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Systeme

„So wird das Modul zum Teil der Dachhaut“

Wenn man auf das Indachsystem Solrif blickt: Wie entwickelt sich die Nachfrage?

Helge Hartwig: Man muss den Markt differenziert betrachten. In Deutschland ist der klassische Schrägdachmarkt deutlich ruhiger geworden, während in anderen Ländern – etwa der Schweiz oder Italien – weiterhin viele Indachanlagen realisiert werden. Gerade in Italien werden bestehende Dächer mit Indachanlagen erneuert. Häufig handelt es sich um Gebäude, auf denen schon ein Indachsystem installiert ist, weil es eine Sondervergütung für die Dachintegration gab. Teilweise wurden diese Dächer aber mit anderen Systemen gebaut, die sich langfristig nicht bewährt haben, oder sie werden mit höherer Leistung neu aufgebaut. Dabei fällt die Wahl häufig auf Solrif.

Warum sollten Handwerker Indachmodule verbauen?

Beim Indachsystem ist das Modul Teil der Dachhaut und muss entsprechende Nachweise erbringen, etwa zur harten Bedachung. Das sorgt für Sicherheit und Regelkonformität – Punkte, mit denen sich der Dachdecker sehr gut auskennt.

Gerade die harte Bedachung ist für Dachdecker ein sensibles Thema.

Zu Recht. Viele der Kunststoff-Indachsysteme mit Standardmodulen haben diesen Nachweis nicht oder nur eingeschränkt. Formal dürften sie so teilweise gar nicht verbaut werden. Solrif ist hier anders aufgestellt: Das System ist geprüft und als harte Bedachung anerkannt. Der Dachdecker bewegt sich damit auf der sicheren Seite – sowohl technisch als auch haftungsrechtlich.

Wo sehen Dachdecker typischerweise die größten Hürden bei der Indachmontage?

Häufig geht es um zwei Punkte: Darf ich das überhaupt – und wie aufwendig ist es? Beim ersten Punkt können wir klar sagen: Solrif ist ein geschlossenes System, das vom Hersteller abgesichert ist. Beim zweiten Punkt hilft die Praxis. Viele sind überrascht, wie schnell und strukturiert die Montage abläuft, gerade durch die Hilfsmittel, die wir mitliefern. Wer das System einmal verbaut hat, merkt schnell, dass es sehr einfach und nachvollziehbar ist. Danach stellt sich die Routine beim Aufbau rasch ein.

Welche Unterstützung bieten Sie Handwerkern konkret an, ­damit sie sich mit dem System vertraut machen können?

Wenn ein Handwerker das System zum ersten Mal verbaut, bieten wir eine Erstmontageunterstützung an. Dann kommt ein Mitarbeiter von uns auf die Baustelle und zeigt den Handwerkern, wie das System installiert wird. Hier vermitteln wir auch Tricks und Kniffe für die schnelle und sichere Montage. Das hat anfangs der Vertrieb mit übernommen. Inzwischen haben wir zusätzlich Spezialisten aus dem Dachhandwerk, die als technische Berater bei der Erstmontage helfen können.

Auf welche Unsicherheiten stoßen Sie auf den Baustellen?

Eine Hürde bei Dachhandwerkern ist die elektrische Seite. Sie sind unsicher beim Zusammenstecken der Module. Doch wenn sie sehen, wie einfach das ist, und es einmal selbst gemacht haben, überspringen sie die Hürde schnell. Das Anspruchsvolle bei der Montage einer Indachanlage sind die Anschlüsse zu Ziegeln, Dachrand oder Dacheinbauten, was Dachhandwerker aber können, und die Koordination der Abläufe auf dem Dach.

Was ist bei der Koordination entscheidend?

Da geht es um die Absprache zwischen den Gewerken. Denn zunächst muss der Dachdecker die bauseitig benötigten Bleche als Anschlüsse zu eventuellen Dachfenstern, an den Ortgängen und an der Traufe verlegen. Danach werden die Solarmodule installiert. Zum Schluss muss der Dachdecker noch die Abschlüsse am First fertigstellen, da das gesamte System überlappend verlegt wird. Wenn das alles aus einer Hand kommt, wird diese Koordination einfacher.

