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Second-Life-Großspeicher geht ans Netz

Ein Projektkonsortium um Daimler und The Mobility House hat in Lünen den ersten Teil eines Großspeichers mit gebrauchten Batterien aus Elektroautos in Betrieb genommen. Er soll in Zukunft Regelleistung erbringen. Vor dem Einsatz stand eine eingehende Prüfung der gebrauchten Akkus.

Der Automobilhersteller Daimler baut zusammen mit dem Münchner Batterieentwickler The Mobility House, dem Magdeburger Energiedienstleister Getec und dem Recyclingdienstleister Remondis den ersten Second-Life-Großspeicher. Dieser wird – wenn er Anfang des kommenden Jahres fertig ist – eine Kapazität von 13 Megawattstunden und eine Leistung von 12 Megawatt erreichen. Die ersten Stränge des Speichers im westfälischen Lünen sind jetzt ans Netz gegangen. Getec und The Mobility House werden die Anlage gemeinsam betreiben und am Regelenergiemarkt anbieten. Die Präqualifizierung läuft bereits auf Hochtouren.

Kapazität reicht noch aus

Insgesamt wurden in dem Speicher 1.000 Batteriesysteme aus einer Testflotte der zweiten Generation von Elektro-Smarts von Daimler verbaut. Diese haben bisher nur wenig ihrer Kapazität eingebüßt, da sie nur Kilometerlaufleistungen im niedrigen fünfstelligen Bereich hatten. Die Restkapazität liegt bei sehr viel mehr als 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität der Speicherzellen. Die Installateure haben jeweils 24 Batterien mit 13 Kilowattstunden Speicherkapazität zu einem Stack zusammengeschaltet. Dadurch erreichen sie Einheiten mit jeweils 312 Kilowattstunden, die an einem Wechselrichter hängen. Gesteuert wird der Großspeicher mittels eigens entwickelter Algorithmen.

Immer halb voll

Accumotive, die Batterietochter von Daimler, hat vor der Wiederverwendung in dem Großspeicher die aus den Elektroautos ausgebauten Batterien intensiv getestet. Darunter waren auch zerstörende Tests, um zu schauen, wie sich das Innenleben der Batteriezellen durch den Einsatz im Elektroauto verändert hat. Das Ergebnis dieser Tests hat ergeben, dass die eingesetzten Batteriepacks ohne weiteres noch für die Erbringung von Regelleistung in einen Großspeicher taugen. Diese erleiden nach Angaben der Projektpartner aufgrund der Fahrweise auch in dem Großspeicher relativ wenig zusätzliche Kapazitätsverluste während des Einsatzes als Speicher für die Bereitstellung von Regelleistung. Denn die Batterien sind über die gesamte Laufzeit immer zur Hälfte gefüllt, was für diese ein relativ komfortabler Bereich ist. Auf diese Weise schaffen es die Betreiber des Großspeichers auch auf eine geplante Laufzeit von mindestens zehn Jahren. Diese haben sie im Auge, um den Speicher auch wirtschaftlich betreiben zu können. (su)