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Safe Protection Plus

Kombiableiter senken Risiken

Der Schutz vor Blitzen und Überspannungen ist für viele Bereiche relevant: In Gebäuden, im Gewerbe, in Photovoltaikanlagen und in der Industrie kommen elektronische Systeme zum Einsatz, die deutlich empfindlicher sind als früher. Ein einzelner Blitz oder ein Schalt­im­puls im Netz kann Router, Wärmepumpen, Leittechnik, Server, Wechselrichter oder ganze Produktionsanlagen lahmlegen. Dabei entstehen Schäden, die Tausende Euro ­kosten.

Erhebliche Schäden drohen

Die geschädigte Hardware wird ausgetauscht. Als viel kostspieliger erweisen sich jedoch Ausfallzeiten oder Datenverluste. Diese Risiken lassen sich mit einem geeigneten Schutzkonzept zuverlässig beherrschen. Genau hier setzt Phoenix Contact mit der neuen SPP-Familie an. Sie bietet ein umfassendes Überspannungsschutzsystem, das hohe Leistungsfähigkeit, sichere Handhabung, steckbare Technologie und normgerechte Installation vereint.

Unter dem Leitprinzip Safe Protection Plus deckt die Produktfamilie SPP ein breites Spektrum an Anwendungen ab. Sie schützt Hauptverteilungen, Unterverteilungen, Photovoltaikanlagen und industrielle Systeme. Die SPP-Familie besteht aus zwei Produktlinien:

FLT-SPP: Kombiableiter Typ 1+2+3 für Hauptverteilungen,

VAL-SPP: Typ 2 AC und Typ 1/2 PV für Unterverteilungen.

Beide Linien folgen einem durchgängigen Konzept für Design, Installation und Sicherheit. Das erleichtert die Planung und den Einbau. Außerdem wird ein Schutzsystem geschaffen, das vom Hauptverteiler bis zur Unterverteilung zuverlässig koordiniert.

Kombiableiter für die Hauptverteilung

FLT-SPP übernimmt als Kombiableiter Typ 1+2+3 den Blitzstromschutz in der Hauptverteilung. Das Gerät wurde für Einsatzorte entwickelt, an denen besonders hohe Energien auftreten können. Dazu gehören typischerweise Anlagen mit äußerem Blitzschutz oder Standorte, bei denen aufgrund der Bauweise oder Umgebung erhöhte Blitzteilströme erwartet werden.

Der Kombiableiter ist im Außenbereich verwendbar und erfüllt die Anforderungen der Blitzschutzklassen I und II. Darüber hinaus verfügt er über zusätzliche Leistungsreserven, die das Gerät für anspruchsvolle Szenarien empfehlen. In exponierten Lagen oder in der Telekommunikation mit langen Freileitungen oder Außenkabelstrecken erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Blitzentladungen erheblich. Tritt eine Blitzentladung auf, besteht das Risiko, dass über den Blitzkanal mehrere Folgeentladungen auftreten.

Folgeimpulse beherrschen

Die Impulsfähigkeit der getriggerten Multi-Carbon-Funkenstrecke sorgt dafür, dass auch schnelle Folgeimpulse sicher beherrscht werden und der Schutz selbst bei komplexen Blitzbedingungen verlässlich funktioniert. Trotz der hohen Leistungsfähigkeit bleibt die Bauform kompakt. Durch die schmale Baubreite von 17,5 Millimetern pro Pol passt FLT-SPP in enge Zählerschränke und dicht belegte Hauptverteilungen. Die robuste Konstruktion bietet hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber thermischen und mechanischen Belastungen.

Ein weiterer praktischer Vorteil ergibt sich aus der steckbaren Ausführung. Während der Inbetriebnahme wird für die Messung des Isolationswiderstands lediglich das Schutzmodul gezogen, der Basisteil ist weiterhin angeschlossen. Das vereinfacht den Einbau und späteren Service. FLT-SPP erweitert die 2024 eingeführte Produktlinie VAL-SPP und vervollständigt damit das SPP-Familienkonzept für den Typ-1- und Typ-2-Schutz.

