Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Solar Solutions – Erfolgreicher Auftakt in Wien

Die Solar Solutions in Wien ist erfolgreich gestartet. Mehr als 100 Aussteller zeigen ihre Produkte und Lösungen für die solare Energiewende im Austria Center Vienna. Die Messehallen sind gut gefüllt. Viele Fachhandwerker sind zur Messe gekommen, um mit den Herstellern ins Gespräch zu kommen und sich über neue Lösungen zu informieren, die von ihren Kunden nachgefragt werden.

Auf der Messe ist die komplette Palette der für die solare Energiewende notwendigen Produkte und Lösungen zu sehen. Vom Montagesystem für die Photovoltaik inklusive Kabelmanagement über innovative und neue Solarmodule bis zu Speichern, Energiemanagementsystemen und Anwendungen für die solarelektrische Wärmeversorgung. Großhändler präsentieren ihr Portfolio und ihre Serviceangebote, auf die Handwerker zurückgreifen können, um die Anforderungen ihrer Kunden zu erfüllen.

Verpassen Sie keine wichtige Information rund um die solare Energiewende! Abonnieren Sie dazu einfach unseren kostenlosen Newsletter.

Zubau nimmt wieder Fahrt auf

Die Messe kommt zum richtigen Zeitpunkt. Denn gerade nimmt der Markt in Österreich wieder Fahrt auf, wie Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria, in ihrem Eröffnungsvortrag auf der Seminar-Area der Messe bestätigt. „Wir sehen wieder einen Nachfrageanstieg von rund 30 Prozent“, sagt sie. „Das ist erfreulich. Ich finde es aber problematisch, dass die Hauseigentümer und Gewerbetreibenden erst an die Solaranlagen denken, wenn es Krieg gibt. Es ist uns aber nicht gelungen, aus der letzten Krise zu lernen.“ Mit diesem Anstieg rechnet sie mit einem Ausbau für 2026 von rund zwei Gigawatt. „Die Steigerungen sind über alle Segmente spürbar. Prognosen sind aber sehr schwierig, weil die Regierung nicht zuverlässig und alles nicht planbar ist“, sagt sie mit Blick auf die kurzfristigen Änderungen der Bundesregierung.

Mehr Sonnenstrom für den Winter

Mit den derzeit installierten rund zehn Gigawatt Solarstromleistung produziert Österreich rund 15 Prozent seines Stroms. Die Experten von PV Austria haben es sich angeschaut: Selbst in der ersten Aprilwoche – also nicht im sonnigen Hochsommer – reicht die Solarstromproduktion aus, um 16 Prozent des Bedarfs in der Alpenrepublik zu decken. Das zeigt, dass selbst im Frühjahr die Anlagen ein zentraler Teil der Stromversorgung sind. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie wir mehr Solarstrom im Winter produzieren“, sagt Vera Immitzer. In der engeren Auswahl sind vertikale Anlagen etwa an Fassaden und Anlagen in den Alpen über der Nebelgrenze.

300 Tipps: Autark mit Solarstrom

Einspeiserecht vs. Netzgebühr für Sonnenstrom

Vera Immitzer hat die aktuellen und künftigen Regeln für den weiteren Ausbau der Photovoltaik – und damit der Energiewende – umrissen. Hier gibt es Licht und Schatten. Einerseits hat PV Austria bei den Verhandlungen zum Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) auf das Recht auf Einspeisung von Solarstrom bestanden. Das ist auch gelungen. Jeder Betreiber von Anlagen mit einer Leistung von 15 Kilowatt darf ins Netz einspeisen. Für Anlagen darüber hinaus gilt dieses Recht bis 70 Prozent der Anlagenleistung.

Österreich: Award für integrierte Photovoltaik gestartet

Andererseits müssen die Betreiber von neuen Anlagen mit einer Leistung von mehr als 20 Kilowatt in Zukunft für die Einspeisung von Überschussstrom ein Netzentgelt bezahlen – 0,05 Cent pro Kilowattstunde werden fällig. „Wir haben versucht, das zu verhindern, aber immerhin ist uns mit dieser geringen Höhe ein Teilkompromiss gelungen“, betont Vera Immitzer. Doch genau dies kann mit den neuen Möglichkeiten des direkten Handels des Solarstroms mit den Nachbarn verhindert werden.

Virtuelle Zählpunkte für Hybridanlagen

Zudem dürfen die Netzbetreiber die neuen Anlagen in Zukunft entschädigungslos abregeln. Zwar ist auch hier der Willkür der Netzbetreiber Grenzen gesetzt. Denn sie dürfen die Anlagen nur so steuern, wie es für den sicheren Netzbetrieb notwendig ist. Ansonsten müssen sie Entschädigungen zahlen, was wiederum vorher vertraglich festgelegt werden muss.

Neu eingeführt werden virtuelle Zählpunkte. „Das ist wichtig für die Kopplung von Photovoltaik und Wind und noch mehr für die Kopplung von Batterien und Solaranlage“, erklärt Vera Immitzer. Auch beim Netzzugang gibt es mehr Transparenz: Netzbetreiber müssen verfügbare Kapazitäten künftig auch auf unteren Netzebenen ausweisen.

Förderregime wird ab 2027 geändert

Sie hat aber auch die aktuellen Änderungen beschrieben. So wird es für Freiflächenanlagen und Batteriespeicher neue Brandschutznormen geben. Außerdem wird derzeit noch das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz (EABG) überarbeitet. Dann werden sich unter anderem die Förderbedingungen ändern. Die Einmalförderung soll künftig auf eine Art Ausschreibung umgestellt werden. Dann werden Anlagen je nach Förderbedarf gelistet. Zudem werden in Zukunft kleine Anlagen mit einer Leistung von 20 Kilowatt nur noch mit Speicher gefördert.

Österreich: Mehr Solarstrom und Speicher sorgen für Unabhängigkeit der Energieversorgung

Das sollte aber keine Hürde sein. Denn nach Angaben von PV Austria werden ohnehin rund 90 Prozent der Solaranlagen mit Speicher gebaut. Der Verband schätzt die derzeit installierte Speicherleistung auf rund zwei Gigawatt. Davon wurde etwa ein Gigawatt allein im vergangenen Jahr zugebaut.

Die neuen Förderregeln werden ab Mitte 2027 gelten. Dann wird es aber auch eine separate Speicherförderung geben, mit der die Integration von Batterien in Bestandsanlagen unterstützt wird. „Hier müssen noch Regelungen entwickelt werden, wie die Batterien netzdienlich gesteuert werden“, erklärt die PV-Austria-Chefin. Hier wird sicherlich auch die geplante Regelung eine Rolle spielen, dass die Anlagenbetreiber dann bei negativen Strompreisen an der Börse ab der ersten Viertelstunde keine Vergütung mehr bekommen. Damit sollen Anlagenbetreiber stärker auf Marktsignale reagieren.

Genehmigungen werden vereinfacht

Vereinfachungen soll es im Genehmigungsprozess geben. So werden Dachanlagen künftig vollständig von der Anzeigepflicht befreit – unabhängig von der Größe. „Das ist eine wesentliche Beschleunigung“, betont Vera Immitzer. Freiflächenanlagen bleiben bis 0,5 Hektar genehmigungsfrei. Über die OIB-Richtlinien wird zudem schrittweise eine Solarpflicht eingeführt. PV Austria versucht, diese noch nachzuschärfen. (su)