Die meisten Solaranlagen schalten sich bei einem Stromausfall aus Sicherheitsgründen sofort ab. Damit sie dennoch Notstrom liefern können, müssen sie bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen. Darauf weist der TÜV-Verband hin.
BSW-Solar: Solarer Notstrom stützt Versorgung
„Photovoltaik-Anlagen müssen bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen, damit sie Notstrom liefern können und ein sicherer Betrieb gewährleistet ist", sagt Hermann Dinkler, Experte für Brand- und Explosionsschutz beim TÜV-Verband. Fehlerhafte Installationen könnten Brände oder Stromschläge verursachen.
Hybridwechselrichter und Speicher als Kernkomponenten
Zentrales Element ist ein spezieller Hybridwechselrichter. Er trennt das Hausnetz vom öffentlichen Stromnetz und übernimmt das Energiemanagement. Für eine zumindest zeitweise autarke Versorgung ist zudem ein Stromspeicher notwendig.
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Die Schwarzstart-Funktion stellt sicher, dass das System auch ohne Netzspannung starten kann. Wie lange die Versorgung reicht, hängt von der Speichergröße, der Leistung des Wechselrichters, dem Verbrauch und der Jahreszeit ab.
Balkonkraftwerke überbrücken einige Stunden
Auch Balkonkraftwerke lassen sich für den Notstrombetrieb nutzen. Dafür brauchen Betreiber eine sogenannte Powerstation, die Batterie, Wechselrichter und Stromanschlüsse integriert. „Die Stromversorgung erfolgt dann nicht über die Haussteckdosen, sondern über separate Anschlüsse an der Powerstation", sagt Dinkler.
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Kleinere Speicher mit rund 300 Wattstunden und 300 Watt Leistung überbrücken einige Stunden und kosten ab etwa 300 Euro. Bei Sonnenschein könne die Solaranlage den Speicher tagsüber nachladen.
Dachanlagen versorgen teils auch Heizsystem
Größere Dachanlagen arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip. Übliche Speichergrößen von fünf bis zehn Kilowattstunden können Kleingeräte und einen Kühlschrank für etwa 8 bis 24 Stunden betreiben. Gas-, Öl- oder Pelletheizungen lassen sich laut Dinkler ein bis zwei Tage im Notbetrieb versorgen. Dafür seien Speicher ab 15 bis 20 kWh nötig. „Wärmepumpen im Blackout zu betreiben, erfordert große Speicher und leistungsfähige Wechselrichter. Das ist technisch machbar, aber teuer", erklärt Dinkler.
300 Tipps: Autark mit Solarstrom
Der TÜV-Verband rät, die Notstromversorgung von einem Fachbetrieb planen und installieren zu lassen. Die Nachrüstung bestehender Anlagen sei grundsätzlich möglich, aber aufwendig. Notstromlösungen unterliegen unter anderem den VDE-Normen für sicheren Netzanschluss und Schutzmaßnahmen. Betreiber sollten daher bei der Auswahl der Komponenten auf Prüfzeichen unabhängiger Prüforganisationen achten. (nhp)