Rösler bekräftigt Willen zur Kürzung der Solarförderung
12. Dezember 2011 | Politik und Gesellschaft, TopnewsIn einem Zeitungsinterview hat sich der Bundeswirtschaftsminister erneut für eine deutliche Kürzung der Photovoltaik-Einspeisetarife ausgesprochen. Er will mehr Wettbewerb für die erneuerbaren Energien.
„Die Förderung der Photovoltaik muss deutlich reduziert werden“, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) im Interview der „Bild am Sonntag“. Er kritisierte dabei, dass sechs der zwölf Milliarden Euro, mit denen Deutschland die erneuerbaren Energien fördere, in die Photovoltaik flössen. Zugleich habe die Photovoltaik aber nur einen Anteil von drei Prozent an der Energieversorgung. „Hier werden also die Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage künstlich außer Kraft gesetzt. Und hier wird nicht die beste Energieform gefördert, sondern die, die im Gesetz festgelegt ist. Das ist nicht vernünftig“, sagte Rösler weiter.
Der Wirtschaftsminister kritisierte ebenfalls die hohen Energiepreise. „Energie ist für die Unternehmen und die Menschen ein erheblicher Kostenfaktor. Strom muss deshalb nicht nur für Verbraucher, sondern auch für unsere Industriebetriebe bezahlbar bleiben. Um die Kosten stabil zu halten, habe ich vorgeschlagen, an das Gesetz über erneuerbare Energien heranzugehen. Ich möchte, dass wir bei den erneuerbaren Energien künftig deutlich mehr Wettbewerb haben, damit wir die Energiewende zu verträglichen Preisen umsetzen können. Dazu brauchen wir Marktmechanismen. Die werde ich einfordern“, sagte Rösler.
Er lässt dabei vollkommen außer Acht, dass die Strompreise für die energieintensive Industrie in Deutschland kaum gestiegen sind. Während der Privatverbraucher mittlerweile etwa 25 Cent je Kilowattstunde für seinen Strom zahlen muss, liegen die Preise für die Industrie bei rund zwölf Cent je Kilowattstunde. Gern wird die EEG-Umlage dennoch für die Strompreissteigerungen (siehe Grafik) verantwortlich gemacht. Dies trifft aber eben nicht zu, da sich viele Industrieunternehmen weitgehend von der Zahlung der EEG-Umlage befreit sind. Dieser Effekt wird sich noch verstärken, da die Eingangsbedingungen für Energieintensität mit der EEG-Novelle abgesenkt werden und viele Unternehmen, die Übergangsregelung für das Grünstromprivileg genutzt haben, um künftig weniger EEG-Umlage zahlen zu müssen. Alle diese Aspekte spricht Rösler im Interview nicht an. (Sandra Enkhardt)
Kommentare
Michael Stark aus Leipzig
Montag, 12.12.2011 16:14
Also jetzt muss ich Hrn. Rösler mal in Schutz nehmen... :-) Er weiß es wirklich nicht besser!!! Die "Krabbelgruppe" der FDP zeichnet sich weder durch Fachkompetenz noch durch konstruktives politisches [...]
Martin Krannich aus Passau | http://www.foerderung-photovoltaik.eu
Montag, 12.12.2011 13:28
man kann nur hoffen, dass die Zeit zur nächsten Wahl schnell vergeht. da kommt einem ja das k.... wenn man den reden hört. als gesundheitsminister fand ich ihn schon schlecht, wie man dem die wirtschaft [...]
Johannes Leipold aus München
Montag, 12.12.2011 13:14
Herr Rösler zeichnet sich durch eine erstaunliche Bereitschaft aus, auch die abgenudelste Äußerung immer wieder aufzunehmen, um damit Pünktchen gegen den (hoffentlich) unaufhaltsamen Abstieg in die [...]
Dirk Novitzki aus Dallas
Montag, 12.12.2011 13:04
Dann wollen wir mal hoffen dass nach den Wahlen in 2013 diese Partei auch in der Presse die Aufmerksamkeit eingeräumt wird wie das für Splitterparteien üblich ist.
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