photovoltaik Ausgabe:

Farbstoffzellen bestehen Härtetest

Die bisherige Hürde der geringen Langzeitstabilität von Farbstoffzellen scheint genommen.
Die Farbstoffzellen des australischen Herstellers Dyesol haben ihre Langzeitstabilität im Dauertest bewiesen. Für die Hersteller von organischen Solarzellen ist das Ergebnis ein von Bedeutung für die Markteinführung der Technologie.

Die Solarzellen aus organischen Farbstoffen von Dyesol im australischen Queanbeyan haben in einem Dauertest ihre Stabilität bewiesen. „Nach einem extrem belastenden Test, bei dem sie 5.000 Stunden lang einer konstanten Temperatur von 85 Grad Celsius ausgesetzt wurden, lieferten die Zellen immer noch 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung”, Hans Desilvestro, wissenschaftlicher Leiter von Dyesol. „Damit hat unsere Farbstoff-Solarzellentechnologie die geforderte Zeit eines der strengsten IEC-Beständigkeitstests um 400 Prozent überboten.“ Denn die Standardtestbedingungen der International Electrotechnical Commission mit Sitz in Genf legt fest, dass ein Solarmodul mindestens 90 Prozent seiner ursprünglichen Leistung noch bringen muss, nachdem es 1.000 Stunden lang einer Temperatur von 85 Grad Celsius ausgesetzt wurde.

Bedeutendes Ergebnis

Nicht nur für Dyesol, sondern auch für die anderen Hersteller organischer Solarzellen die sowohl aus Farbstoffen als auch aus langkettigen Polymeren bestehen können, ist das ein bedeutendes Ergebnis. Denn bisher galten die meist auf flexiblen Folien gedruckten Zellen als anfällig gegen harte Umweltbedingungen. Den Test haben die Australier mit einem auf flüssigen Farbstoffen basierenden Modul durchgeführt. Erst kürzlich hat Dyesol zusammen mit Forschern der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) einen neuen Wirkungsgradrekord aufgestellt. Mit Farbstoffzellen aus Festkörpern haben sie eine Effizienz im Labor von 11,3 Prozent erreicht. Die beiden Ergebnisse nimmt Dyesol zum Anlass zu vermelden, dass das Unternehmen beide Technologien jetzt weiterentwickeln will.

Den Lösungen näher gekommen

Den organischen Solarzellen wird eine große Zukunft vorausgesagt, wenn sie die Hürden nehmen, die vor der breiten Markteinführung stehen. Dazu gehört neben dem bisher noch geringen Wirkungsgrad vor allem die niedrigere Langzeitstabilität des Materials. Dass man hierbei der Lösungen näher kommt, hat Dyesol mit seinem Test bewiesen. Die hauptsächlichen Anwendungsgebiete der flexiblen Solarfolien liegen vor allem in der gebäudeintegrierten Photovoltaik, in der elektronischen Versorgung von Kleingeräten und der Stromversorgung drahtloser Sensoren. (Sven Ullrich)

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