Müssen Dachdecker die Bleche selbst zurechtschneiden oder gibt es speziell für das Solrif zugeschnittene Bleche?

Es gibt für Solrif-Module einen sogenannten Standardeindeckrahmen – so würde man das bei Dachfenstern nennen. Hier haben wir eine neue Lösung im Portfolio. Früher gab es für nahezu jede Modullänge ein eigenes Firstblech. Das führte zu einer großen Anzahl unterschiedlicher Blechteile. Jetzt haben wir ein variables Blech entwickelt. Dieses sogenannte Varioblech lässt sich zwischen 938 und 1.798 Millimetern um bis zu 80 Zentimeter ausziehen. In der Praxis wird eine Reihe von Modulen mit einem fixen Blech abgeschlossen. Am Ende füllt der Handwerker mit dem Varioblech auf. So kann der Handwerker mit nur zwei Blechtypen – einem fixen und einem variablen – alle Modulformate abdecken. Für den Dachdecker bedeutet das: weniger Lageraufwand und mehr Flexibilität. Denn damit können auch auf der Baustelle noch Entscheidungen getroffen werden. Er ist dann auch nicht mehr an einen Modulhersteller gebunden oder muss sich eine Vielzahl an Blechen auf Lager legen.

Wie steht es um die Regensicherheit mit dem Varioblech?

Die Systeme sind entsprechend geprüft. Übergänge werden mit Dichtungen ausgeführt. Außerdem sorgen konstruktive Details wie Holzkeile und zusätzliche Haltebügel dafür, dass die Bleche sauber aufliegen und fixiert sind. Es wurden auch gezielte Regenversuche durchgeführt, um diese Lösungen abzusichern.

Welche Hilfsmittel für die Montage liefern Sie mit?

Zentral ist die sogenannte Variolehre. Sie dient dazu, die Haken für die Modulbefestigung zu setzen. Damit braucht der Handwerker nicht mehr mühsam auszumessen, wo er die Haken befestigen muss. Er muss nur noch den Startpunkt festlegen. Danach legt er die Lehre auf und schraubt in den vorgegebenen Aussparungen die weiteren Haken fest. Das geht schnell, ist präzise und kann problemlos von einer Person allein erledigt werden. Neu ist, dass diese Lehre variabel einstellbar ist und sich an unterschiedliche Modulabmessungen anpassen lässt.

Wie läuft das Setzen der Haken in der Praxis ab?

In der Regel werden zuerst die Haken für eine Modulreihe gesetzt und dann die Module eingelegt, anschließend wird die nächste Reihe vorbereitet. Die Lehre kann dabei sowohl am Traufprofil als auch am bereits liegenden Modul angeschlagen werden. Das erleichtert die Arbeiten auf dem Dach deutlich. Module werden von rechts nach links verlegt, da sie ineinandergreifen. Mit der Lehre kann der Handwerker die Haken aber auch von links nach rechts einschrauben. Das hilft, wenn etwa der Endpunkt des Modulfeldes am Dach von Bedeutung ist. Es passt dann alles perfekt!

Mit dem Varioblech gelingt ein perfekter Abschluss der Solaranlage, ohne dass Handwerker eine Vielzahl an Blechen vorhalten müssen.

Foto: Ernst Schweizer

Mit dem Varioblech gelingt ein perfekter Abschluss der Solaranlage, ohne dass Handwerker eine Vielzahl an Blechen vorhalten müssen.
Die Variolehre erleichtert die Positionierung der Haken zur Befestigung der Module.

Foto: Ernst Schweizer

Die Variolehre erleichtert die Positionierung der Haken zur Befestigung der Module.
Die Solaranlage wird zur Dachhaut: Die Module werden schindelartig verlegt und erfüllen die Anforderungen an eine harte Bedachung.

Foto: Ernst Schweizer

Die Solaranlage wird zur Dachhaut: Die Module werden schindelartig verlegt und erfüllen die Anforderungen an eine harte Bedachung.

Im Interview

Dr. Helge Hartwig
ist Vertriebsleiter für Indachsysteme bei der Ernst Schweizer AG. Er kennt die Solarbranche bereits seit über 20 Jahren und hat alle Entwicklungen des Solrif begleitet.

Ernst Schweizer

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