photovoltaik Ausgabe:

Jinko Solar muss Werk wegen Umweltproblemen schließen

Chinesische Unternehmen stehen regelmäßig wegen Umweltschäden in der Kritik
Das chinesische Photovoltaik-Unternehmen hat auf massive Proteste gegen seine Produktionsstätte in Haining reagiert. Untersuchungen sollen nun klären, welche Auswirkungen die Umweltverschmutzung hat.
Die Jinko Solar Holding Co., Ltd. hat wegen bestehender Umweltrisiken seine Fabrik in der Stadt Haining geschlossen. Dies teilte das chinesische Photovoltaik-Unternehmen mit. Vorangegangen waren massive, mehrtägige Proteste aus der Bevölkerung wegen der Verschmutzung des Flusswassers durch den Modulhersteller. Nach verschiedenen Medienberichten stürmten schließlich rund 500 Menschen den Komplex von Jinko Solar in der chinesischen Stadt Haining in der Provinz Zhejiang. Scheiben seien eingeschlagen und Fahrzeuge beschädigt worden. 20 Menschen seien während der Proteste festgenommen worden wegen öffentlicher Unruhe, Raub und Sachbeschädigung. Den Unruhen sei ein massives Fischsterben vor Ort vorausgegangen.
Jinko Solar bestätigte nun, dass aktuelle Teste gezeigt haben, dass kleine Mengen von mit Flourid versetzten Abfällen in den nahegelegenen Fluss gelangt seien. Nun seien weitere Untersuchungen eingeleitet worden und die Produktion bis zu einer Klärung der Auswirkungen der möglichen Umweltschäden ausgesetzt worden, so das chinesische Photovoltaik-Unternehmen weiter. Eine erste Untersuchung weise darauf hin, dass die Probleme durch die vorübergehende Lagerung von Abfällen verursacht wurden. Außerdem habe es während dieser Zeit unerwartet, schwere Regenfälle in der Region gegeben, teilte das Photovoltaik-Unternehmen weiter mit.
Der Murphy & Spitz Umweltfonds entfernte nach dem Zwischenfall umgehend Jinko Solar aus seiner Liste möglicher Investitionskandidaten. Murphy & Spitz veröffentlicht regelmäßig Studien zu Umwelt- und Sozialaspekten in der Photovoltaik-Industrie. Bei der jüngst publizierten Studie, die ihren Fokus auf chinesische Hersteller richtete, sei Jinko Solar allerdings nicht berücksichtigt worden, teilte das Unternehmen weiter mit. (Sandra Enkhardt)

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