photovoltaik Ausgabe: 05-2015

Aufmarsch der Zwerge

Installation per Steckkarte: Die Montage und Inbetriebnahme der Wechselrichter wird immer einfacher, obwohl die Geräte immer mehr Funktionen vereinen.

Installation per Steckkarte: Die Montage und Inbetriebnahme der Wechselrichter wird immer einfacher, obwohl die Geräte immer mehr Funktionen vereinen.

Wechselrichter — Bei kleinen Umrichtern für private Endkunden geht es weniger um den Preis. Vielmehr müssen die Geräte eine breite Funktionalität und Flexibilität bieten, um Solargeneratoren und Speicher anzuschließen – mit einer oder drei Phasen. Heiko Schwarzburger

Inhaltsübersicht

  1. Aufmarsch der Zwerge
  2. Kaco New Energy
  3. Marktübersichten
  4. Bosch Power Tec
  5. SMA

Im Geschäft mit kleinen Wechselrichtern für private Anlagenbesitzer bleibt es spannend. Der Markt zeigt sich weiterhin in Bewegung, es werden die Anteile der verschiedenen Anbieter neu verteilt. Zur Intersolar bringen die Hersteller neue Geräte, um mit zusätzlichen Funktionen und flexiblen Systemkonfigurationen beim Kunden zu landen. Denn der Markt der kleinen einphasigen und dreiphasigen Wechselrichter bleibt lukrativ.

Obwohl das Geschäft sehr kleinteilig ist, wirkt sich der Preisdruck jedoch nicht so stark aus wie bei gewerblichen Dachanlagen oder bei Solarparks, wo die Geräte fast ausschließlich über den Preis verkauft werden. Aber: Wer bei den kleinen Umrichtern erfolgreich sein will, braucht einen starken Stand bei den Installateuren. Neben der Funktionalität und Montagefreundlichkeit der Wechselrichter spielen das Monitoring und der Service eine entscheidende Rolle. Soll heißen: Dieses Marktsegment ist aufgrund der hohen Anforderungen an den After-Sales-Service nicht so stark von der asiatischen Konkurrenz bedroht wie bei den größeren Stringwechselrichtern fürs Gewerbe und die Industrie.

Neuer Winzling von SMA

SMA hat im Frühjahr die neuen Wechselrichterzwerge Sunny Boy 1.5 und 2.5 auf den Markt gebracht. Sie wurden komplett neu entwickelt, um den Eigenstromverbrauch aus kleinen Solargeneratoren zu optimieren. Die Eingangsspannung liegt zwischen 80 und 600 Volt, die Kommunikation läuft über das SMA Smart Meter. Damit ist die Abregelung auf 70 Prozent der Wirkleistung im Netz ein Kinderspiel, sogar Nulleinspeisung wird möglich. Die Anschlüsse (DC und AC) des Wechselrichters erfolgen per Plug-and-play. Das Gerät wiegt nur neun Kilogramm. Es wird an zwei Schrauben aufgehängt, ohne zusätzliche Wandhalterung.

Ebenso einfach ist die Inbetriebnahme. „Durch das integrierte, intuitiv bedienbare User Interface werden die nötigen Einstellungen drahtlos vorgenommen – ohne das Gehäuse zu öffnen“, erläutert Produktmanager Dieter Manz von SMA.

Das Display haben die Ingenieure vom Wechselrichter auf den Bildschirm des mobilen Endgeräts oder PCs verlagert. Die Überwachung der Daten ist auf jedem beliebigen Tablet oder Smartphone möglich. Der Sunny Boy 1.5/2.5 ist seit April 2015 in Deutschland, Österreich, Frankreich, Portugal, Spanien, Belgien, Italien den Niederlanden und Großbritannien verfügbar.

Der österreichische Anbieter Fronius hat seine kleinen Wechselrichter gleichfalls erweitert. Die Familie der Snap-Inverter erhielt einphasigen Zuwachs. Der Fronius Primo ist das einphasige Gegenstück zum dreiphasigen Symo, der bereits im vergangenen Jahr auf der Intersolar vorgestellt wurde.

Der Primo optimiert das Energiemanagement, erweitert die Datenkommunikation und bietet zahlreiche Schnittstellen. „Das Wesentliche bei der Energieversorgung ist, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu haben“, sagt Martin Hackl, der bei Fronius in Wels die Solarsparte verantwortet. „Diese Solaranlage deckt den jährlichen Strombedarf. Dazu braucht sie einen Wechselrichter, welcher einen hohen Autarkiegrad ermöglicht.“

Dafür scheint der Fronius Primo gut gerüstet: Die ganze Bauserie ist trafolos, sie deckt zwischen drei und 8,2 Kilowatt ab. Seit April werden die Geräte ausgeliefert, sowohl für neue Anlagen als auch für das Repowering.

