photovoltaik Ausgabe: 11-2015

Kurz nachgefragt

„Die Effizienz ist sehr hoch“

Wie werden Infrarotheizprodukte in die elektrische Hausinstallation eingebunden?

Christian Ohle: Im Prinzip kann man die Heizprodukte wie Staubsauger oder Lampen anschließen. Wenn man sie als Zusatzheizung nutzen will, werden sie mit dem Stecker einfach in die Steckdose gesteckt. Die Regelung erfolgt durch einen Thermostat. Bei einer elektrischen Vollheizung ist vielleicht ein eigener Zählerkreis erwünscht, auch muss man dabei unter Umständen die elektrische Absicherung überprüfen. Das sollte einem fachkundigen Elektroinstallateur vorbehalten sein.

Wer darf die Heizprodukte installieren?

Unsere Produkte sind sehr einfach zu installieren. Das kann jeder Kunde selbst machen, zumindest bei Zusatzheizungen. Bei der Vollheizung gilt wie bereits gesagt, dass man einen Fachmann hinzuziehen sollte. Gerade Unterputzinstallationen, Zähler und Sicherungen erfordern kompetente Installation.

Was ist bei der Absicherung zu beachten?

Im Neubau gibt es kein Problem, weil die elektrische Infrarotheizung in die Planung der Elektroinstallation aufgenommen wird. Ein Neubau mit 150 Quadratmetern Wohnfläche braucht eine Heizleistung von 7.500 Watt. Dann ergibt sich die Absicherung aus dem Strombedarf aller Verbraucher im Haus, der in der Summe viel höher liegt. Auch in der Sanierung taucht dieses Problem nur sehr selten auf, wie wir festgestellt haben. Mittlerweile macht die Sanierung von Heizungsanlagen im Gebäudebestand den Großteil unserer Umsätze aus.

Wie wirken sich die Infrarotheizungen auf die Elektroinstallation oder das Netz aus?

Die Produkte brauchen 220 Volt, die sind einphasig ausgelegt. Der Anschluss erfolgt wie bei anderen Elektrokleingeräten im Haushalt. Man braucht keinen Drehstrom, keine spezielle Absicherung, auch gibt es keine Rückwirkungen mit dem Netz, wie beispielsweise der Anlaufstrom bei einer Maschine. Elektrisch gesehen handelt es sich bei den Heizflächen um ohmsche Widerstände. Deshalb gibt es auch keine speziellen Anforderungen vonseiten der Netzbetreiber.

Wie schnell reagieren die Heizkörper?

Sobald die Spannung anliegt, beginnt die Aufheizung. Nach etwa 20 Minuten haben die Heizflächen ihre Temperatur von 95 Grad Celsius erreicht. Dass sie so schnell reagieren, hängt mit dem Material zusammen, das wir verwenden. Das Vermiculit wird auch beim Bau von Kachelöfen verwendet, als Speichergestein. Bei Produkten mit Verspiegelung oder aus Glas sind die Oberflächentemperaturen geringer, zwischen 75 Grad und 85 Grad Celsius. Dann will man das Glas nicht zu stark belasten.

Gibt es Hinweise zur Wartung?

Die Produkte sind wartungsfrei. Wir sind seit 15 Jahren mit Infrarotheizungen am Markt tätig, die Ausfallrate beträgt unter ein Promille. Weil die Heizflächen ihre Wärme fast vollständig durch Infrarotstrahlung abgeben, kommt es auch nicht zur Staubverschwelung wie bei konventionellen Heizkörpern. Sie geben ihre Wärme in erster Linie durch Konvektion ab, also durch einen aufsteigenden Warmluftstrom.

Wie effektiv sind die elektrischen Infrarotheizprodukte?

Bei der Infrarotheizung wird die Wärme fast vollständig durch Wärmestrahlung abgegeben. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu wassergeführten Heizkörpern, die hauptsächlich auf Konvektion beruhen. Strahlungswärme nutzt weniger die Raumluft als Wärmespeicher, sondern die Materialien der Raumhülle: Decke, Boden, Wände. Dort kann man dreimal mehr Wärme speichern als in der Luft im Raum. Deshalb ist die Effizienz der elektrischen Heizsysteme sehr hoch, ungleich höher als bei konventionellen Systemen.

Das Gespräch führte Heiko Schwarzburger.

www.redwell.de

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