Ein Solarmodul, das sich mehrere Meter über einem Parkplatz befindet, muss lange halten. Denn es lässt sich nicht so einfach austauschen, wie ein Modul auf dem Dach. Das gilt nicht nur, wenn die Solarpaneele die Dachhaut selbst bilden, sondern auch bei der Installation von Modulen auf Trapez- oder Stehfalzblechen. Denn bei einem Austausch müssen die Handwerker mit einem Hubsteiger auf den Carport klettern. Zudem muss in einem solchen Fall ein Teil des Parkplatzes gesperrt werden, was die Kosten in die Höhe treibt.
Andere Folien nutzen
Die Experten von Solitek weisen in diesem Zusammenhang auf ein besonderes Detail hin, das bei Projektieren und Investoren nicht im Vordergrund steht: das Vergussmaterial, das die Zellen des Moduls zwischen den Glasschichten einschließt. In den meisten Solarmodulen wird hierzu Ethylen-Vinylacetat (EVA) genutzt. Die Alterung unter Einwirkung von Hitze und Feuchtigkeit könne jedoch zur Bildung von Essigsäure führen, was zu Korrosion und potenzialinduzierter Degradation (PID) beitrage, erklären sie den Zusammenhang. Sie verweisen dazu auf Forschungs- und Entwicklungstests der PVPS Task 13 der Internationalen Energieagentur (IEA).
Bei Solitek plädiert man deshalb für Verkapselungsmaterialien auf Basis von Polyolefin-Elastomer (POE). Denn diese vermeiden den Abbaumechanismus durch Essigsäure bei Korrosion und weisen nach Angaben des Unternehmens eine verbesserte PID-Beständigkeit auf.
Hinweise in Datenblättern beachten
Deshalb sollten Planer darauf achten, dass sie auf Carports abgestimmte Solarmodule verwenden, raten die Experten. Diese unterschieden sich von den Standardprodukten für Dachinstallationen. Die entsprechenden Hinweise finden die Planer und Investoren in den Datenblättern der Modulhersteller, wobei sie primär auf die Angaben zu den Einkapselungsfolien achten sollten, raten die Fachexperten des litauischen Herstellers. Zudem raten sie, die Kosten für einen eventuellen Modultausch als festen Bestandteil der Investitionssumme einzukalkulieren. Aufgrund des höheren Aufwands und des Nutzungsausfalls ist dies noch wichtiger als bei Dachanlagen.
Solarcarports: teure Irrtümer vermeiden
Solar Investors Guide: Parkplätze und Parkhäuser solarisieren
Für den Bau von solaren Parkplatzüberdachungen sind auch passende Unterkonstruktionen wichtig. Worauf Sie dabei achten sollten, finden Sie in einem Report in der nächsten Ausgabe der photovoltaik. Diese erscheint am 16. September 2026. Falls Sie noch kein Abo haben, können Sie hier reinschuppern. (su)