Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

„E-Mobilität ist kein Problem, sondern eine Chance!“

Schwarzburger: Erfreulicherweise steigen die Verkaufszahlen für E-Autos, überall in Europa. Der Start war holprig, doch nun nehmen sie offensichtlich Fahrt auf.

Ullrich: Die deutschen Autohersteller haben viel Zeit gebraucht, um ihre Modelle umzustellen. Dieser Prozess ist längst nicht abgeschlossen, jetzt rächt sich die jahrelange Verzögerungstaktik der Bosse und ihrer Lobbyisten.

Schwarzburger: Schonfristen gibt es nicht, denn die chinesische Konkurrenz drückt ihre Fahrzeuge mit Kampfpreisen nach Europa. Die USA schotten sich durch Zölle ab, bleibt nur der europäische Absatzmarkt.

Ullrich: Es geht nicht allein um preiswerte Autos. Es geht auch darum, den Wandel von fossilen Verbrennern zu stromgetriebenen Fahrzeugen zu verstehen. Das hat für Kunden und die Stromnetze gleichermaßen große Vorteile.

Schwarzburger: Die Chancen werden von der Politik viel zu wenig verstanden, auch die Netzbetreiber tun sich damit schwer. Denn Tausende oder Millionen E-Autos bilden eine enorme Lastreserve für das Stromnetz.

Ullrich: Stichwort Flexibilität. Zu langsam kommen die neuen Geschäftsmodelle bei den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur an. Die Flexibilität durch E-Autos mithilfe von volatilen Strompreisen und volatilen Netzentgelten voll zu nutzen, könnte sich als wichtiger Markttreiber für die E-Mobilität erweisen.

Schwarzburger: Ist sie bereits, wie wir beim bidirektionalen Laden sehen. E-Autos, die nur laden, aber nicht entladen können, sind veraltet, bevor sie als vermeintliche Neuheit im Autohaus stehen. Das innovative Potenzial dieser Technik wird kaum genutzt.

Ullrich: Da stehen die Hersteller der Elektroautos auf der Bremse. Sie haben offenbar Angst, die Hoheit über die Fahrzeugbatterien aufzugeben. Es ist also kein Wunder, wenn die Chinesen hier das Rennen machen. Denn dort ist man mit dem bidirektionalen Laden schon viel weiter.

Schwarzburger: In Großbritannien ist es auch kein Problem, dass Tausende E-Autos zum Pool zusammengefasst werden, um das Netz bei Stromüberschuss zu entlasten. Was dort bereits Alltag ist, wird bei uns umständlich diskutiert.

Ullrich: Dabei funktioniert es ganz einfach: über den Preis für die Kilowattstunde Ladestrom. Wer das Netz stützt, zahlt weniger. Oder kriegt sogar noch was raus. Auf diese Weise sind negative Strompreise an der Börse kein Problem, sondern eine Chance.

Schwarzburger: Die Chance, das Netz über E-Autos zu stützen, bietet für Stromkunden und Netzbetreiber erhebliche Gewinne. Und der Bund spart Kosten beim Ausbau der Stromnetze. Immerhin: Die Sache ist ins Rollen gekommen und wohl kaum noch zu stoppen.

Jetzt weiterlesen und profitieren.

+ PV E-Paper-Ausgabe – jeden Monat neu
+ Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
+ Fokus PV: Sonderhefte (PDF)
+ Webinare und Veranstaltungen mit Rabatten
+ Adresseintrag im jährlichen Ratgeber
uvm.

Premium Mitgliedschaft

2 Monate kostenlos testen