Schutzgeräte für die Unterverteilung

Während FLT-SPP den hochenergetischen Blitzstrom im Einspeisepunkt abfängt, übernimmt VAL-SPP den koordinierten Schutz in der Unterverteilung. Die Produktlinie ist in zahlreichen Varianten für Schaltung und Nennspannung erhältlich. Dadurch lässt sie sich in unterschiedliche Netzstrukturen integrieren – vom Wohngebäude über Gewerbeanwendungen bis zu industriellen Schaltschränken.

Die Produktlinie umfasst ferner speziell entwickelte Varianten für moderne Photovoltaiksysteme. Die Geräte sind auf die Anforderungen der dezentralen Energieerzeugung abgestimmt und schützen Solarmodule, Wechselrichter und Energiespeicher vor transienten Ereignissen. Das Portfolio erstreckt sich über Typ-1- und Typ-2-Schutzgeräte für Systemspannungen von 600 Volt bis 1.500 Volt DC. Das Sicherheitskonzept beinhaltet steckbare Module, eine robuste und einfach bedienbare Verriegelung sowie klar erkennbare Statusanzeigen. Auf diese Weise wird die Installation genauso erleichtert wie die Wartung oder ein Austausch. Außerdem sorgt das Sicherheitskonzept insgesamt für kurze Reaktions- und Servicezeiten.

Konzept für sichere Installation

Das SPP-Konzept legt großen Wert auf einheitliche konstruktive Eigenschaften, die die Installation erleichtern. Untersteck- und Berührschutz stellen sicher, dass die Installation sicher und intuitiv geschieht, während ein geringes Anzugsdrehmoment von drei Newtonmetern die Montage beschleunigt.

Auf der anderen Seite erweist sich das reduzierte Anzugsdrehmoment als zusätzlicher Sicherheitsaspekt. Wird das vorgegebene Drehmoment nicht erreicht, kann die Klemmkraft im Anschlussbereich zu gering sein. Dann besteht unter hohen Ableitströmen das Risiko, dass Leiter keinen sicheren Kontakt mehr haben oder sich lösen. Das vergleichsweise niedrige Anzugsdrehmoment von drei Newtonmetern senkt dieses Risiko deutlich und sorgt für eine dauerhaft stabile Verbindung.

Gleiche Abläufe für alle Schutzstufen

Die einheitliche konstruktive Gestaltung ermöglicht, dass Installateure über alle Schutzstufen hinweg mit denselben Abläufen arbeiten. Dieser Vorteil zeigt sich besonders bei größeren Projekten und im Service. Auch die Betriebssicherheit profitiert davon.

Steckbare Module, klare Statussignale, ein doppelt isolierter, potenzialfreier Fernmelde­kontakt und die sichere Abtrennung im Fehlerfall erhöhen die Verfügbarkeit der Anlage. Die vollständige Normkonformität zu relevanten Standards für den Überspannungsschutz vereinfacht die Planung und Dokumentation nach nationalen und internationalen Installationsvor­gaben.

Breites Einsatzfeld

Durch die Kombination von FLT-SPP und VAL-SPP lassen sich ganzheitliche Schutzkonzepte gegen Überspannungen realisieren. Sie reichen von Haupt- und Unterverteilungen in Gebäuden bis zur industriellen Automation, Energie- und Netzinfrastruktur sowie Photovoltaikanlagen.

Die Produktfamilie SPP besteht aus dem Kombiableiter Typ 1+2+3 FLT-SPP, VAL-SPP und VAL-SPP-PV.

Foto: Thomas Franz-Westemeyer

Die Produktfamilie SPP besteht aus dem Kombiableiter Typ 1+2+3 FLT-SPP, VAL-SPP und VAL-SPP-PV.
Kombiableiter FLT-SPP mit ­getriggerter Multi-Carbon-­Funkenstrecke.

