen blieb bis in den Spätsommer hinein“, erinnert sich Hans Kronberger, Präsident von PV Austria. „Die Anhebung der Freigrenze im Eigenverbrauch auf 25.000 Kilowattstunden war für die Photovoltaik in Österreich eine Existenzfrage. Dafür werden wir sogar vom Photovoltaikpionierland Deutschland beneidet, wo die Grenze bei 10.000 Kilowattstunden liegt!“

Photovoltaik soll marktfähig werden

Die Förderung von Kleinanlagen durch den Klimafonds wurde letztlich doch noch ein Erfolg. Zudem setzen immer mehr Bundesländer auf die Kontinuität der Förderung dieser Anlagen. Schließlich überbrücken Vorarlberg und Wien aus Landesmitteln die Förderpause des Klima- und Energiefonds, damit der Zubau von kleinen und mittleren Anlagen nicht ins Stocken kommt. Allein dies wird dafür sorgen, dass der Markt mit weniger Startschwierigkeiten ins neue Jahr geht. Zudem erwartet PV Austria für 2015 eine Aktualisierung der Förderbedingungen und einen Nachholschub aus dem vergangenen Jahr, was den Markt beflügelt. Neben der Steigerung der Nachfrage nach Förderungen aus dem Klima- und Energiefonds erwarten die Branchenvertreter für dieses Jahr, dass die Anlagenbetreiber auf eine Regionalförderung durch die EU zurückgreifen können. Zudem setzen die Bundesländer ihre Förderung von Photovoltaikanlagen und Stromspeicher fort oder bauen sie aus. „Für uns sind die administrativen Hauptziele für dieses Jahr die Optimierung des Ökostromgesetzes, die Steigerung des Eigenverbrauchs und damit die Heranführung der Photovoltaik an die Marktfähigkeit sowie die Möglichkeit der Sonnenstromnutzung in Mehrparteienhäusern“, erklärt Hans Kronberger. (su)