photovoltaik Ausgabe: 11-2018

Polarstern

Mieterstrom durch Sektorkopplung attraktiv

Die Verbindung der Photovoltaik mit elektrischer Warmwasserbereitung und Heizwärmepumpen macht Mieterstrom für kleinere Wohngebäude mit weniger als 20 Wohneinheiten attraktiv. „Je höher der Anteil des vor Ort erzeugten und genutzten Stroms ist, umso mehr rechnet sich Mieterstrom sowohl für Immobilienbesitzer als auch für Mieter“, sagt Florian Henle, Geschäftsführer von Polarstern.

Um einen möglichst hohen Direktverbrauch zu erzielen, sei die Nutzung des erzeugten Stroms auch in der Wärmeversorgung von Vorteil. Die Rentabilität von Mieterstrom ist damit nicht mehr allein vom Stromverbrauchsprofil der Bewohner und der Anpassung an die Stromerzeugung sowie der Teilnahmequote abhängig. Vielmehr sorgt die integrierte Wärmeversorgung für eine gewisse Grundlast und damit den nötigen Direktverbrauch, den es im jeweiligen Mieterstromprojekt braucht.

Photovoltaik und BHKW

Gerade in Gebäuden mit Zentralheizung ist die Wärmeversorgung Sache der Vermieter. Sie können den in Solaranlagen oder BHKW erzeugten Strom direkt einsetzen. „Sie erhöhen damit nicht nur den Direktverbrauch, sondern senken auch den Primärenergiebedarf der Gebäude.“

Das sei ein wichtiges Argument für die Finanzierung solcher Mieterstromprojekte, deren Kosten aufgrund der benötigten Anlagen naturgemäß höher sind. Schließlich würden so die Kriterien hoher Förderungen erfüllt, etwa von der KfW, erläutert Florian Henle. Zusätzlich kann der Anlagenbesitzer die Mieterstrom-Direktförderung und oftmals weitere lokale Förderungen beantragen und so die Amortisationszeit der Investitionen verkürzen.

Mieterstrom für sieben Wohneinheiten

Am Rande der Schwäbischen Alb entsteht derzeit ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen, die mit Mieterstrom versorgt werden. Der erzeugte Strom wird zur Stromversorgung der Bewohner und zum Betrieb von zwei Wärmepumpen für die Erzeugung von Brauchwasser (zehn Kilowatt) und zum Heizen (22 Kilowatt) genutzt.

Damit erzielt die Solaranlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt einen Direktverbrauch von rund 49 Prozent. Gleichzeitig sinken die Kosten für Strom und Wärme (sogenannte zweite Miete). Die Stromkosten liegen voraussichtlich rund 13 Prozent unter dem lokalen Grundversorgertarif.

Ein zusätzlicher Speicher erhöht den Direktverbrauch um elf Prozent auf dann 60 Prozent und hebt die Autarkie auf 49 Prozent. „Der Vorteil integrierter Mieterstromkonzepte entfaltet sich erst, wenn beratende Planung, Anlagentechnik und Prozesse effizient ineinandergreifen und reibungslos funktionieren“, bilanziert Florian Henle. „Dann rechnen sich komplexe Mieterstromprojekte auch in kleineren Wohngebäuden.“

www.polarstern-energie.de/mieterstrom

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