Foto: Graphic Group

Kombiableiter FLT-SPP mit ­getriggerter Multi-Carbon-­Funkenstrecke.
VAL-SPP bietet viele Schaltungs- und Spannungsvarianten.

Foto: Phoenix Contact

VAL-SPP bietet viele Schaltungs- und Spannungsvarianten.
Untersteck- und Berührschutz kennzeichnen die Produktfamilie SPP.

Foto: Thomas Franz-Westemeyer

Untersteck- und Berührschutz kennzeichnen die Produktfamilie SPP.

Dehn

Neuer Ableiter für Schnelllader

Mit einem 360-Grad-Ansatz für ganzheitlichen Schutz gegen Blitze und Überspannungen kam Dehn zur Intersolar nach München. Besonderes Highlight war der Typ-2-Ableiter Dehn Guard M DC ACI 1250 FM für DC-Schnelllader bis 1.250 Volt.

Dehn präsentierte die patentierte ACI-Technologie (Advanced Circuit Interruption), die DC-Lichtbögen durch eine integrierte Kombination aus Schalter und Funkenstrecke beherrscht. Im Zentrum des Messeauftritts standen Schutzlösungen für Photovoltaik in Wohngebäuden, in der Industrie, für Solarparks, Batteriespeicher und smarte Stromnetze.

Mersen

AC- und DC-Schutz für Solarprojekte

In München hat Mersen seine Plattform Surge-Trap K vorgestellt, eine weltweit zertifizierte und patentierte Produktreihe. Sie erfüllt anspruchsvolle Schutzanforderungen. Surge-Trap K AC Reinforced ist ein Überspannungsschutzgerät (SPD) vom Typ 1 und 2, das speziell für die AC-Seite von großen Solarprojekten mit bis zu 1.000 Volt entwickelt wurde. Es hält induzierten Spannungen bis 2,2 Kilovolt stand.

Die Helio-Protection-Reihe für 1.500 Volt schützt die Modulstrings in den Anschlusskästen. NH-Sicherungslasttrennschalter sorgen für Wechselstromschutz bis 800 Volt. Die neue Helio Protection HP20P wurde speziell für 2.000 Volt DC entwickelt.

Mersen präsentierte außerdem einen speziell für Batteriespeicher entwickelten DC-Überspannungsschutz, der für zentralisierte oder dezentrale Architekturen geeignet ist. Diese Lösung ist kurzschlussfest bis zu 250 Kiloampere.

Foto: Mersen

Foto: Mersen

Raycap

Umfassendes Portfolio für Überspannungsschutz

Raycap hat auf der Smarter E Europe in München ein breites Portfolio zum Überspannungsschutz für Energieverteilung, Photovoltaik und Elektromobilität. Für die Energieverteilung wurde der Protec 60 RX vorgestellt. Die Lösung erweitert die Kompatibilität auf moderne 60-Millimeter-Sammelschienen in Standard- und isolierter Ausführung.

Der Protec 60 RX ist für Sammelschienenhöhen von zwölf bis 30 Millimeter sowie für Stärken von fünf und zehn Millimeter ausgelegt. Je nach Netzkonfiguration wird er in 3+0-Systemen für TN-C- sowie in 3+1-Systemen für TN-S- und TT-Anwendungen eingesetzt.

Das steckbare Konzept ermöglicht die schnelle und sichere Installation mit zuverlässiger Kontaktierung zur Sammelschiene. Dies vereinfacht die Installation und reduziert den Aufwand für Planung und Systemauslegung.

Der ProTec 60 RX ist als Typ-1- und Typ-2-Ableiter mit und ohne integrierte Vorsicherung verfügbar. Dadurch wird die Anzahl zusätzlicher Komponenten reduziert und die Integration in bestehende Systeme vereinfacht.

