Solare Parkplatzüberdachungen gewinnen in Deutschland und ganz Europa an Bedeutung. Laut einer aktuellen Studie von Fortune Business Insights wird der weltweite Markt für Solarcarports bis 2034 auf umgerechnet rund 854 Millionen Euro pro Jahr anwachsen. Für das vergangene Jahr schätzen Marktforscher den Umsatz auf rund 454 Millionen Euro, im Jahr 2026 sollen es bereits rund 499 Millionen Euro sein – das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8,2 Prozent im Prognosezeitraum. Europa hatte im vergangenen Jahr mit rund 46 Prozent die führende Position im globalen Markt.
Auffällig dabei: Die Zahl der Anbieter wächst derzeit schneller als der Gesamtmarkt. Die meisten Unternehmen sind erst in den vergangenen ein bis drei Jahren in das Segment eingestiegen. In Deutschland hat zudem ein regulatorischer Engpass lange gebremst: Solarmodule für Überkopfverglasungen benötigen eine bauaufsichtliche Zulassung. Nachdem inzwischen einige gerahmte Module vom DIBt zertifiziert wurden, lassen sich kostengünstigere Lösungen mit wasserdichtem Rahmensystem realisieren – anstelle des zuvor erforderlichen Unterdachs aus Stahlblech.
Smart planen mit Speicher
Als wesentlichen Treiber nennen die Marktforscher die zunehmende Integration intelligenter Ladetechnologien und netzgekoppelter Systeme. Vernetzte Energiemanagementsysteme ermöglichen eine Echtzeitüberwachung und gleichzeitig eine Lastverteilung. Zudem bietet sich meist eine Kopplung mit einem Batteriespeichersystem an: Tagsüber erzeugte überschüssige Solarenergie lässt sich so speichern und bei Lastspitzen oder Stromausfällen als Notstrom bereitstellen – ein Beitrag zur Netzstabilität, der die Wirtschaftlichkeit von Solarcarports zusätzlich verbessert. Vor dem Hintergrund weiter zunehmender E-Mobilität und ehrgeiziger CO₂-Ziele werden Solarcarports immer mehr zum Bindeglied zwischen Solarstromerzeugung und Ladeinfrastruktur.
Insbesondere größere Parkflächen rücken immer stärker in den Fokus als geeignete Photovoltaikstandorte. Doch die Erfahrung aus mehr als 100 realisierten Projekten zeigt: Die Praxis ist meist komplexer als erwartet – vor allem bei der mechanischen Planung. Entscheidend für den Projekterfolg sind Tragwerk, Fundament, Layout sowie Sicherheitsmaßnahmen. Genau hier entstehen die meisten Kosten- und Zeitrisiken. Diese sechs Planungsfehler tauchen dabei besonders häufig auf.
Einzelkonstruktion statt System
Viele Projekte werden bis ins Detail neu konstruiert, obwohl ein Großteil der Anforderungen immer wiederkehrend ist. Das Ergebnis: höherer Aufwand in Planung, Fertigung und Montage – und damit längere Projektlaufzeiten und eine höhere Fehleranfälligkeit. Modulare Systemlösungen, die standardisierte Komponenten mit projektspezifischer Anpassung kombinieren, reduzieren diese Risiken erheblich.
Erfahrungsgemäß ist jedes Projekt individuell, bedingt durch unterschiedliche Layouts, statische Anforderungen sowie Wind- und Schneelasten. Hinzu kommen geotechnische Bedingungen, die erst nach einem Bodengutachten bekannt sind, sowie Kundenerwartungen an Design, Funktionalität und Qualität. Wer mit modularen Standardlösungen einsteigt und die endgültige Konfiguration an die Gegebenheiten des jeweiligen Parkplatzes anpasst, gewinnt Planungssicherheit ohne Verlust an Flexibilität. (nhp, gekürzt)
Dieser Report erschien im Juniheft der photovoltaik. Wir haben ihn hier für Sie freigestellt, damit Sie ihn in voller Länge lesen können.
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Der Autor:
Ole Gregersen ist Gründer und Geschäftsführer von Bluetop Solar Parking. Unter seiner Leitung liefert das 2014 gegründete Unternehmen heute Solarcarport-Projekte in zahlreiche Länder.