Anlagenertrag maximieren

Der neuartige MPP-Tracking-Algorithmus Dynamic Peak Manager bewirkt durch sein Trackingverhalten, dass der Wechselrichter stets am Punkt der maximalen Leistungsabgabe arbeitet und den Anlagenertrag maximiert. Damit möglichst viel Sonnenstrom vom Anlagenbetreiber selbst verbraucht werden kann, unterstützt der Primo über ein serienmäßig integriertes Relais das Energiemanagement. Des Weiteren ist ein digitaler Ausgang für den Energiemanager in den Wechselrichter integriert.

Der Datenlogger ist fix integriert. Mittels WLAN oder Ethernet verbindet sich der Wechselrichter mit dem Internet. Zudem ist eine Vielzahl offener Schnittstellen eingebaut. So lässt sich das Gerät künftig leicht nachrüsten, falls beispielsweise der Netzbetreiber Wünsche hat.

Der Wechselrichter mit dem Super-Flex-Design bietet eine hohe Systemspannung von 1.000 Volt, einen breiten MPP-Spannungsbereich und zwei MPP-Tracker. Die Kombination dieser Features erlaubt die flexible Anpassung der Photovoltaikanlage an die individuellen Gegebenheiten des Daches. Unterschiedlich ausgerichtete Dächer mit oder ohne Verschattungen oder auch die Verschaltung von Restmodulen stellen kein Problem bei der Auslegung und Planung dar.

Kostal Solar Electric erweitert sein Angebot an kleineren Piko-Geräten auf die Leistungsklassen zwischen drei und 20 Kilowatt. Insgesamt zehn einphasige und dreiphasige Wechselrichter bietet das Unternehmen aus Hagen mittlerweile an, dazu Batteriesysteme und ein Back-up-System für die unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Große Flexibilität bietet der neue Piko 20 dank der drei unabhängigen MPP-Tracker – für einen optimalen Betrieb von verschiedenen Dachausrichtungen – sowie der integrierten dynamischen Wirkleistungs- und Eigenverbrauchssteuerung. Hierzu wird mithilfe eines Drei-Phasen-Stromsensors (Piko BA Sensor) der aktuelle Energiebedarf des Eigenheimes in Echtzeit erfasst.

So wird der Eigenverbrauch berücksichtigt und die erzeugte Energie optimal genutzt. Eine Vielzahl an Schnittstellen zum Beispiel für Rundsteuerempfänger, externe Displays oder Router integriert den Wechselrichter einfach in ein vorhandenes Netzwerk. Auch die Einbindung in intelligent gesteuerte Haussysteme ist aufgrund seiner Smart-Home-Kompatibilität möglich. Mit Hilfe des EEBus kann der Wechselrichter mit elektronischen Geräten im Haushalt kommunizieren.

Geringes Gewicht und Griffmulden

Für die unkomplizierte Inbetriebnahme und einfache Konfiguration sorgt das multifunktionale Display, welches alle wichtigen Ertragsdaten grafisch darstellt. Trotz des großen Leistungsbereichs ist der Piko 20 durch das vergleichsweise geringe Gewicht und seitliche Eingriffsmulden einfach zu handhaben.

Auch verfügt der Piko über gut zugängliche, aber gleichzeitig vor Beschädigung geschützte Anschlüsse und einen neu konzipierten, robusten DC-Trennschalter, der bündig mit dem Gehäuse abschließt. So wurde die Handlichkeit weiter verbessert.

Auch Steca erweitert seine Wechselrichterfamilie Coolcept durch die Geräte Steca Grid 1.500, Steca Grid 1.500x, Steca Grid 2.000, Steca Grid 2.000x, Steca Grid 2.500 und Steca Grid 2.500x. Die Besonderheit: Diese Wechselrichter arbeiten mit geringen Eingangsspannungen und wurden für kleine Leistungen optimiert. Sie lassen sich ab drei Modulen einsetzen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Energiezähler anzuschließen. Dadurch wird die dynamische Leistungsreduzierung ohne weiteres Zubehör realisiert.

Neuer Laderegler von Steca

Daneben präsentiert Steca weiterhin die dreiphasigen Wechselrichter, die für den Eigenverbrauch in Eigenheimen konzipiert wurden und alle Vorzüge der einphasigen Topologie bieten.

Darüber hinaus liefert Steca den neuen Laderegler Steca Tarom MPPT 6.000-M aus, der im vergangenen Jahr den OTTI-Innovationspreis und den Intersolar Award erhielt. Der Regler spielt eine Vorreiterrolle bei autarken Photovoltaiksystemen. Mit 3,6 Kilowatt eignet er sich für alle Lithium-Ionen-Batterien. Neben komplexen Ladealgorithmen zeichnet er sich durch Batteriediagnosen, Langzeitdatenlogger sowie einen hohen Wirkungsgrad aus. So erreicht der Tarom MPPT 6.000-M einen im Feld gemessenen Umwandlungswirkungsgrad von 99 Prozent.

Literatur

Fussnoten

  • Der einphasige Primo von Fronius.

  • Steca erweitert die Grid-Baureihe um kleine Geräte.

Foto: Fronius

Foto: Steca

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