Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Wenn die CO2-Blase platzt

Banken warnen ihre Anleger vor dem Platzen einer gewaltigen CO2-Blase. Mit dem Kohlendioxid in der Luft könnte sich auch das Vermögen verflüchtigen - wenn die Anleger falsch investiert haben.

Kennen Sie die CO2-Blase? Noch nichts davon gehört? Das könnte sich bald bitter rächen. Wenn Sie dann auch noch Vermögen investiert haben, wird dieser Begriff vielleicht zum Alptraum für Sie werden. Ja, Sie haben richtig gelesen. Nach der Internetblase mit ihrer kapitalvernichtenden Wirkung droht nun eine gewaltige Kohlendioxidblase zu platzen und Ihr hübsch investiertes Vermögen nebst ganzer Wirtschaftszweige aufzufressen. „Wir raten Anlegern jedenfalls, vorbereitet zu sein“, sagt Robert Hauser, Leiter Themen- und Nachhaltigkeitsresearch der Zürcher Kantonalbank.

Im nächsten Jahr berät die UN-Klimakonferenz in Paris über die Festlegung neuer Grenzen für die weltweite Emission von Treibhausgasen. Ernsthafte Maßnahmen zur Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes sind sehr wahrscheinlich. Der jüngste Bericht des Weltklimaberichts verweist nochmals explizit auf die Gefahr der Treibhausgasemissionen durch fossile Energien. Eine Studie der britischen Bank HSBC zeigt, dass Investitionen und Unternehmen zwischen 40 und 60 Prozent ihres Wertes verlieren könnten, sollte die internationale Staatengemeinschaft nachhaltige Maßnahmen zur CO2-Reduktion beschließen, und das wird sie früher oder später”, warnt Hauser.

Auch Pensionskassen bedroht

Trotzdem subventionieren viele Staaten den Verbrauch von Energieträgern noch immer massiv - im Jahr 2012 weltweit mit 544 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich investierten die größten Erdöl-, Erdgas- und Kohleunternehmen allein in diesem Jahr weitere 674 Milliarden Dollar zur Erschließung neuer Reserven. Beschließt die UNO neue Grenzen für den Ausstoß von Kohlendioxid, droht ein dramatischer Wertverlust dieser Investitionen. Die EU-Kommission und das britische Parlament haben bereits begonnen, diese düsteren Prognosen aus ihrer Sicht zu untersuchen. Es hat sich insbesondere gezeigt, dass Pensionskassen im Durchschnitt mit fünf Prozent ihrer Investitionen davon betroffen sind. Langfristig orientierte Anleger kämen an dem Thema nicht vorbei, könnten sich aber schon heute richtig positioinieren, heißt es von der Zürcher Kantonalbank.

Sicheren Nummernkonten gegen lästige Steuerzahlungen in der Schweiz können Sie mittlerweile zwar vergessen. Aber nun haben die Banker dort mit der Strategie gegen die CO2-Blase eine neues Argument, um Ihrem Vermögen endlich  wieder ein bisschen Sicherheit zu verheißen. (William Vorsatz)

www.zkb.ch