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20 Gigawatt mehr Leistung durch Kombination von Solarparks mit vertikalen Anlagen möglich

Der weitere Ausbau der Photovoltaik steht vor einer entscheidenden Hürde: begrenzte Netzanschlusskapazitäten. Das wird sich so schnell nicht ändern. Deshalb ist für die Beschleunigung des Ausbaus die optimale Auslastung der bestehenden Netze entscheidend. Der Projektierer Next2Sun sieht eine Möglichkeit darin, bestehende Solarparks mit vertikal aufgeständerten Modulen zu kombinieren. Dadurch sei eine Überbauung von Netzanschlüssen bestehender Südanlagen möglich.

Vorhandene Infrastruktur optimal nutzen

Denn die südaufgeständerten Anlagen produzieren ihren Strom hauptsächlich in den Mittagsstunden. Die Netzanschlüsse sind auf diese maximale Produktion ausgelegt. Die vertikalen Anlagen würden die Netzanschlüsse aber vor allem in den Stunden vorher und nachher nutzen. Durch die Kombination beider Technologien werde das Einspeiseprofil deutlich verbreitert und zeitlich entzerrt. „Die Überbauung ist einer der effektivsten Hebel, um zusätzliche Erzeugung zu realisieren und gleichzeitig vorhandene Infrastruktur optimal auszulasten“, erklärt Heiko Hildebrandt, Geschäftsführer von Next2Sun. „Nicht jede zusätzliche Solaranlage belastet das Netz gleichermaßen – entscheidend ist, wann der Strom eingespeist wird“, betont er.

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60 Prozent mehr Leistung am Netzanschluss möglich

Die Integration vertikaler Photovoltaik in bestehende Solarparks eröffne erhebliche Potenziale. Laut Next2Sun könnte die angeschlossene Photovoltaikleistung um rund 60 Prozent ohne signifikante Abregelungsverluste gesteigert werden. Durch Überbauung könnten so bis zu 20 Gigawatt zusätzliche Erzeugungskapazität an bestehende Anschlusspunkte angebunden werden, ohne neue Netzinfrastruktur errichten zu müssen, haben die Experten von Next2Sun ausgerechnet.

Mehr Gewinne für eingespeisten Strom erwirtschaften

Doch es ist nicht nur die effizientere Nutzung der Netze. Es ergeben sich auch klare wirtschaftliche Vorteile. Denn durch die Nutzung vorhandener Netzanschlüsse und Infrastruktur lassen sich nach Angaben des Projektierer zwischen zehn und 15 Prozent der Kosten einsparen. Gleichzeitig verändert sich die Erlösstruktur. Schließlich produzieren die vertikalen Anlagen den Strom verstärkt in Zeitfenstern mit höheren Marktpreisen.
Daraus ergeben sich klare Vorteile bei der Vermarktung des Stroms im Vergleich zu konventionellen Anlagen. Next2Sun geht hier von einem um 87 Prozent höheren Marktwert aus. Dies haben die Planer des Unternehmens auf Basis der Marktwerte für Solarstrom in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ausgerechnet.

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Kombination mit Agri-PV

Die Vorteile ergeben sich nicht nur bei Solarparks auf konventionellen Flächen. Die Doppelnutzung durch Agri-PV erweitert dabei die Zahl der potenziellen Flächen. So könnten in der Nähe von bestehenden Freiflächenanlagen landwirtschaftliche Flächen mit vertikalen Solaranlagen bebaut werden. Diese wiederum speisen ihren Strom über den bestehenden Netzanschluss des herkömmlichen Solarparks in der Nachbarschaft ein.

Next2Sun wird sein Konzept der Kombination als einen Schwerpunkt auf der Smarter E Europa am Stand A4.140 vorstellen. (su)