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Bundesweite Solarpflicht kann Weg für Gemeinschaftsanlagen ebnen

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz wird auch eine bundesweite Solarpflicht eingeführt. In Paragraph 106 des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist festgelegt, dass neue Gebäude so zu planen sind, dass der kosteneffiziente Bau einer Solaranlage möglich gemacht wird. Auf neuen, öffentlichen Nichtwohngebäuden und auf Gewerbegebäuden mit einer Nutzfläche von mehr als 250 Quadratmetern muss ab 1. Januar 2027 eine Solaranlage gebaut werden. Für Bestandsgebäude tritt diese Solarpflicht ab 1. Januar 2028 in Kraft. Voraussetzung bei öffentlichen Gebäuden ist eine Nutzfläche von mehr als 2.000 Quadratmetern und bei Gewerbegebäuden eine Nutzfläche von mindestens 500 Quadratmetern.

Dimension der Solaranlage wird zum Planungsgegenstand

Ab 1. Januar 2030 tritt die Solarpflicht neben neuen Parkplätzen auch für neue Wohngebäude in Kraft. Bestandsgebäude bleiben von der Solarpflicht zwar verschont. Dennoch werden immer mehr Häuser mit Solaranlagen bebaut, um die Stromkosten zu stabilisieren.

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Diese bundesweite Solarpflicht ist zwar kein grundlegender Paradigmenwechsel. Schließlich bestehen in den Bundesländern teilweise sogar schärfere Vorschriften. Mit der Einführung einer bundesweiten Solarpflicht stellt sich aber für Projektentwickler und Wohnungsunternehmen grundsätzlich immer weniger die Frage, ob eine Photovoltaikanlage installiert wird. Die Frage ist vielmehr, wie sie dimensioniert ist und der erzeugte Strom anschließend sinnvoll im Gebäude genutzt wird.

Photovoltaik von Anfang an berücksichtigen

Die allgemeine Solarpflicht ist zudem ein klares Zeichen für die Gebäudeplaner und Bauherren, dass die Photovoltaik von vornherein mitgedacht werden muss. Das ist wichtig. „Denn aus unserer täglichen Arbeit zeigt sich, dass Photovoltaik für viele Projektentwickler noch kein Standardprozess ist“, weiß Julius Pahmeier, Geschäftsführer von Vrey, einem Systemanbieter für Mehrfamilienhäuser und Projektierer von gemeinschaftlichen Gebäudeanlagen. „Dabei müssen technische und wirtschaftliche Fragen frühzeitig zusammengedacht werden“, betont er.

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So gehe es technisch etwa darum, die verschiedenen Gewerke aufeinander abzustimmen. Außerdem müssten bereits in der Planung Themen wie Zählerstruktur, Wärmepumpe oder Wallboxen berücksichtigt werden. „Wirtschaftlich stellt sich vor allem die Frage, wie groß die Anlage im Hinblick auf den erwarteten Verbrauch im Gebäude sinnvoll dimensioniert werden sollte“, sagt Julius Pahmeier.

Versorgungskonzept früh erstellen

Er rät deshalb, nicht nur die eigentliche Solaranlage, sondern auch das spätere Versorgungskonzept von Anfang an in die Planung einfließen zu lassen. „Wer lediglich die Mindestanforderungen erfüllt und den Solarstrom beispielsweise nur für den Allgemeinstrom nutzt, schöpft das wirtschaftliche Potenzial der Anlage häufig nicht aus“, erklärt der Vrey-Chef. „Ein großer Teil des erzeugten Stroms wird dann ins Netz eingespeist, was angesichts sinkender Einspeisevergütungen ohnehin immer unattraktiver wird.“

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Doch mit einer gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung könne der Strom direkt von den Bewohnern im Gebäude genutzt werden. „Das erhöht den lokalen Verbrauch und beeinflusst damit auch die wirtschaftlich sinnvolle Dimensionierung der Anlage“, zählt Pahmeier die Vorteile auf. „Entscheidend ist dabei, dass der Aufwand bei diesem Modell minimal bleibt. Aus unserer Praxiserfahrung ist genau das für Projektentwickler und Bauträger ein wichtiger Faktor.“

Partner ins Boot holen

Der Aufwand bleibt aber unter anderem gering, wenn Projektentwickler diese Fragen früh berücksichtigen. Denn dann lassen sich die notwendigen Abläufe in die Planung integrieren. „Gerade weil die Umsetzung von Photovoltaikanlagen für viele Projektentwickler noch kein routinierter Standardprozess ist, können erfahrene Partner dabei unterstützen, technische und wirtschaftliche Anforderungen von Beginn an zusammenzuführen und klare Abläufe festzulegen“, rät Pahmeier. „Sind diese einmal etabliert, lassen sie sich auch auf weitere Projekte übertragen und zu einem Regelprozess entwickeln“, sagt er. (su)