Für Anwendungen in der E-Mobilität stellte Raycap Lösungen für AC- und DC-Ladetechnik vor. Die Strikesorb 35-Serie ist die zentrale Lösung für Überspannungsschutz in DC-Schnellladern und bietet Typ-1+2-Schutz für moderne Ladeinfrastrukturen. Ergänzend wurde der Protec T2 DCGU als Typ-2-Überspannungsschutzgerät für DC-Schnelllader entwickelt. Beide Lösungen sind konform mit IEC 61643-41 und für Anwendungen gemäß IEC 61851-23 ausgelegt.

Für kompakte AC-Ladepunkte und Wallboxen bietet der Probloc EV T2 einen kompakten Überspannungsschutz mit nur 35 Millimetern Baubreite. Die Lösung ergänzt das Schutzkonzept optimal.

Für die Photovoltaik zeigte Raycap die Protec PV-Boxen für den DC-Schutz von Wechselrichtern. Die Systeme sind für ein, zwei und drei Strings verfügbar, sie werden werkzeuglos über MC4 oder Quick Connect angeschlossen. Die Protec PV-Boxen sind als Typ-1+2- oder Typ-2-Varianten erhältlich und sowohl für Innen- als auch Außeninstallationen geeignet. Darüber hinaus hat Raycap sein Portfolio um Schutzlösungen für DC-Systemspannungen von 2.000 V und höher erweitert.

Foto: Raycap

Citel

Brandschutz mit AC- und DC-Ableitern in einem Gerät

Zur Intersolar in München hat Citel seine neuen Feuerwehrschalter FWS 3 und FWS 6 gezeigt. Sie sind ab sofort beim Großhandel erhältlich. Die Anschlusskästen eignen sich für Spannungen bis 1.000 Volt DC. Sie trennen die Solarmodule von der Anlage und schützen den Wechselrichter vor Überspannungen.

FWS 3 eignet sich für drei MPP-Tracker und zwei Strings, FWS 6 für sechs MPP-Tracker und zwei Strings. Im Generatoranschlusskasten integrierte Feuerwehr-Notschalter trennen die DC-Leitung mechanisch, um die Löschkräfte zu schützen. Die Spannungsversorgung des Notschalters erfolgt durch das Hausnetz des Gebäudes. Über einen zwischengeschalteten Fernauslöser, der an einem für die Einsatzkräfte gut erreichbaren Ort installiert wird, erfolgt im Ernstfall die manuelle Auslösung der DC-Trennung.

Kommt es zum Spannungsabfall in der angeschlossenen AC-Leitung, erfolgt ebenfalls automatisch die mechanische Trennung der DC-Leitung durch den integrierten Feuerwehr-Notschalter. Auch wenn keine Verbindung zwischen AC-Spannung und FWS-Generatoranschlusskasten bestehen sollte, trennt der Feuerwehr-Notschalter die DC-Leitung sicher ab.

Liegt die volle Spannung wieder an, stellt der Feuerwehr-Notschalter die DC-Verbindung automatisch erneut her. Die Wiederaufnahme der Stromerzeugung erfordert kein manuelles Eingreifen. Somit muss niemand zur Inbetriebsetzung auf den Dachboden steigen oder eine räumlich entfernte Photovoltaikanlage ansteuern.

Über die AC-Zuleitung können Überspannungen in den Generatoranschlusskasten eindringen und den Feuerwehr-Notschalter beschädigen. Totalausfall des Notschalters wäre die Folge – der im schlimmsten Fall unbemerkt bleiben würde.

Um diese gefährliche Schwachstelle zwischen der Gebäudeelektrik und dem Notschalter zu entschärfen, wurde in die FWS-Kästen ein zusätzlicher Überspannungsableiter für AC-Strom integriert. Er schützt den Notschalter und macht die FWS-Modelle ausfallsicher.

Foto: Citel

Die Autoren

Loisa Dohmann
ist Produktmanager Power Protection SPT bei Phoenix Contact in Blomberg.

Phoenix Contact

Joshua Luca Schrader
ist Produktmanager Power Protection SPT bei Phoenix Contact in Blomberg.

Phoenix Contact

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