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Autarkie

Energie im Pool versenkt

Weg vom Öl, in diesen Zeiten zählt wieder jeder Liter und jede Kilowattstunde. So wie es einst der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ausgerufen hatte. Seine Nachfolgerin Katherina Reiche (CDU) mag das anders sehen – sie präferiert fossile Energiequellen und deren Lobbygruppen. Bei den derzeitigen Kriegen in Nahost ist das jedoch keine gute Idee.

Der Mutterkonzern Eon ihres ehemaligen Arbeitgebers Westnetz bestätigt nun, dass die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen durch die Decke schießt – oder eben explodiert. Die Kunden suchen nach Wegen, sich von Energiepreisschwankungen unabhängiger zu machen. Ein schönes Vorzeigeprojekt gibt es im niedersächsischen Maschen, südlich von Hamburg. Hier befindet sich – nur nebenbei – auch der größte Rangierbahnhof Europas. Installateure des Betriebs „Wärme aus der Natur Niemann“ haben nun bei einem Einfamilienhaus 44 gedämmte PVT-Hybridkollektoren von TWL Technologie installiert.

Schwimmbad als Megaspeicher

Der Vorteil: Diese Kollektoren erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Die thermische Energie wird aus einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 18 Kilowatt nutzbar gemacht. Den Solarstrom nutzen die Bewohner zur Eigenversorgung oder speichern ihn in einem Batteriespeicher mit 90 Kilowattstunden Kapazität. Die bisherige Ölheizung wird so überflüssig.

Eine Besonderheit des Systems ist die Doppelnutzung des hauseigenen Schwimmbads. Von März bis Oktober halten die Kollektoren das Becken auf 30 Grad Celsius. Im Sommer liefern die PVT-Kollektoren nach Herstellerangaben Soletemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius. Die thermische Energie wird dann direkt über einen Wärmetauscher ins Beckenwasser übertragen. In den Übergangszeiten hebt die Wärmepumpe das Temperaturniveau an.

Außerhalb der Badesaison nutzt das autarke Energiesystem das Becken mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Litern als saisonalen Wärmespeicher. Die Wärmepumpe entzieht dem Becken die im Sommer und Herbst eingespeiste Wärme.

Dadurch stehen in der Heizsaison laut TWL lange Zeit hohe Quelltemperaturen zur Verfügung. Das verbessert den COP-Wert der Wärmepumpe. Selbst im Winter können die gedämmten PVT-Kollektoren Soletemperaturen von bis zu 15 Grad Celsius über den Plattenwärmetauscher ins Schwimmbecken abgeben.

Scheitholzkessel hilft bei Spitzenlasten

Das System ist bivalent ausgeführt. Ein Scheitholzkessel ergänzt die Wärmepumpe und liefert bei Bedarf zusätzliche Heizleistung. „Dadurch entsteht eine robuste und nachhaltige Kombination aus erneuerbaren Energiequellen und regional verfügbarem Brennstoff“, sagt Christian Holst, Produktmanager PVT bei TWL. Das Energiemanagement ist zudem in die Steuerung der Wärmepumpe des Herstellers M-Tec integriert.

Das Projekt kombiniert smarte solare Wärme und Strom mit Wärmepumpe, Holzkessel, Batteriespeicher und einem Schwimmbad. Gut, Letzteres hat nicht jeder im Garten. Dennoch ist Maschen nun um eine Attraktion reicher. Ob das Katherina Reiche überzeugt?

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