Während Febesol auf Wachstumskurs ist, geraten viele Solarteure ins Straucheln. Besonders mittelgroße Betriebe im Endkundensegment kämpfen ums Überleben. Nach den Goldgräberjahren steigen die Insolvenzen seit 2023 rasant an. „Neben einer Normalisierung der Nachfrage bedingt durch Abbau der Vorzieheffekte sowie niedrigere Energiepreise ist ein erhöhter Wettbewerb durch neue Konkurrenz aus Dachdecker- und Elektrofachbetrieben zu beobachten”, analysiert Marktbeobachter Christian von Staudt. „Folglich muss sich der Installationssektor anpassen und in Vertrieb als auch in effizientere Prozesse (Digitalisierung) investieren.”
Probieren geht über Studieren
Während viele über Digitalisierung und schlanke Prozesse diskutieren, packte der Zimmermann Daniel Fellhauer die Sache praktisch an. Er optimierte die Abläufe aus Sicht der Monteure – mit beeindruckendem Erfolg: Sein Unternehmen Febesol wuchs in nur vier Jahren von 15 auf rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Fellhauer denkt allerdings viel weiter. Im Mai 2024 wurde der Betrieb in die Unternehmensgruppe von Thermondo übernommen – ein strategischer Schritt für weiteres Wachstum und neue Marktchancen. Fellhauer ist seitdem nicht nur Gründer und Geschäftsführer von Febesol, sondern bei Thermondo auch für die Transformation zuständig. Er versteht die Digitalisierung als Kompass und Treiber des Erfolgs.
Management, Organisation und Zahlen liegen dem gelernten Zimmermann im Blut. Sein Ziel? Wachstum und anhaltende Profitabilität. Der Weg verlief natürlich nicht ohne Stolpersteine. Ein zentrales Hindernis war, dass es auf der Baustelle oftmals nicht so rund lief, wenn Fellhauer nicht selbst auf dem Dach stand.
Hürden überwinden
Sein Betrieb funktionierte anfangs nach klassischer Methode: Aufträge wurden auf Papier gedruckt und in Projektfolien ans Team verteilt. Die Dokumentation erfolgte über eine Digitalkamera, deren Fotos den eingescannten Auftragsdokumenten zugeordnet wurden. Als Chef musste er alles persönlich steuern.
Das hat in einem kleinen Team gut funktioniert. Doch spätestens bei 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird diese Arbeitsweise unübersichtlich. Die Administration nahm zu viel Zeit in Anspruch, die auf dem Dach oder fürs Kundengespräch fehlte.
2017 führte Fellhauer in seinem Betrieb erstmalig eine Software für das Field-Service-Management ein. Sie sollte helfen, die Aufträge besser zu verwalten. Doch erwies sich dieser Schritt als Reinfall: zu kompliziert, zu unflexibel, kein echter Gewinn. Fellhauer ließ sich nicht entmutigen.
Anstatt sich mit schlechter Software herumzuschlagen, zog er die Reißleine, kehrte vorerst zurück zu Papier und Folien. Die Suche nach einer passenden Software, um den Betrieb zu digitalisieren, begann von vorn.
Im Feld entwickelt
2018 stieß er auf MFR, eine speziell für Field-Service-Management im Handwerk entwickelte Software und App. Sie war flexibel genug, um die Abläufe abzubilden, und in der Bedienung so einfach, wie es das Team brauchte.
Damit konnte er die Prozesse so klar und einfach machen, dass Fehler quasi unmöglich wurden. Also Standardisierung, sodass alle Prozesse stets gleich ablaufen. Damit wird es beispielsweise auch für Quereinsteiger leicht, sich schnell und sicher in die Abläufe des Betriebs einzuarbeiten. Dass die Software nicht im Elfenbeinturm entwickelt wurde, sondern im Feld, im Einsatz und im echten Leben, macht für ihn den entscheidenden Unterschied.
Mit Volldampf voraus
Innerhalb kürzester Zeit wurden die Abläufe vom Angebot bis zur Rechnungslegung schlank und effizient gestaltet. Der Betrieb funktionierte reibungslos – auch ohne Papier. So wurde die Software zum Vorteil im harten Wettbewerb, das Unternehmen konnte wachsen.
Die Skalierung auf heute 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte nur auf der stabilen Grundlage aus klaren Abläufen und durchdachter Digitalisierung reibungslos funktionieren.
Einfach, flexibel, vernetzt
Effizienz ist kein Zufall – das zeigt das Beispiel Febesol. Das Unternehmen definiert alle Abläufe zentral über ein leistungsstarkes Prozessmanagement. Im Alltagsgeschäft bildet MFR den Dreh- und Angelpunkt. Von der Anfrage bis zur Abrechnung läuft alles digital.
Die Integration mit der Plattform Zapier ermöglicht es dem Betrieb, bei Bedarf weitere Anwendungen für die tägliche Arbeit über einfach zu definierende Workflows einzubinden (sogenannte Zaps). Die klaren, flexiblen Prozesse entlasten Management und Team. Die modulare Software passt sich perfekt den Anforderungen des Betriebs an.
Ablauf eines Auftrags
Die Krise trennt die Spreu vom Weizen – davon ist Daniel Fellhauer überzeugt. Die Auftragslage bleibt in der Solarbranche trotz der Verschiebungen stark.
Febesol wächst weiter: 2025 soll sich die Zahl der Aufträge fast verdoppeln: von 1.600 auf 3.000. Dabei stehen hohe Qualität und Zufriedenheit der Kunden im Mittelpunkt. Das klappt nur, weil sie ihre Prozesse perfekt beherrschen, klare Absprachen mit den Kunden treffen und diese zuverlässig einhalten.

Foto: Febesol

Foto: MFR/Simplias

Foto: MFR/Simplias