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Flachdach

Weniger Teile, mehr Tempo

Es ist viel passiert in den vergangenen Jahren bei den Montagesystemen für Flachdachanlagen. Viele neue Segmente wurden eingeführt. Inzwischen geht es vielfach um Details, um den Handwerkern die Arbeit auf dem Dach zu erleichtern. Das ist auch notwendig. Denn im Bereich der gewerblichen und industriellen Dachanlagen merken die Hersteller der Unterkonstruktionen wieder eine Belebung.

Diese ist unter anderem getrieben durch die derzeit hohen Energiekosten. Die Gewerbetreibenden und Industriebetriebe reagieren mit der Erzeugung eigenen Solarstroms und der Stromvermarktung auf die Unsicherheiten am Energiemarkt. Damit entwickelt sich dieser Bereich entgegengesetzt zum Markt für Solaranlagen auf Eigenheimdächern.

Reaktion auf neue Modulgrößen

Doch im Gewerbe setzt die Preissensitivität der Kunden die Hersteller von Montagesystemen weiterhin unter Druck. Geschwindigkeit und einfache Systeme, die auf die neuen Herausforderungen aus dem Modulmarkt eingehen, müssen die Anbieter der Unterkonstruktionen abdecken. So wird die Ernst Schweizer AG (A5.540) ein Update für ihr Flachdachsystem MSP auf der diesjährigen Intersolar in München zeigen. „Ziel ist, auch Anlagen auf schwierig belegbaren Dächern mit unseren Unterkonstruktionen effizient errichten zu können“, betont Victor Stenz, Produktmanager Solarsysteme bei der Ernst Schweizer AG. „Einfach, schnell und sicher sind die Punkte, die wir dabei im Fokus haben.“

Unter anderem geht das Unternehmen auf die veränderten Modulgrößen ein, die in den vergangenen Jahren eingeführt wurden. Damit die Handwerker diese installieren können, hat Ernst Schweizer die Modulstützen verlängert. „Damit können wir wieder die Standardmodule mit zehn Grad Neigung einbauen“, sagt Victor Lenz.

Kabelmanagement verbessert

Zudem hat Ernst Schweizer das Kabelmanagement verbessert. Der Handwerker hat jetzt drei Optionen. Neben dem bewährten Befestigungsbinder kann er einen neuen Kabelhalterclip verwenden, der einfach und schnell am Stützfuß montiert wird. Zusätzlich gibt es noch den Verbindungsschienenclip, mit dem herstellerunabhängig Kabelkanäle an das Montagesystem angeschraubt werden können. „Auch über den Optimierer haben wir uns Gedanken gemacht und ein Klammerhaltesystem entwickelt“, sagt Victor Lenz. Es wird an den Stützfuß geklickt, und der Handwerker kann den Optimierer einlegen.

Zusätzlich gibt es noch eine neue Ballastfixierung, die zwischen zwei benachbarten Stützen montiert wird. „Damit sind die Ballaststeine in Längs- und Querrichtung gegen Verschieben gesichert“, erklärt der Produktmanager von Ernst Schweizer. „Wir haben eine Lösung angestrebt, die für unsere Partner einfach zu handhaben ist. Im Kern setzen wir das um, was sie sich gewünscht hatten – und lassen weg, was nicht verlangt ­wurde.“

Um die schnelle Montage geht es auch bei SL Rack (A6.490). Das Unternehmen hat sein bewährtes System Fast Flat für Flachdächer weiter optimiert. „Es wird von den Handwerkern hervorragend angenommen, weil es sehr schnell zu montieren ist und logistisch überzeugt: 100 Kilowatt passen fast auf eine Europalette“, erklärt Ludwig Schletter, Geschäftsführer von SL Rack. „Das verringert den notwendigen Lagerplatz.“

Alle Komponenten entgratet

Für Kiesdächer hat SL Rack spezielle Füße entwickelt, die das System über die Kiesschicht hinaus anheben und den Druck in die Unterkonstruktion leiten. Auch die Anbindung an die Dachhaut über Stockschrauben oder ähnliche Befestigungen hat SL Rack für höhere Windlasten weiterentwickelt. „Generell ist es unsere Philosophie, mit möglichst wenigen Teilen auszukommen“, betont Ludwig Schletter. „Zudem haben wir einen hohen Grad an Vormontage erreicht. Außerdem sind alle Teile entgratet, sodass der Handwerker sie greifen kann, ohne sich zu verletzen.“ Das klingt nach einem Detail, ist aber nicht selbstverständlich und hat direkte Auswirkungen auf die Arbeitsgeschwindigkeit und die Gesundheit der Monteure.

Ballastfreie Montage

Die ganzheitliche Installationslösung steht auch bei OBO Bettermann (A6.470) im Mittelpunkt. Das heißt, es geht nicht allein nur um das Montagesystem, sondern auch um das Kabelmanagement sowie den Blitz- und Brandschutz. Das gilt für alle Segmente, die OBO Bettermann bedient: Steildächer, Industrie- und Gewerbedächer und die Freifläche.

Auf der Intersolar präsentiert OBO Bettermann das neue ballastfreie Montagesystem Magiv PV Flat Glue sowie eine Erweiterung des ballastierten Flachdachsystems Magic PV Flat Basic. Die ballastfreie Lösung besteht aus einem universellen Standfuß, der auf der Dachfläche fixiert wird. Daran kann die Solaranlage angebracht werden. Auf diese Weise lassen sich auch Generatoren auf leicht geneigten Dächern realisieren. Der Magic PV Flat Glue ist auf Bitumeneindeckungen bis fünf Grad und auf Kunststofffolien sogar bis acht Grad anwendbar. Die Installation der Solaranlage erfolgt dabei dachparallel.

Mit dem Ansatz seiner Magic-Systeme setzt OBO Bettermann auf eine möglichst vollständig schrauben- und werkzeuglose Installation aller Komponenten. „Dadurch ist nicht nur die Einfachheit der Systeme gewährleistet, sondern auch eine Senkung der Montagezeit möglich“, weiß Nils Palzhoff, Produktmanager bei OBO Bettermann. „Denn das ist in der Regel der ausschlaggebende Kostenfaktor, da der Fachkräftemangel immer noch groß ist.“

Viel vorkonfektioniert

Die dachparallele Montage steht auch bei Renusol (A6.411) als Neuheit auf dem Messestand auf der Intersolar. Es ist eine Überarbeitung des bewährten FS Pro des Kölner Herstellers. „Es zeichnet sich dadurch aus, dass es vormontiert ist“, erklärt Marko Balen, Leiter der Geschäftsentwicklung von Renusol. „Die Stützen sind schon in der Bodenschiene integriert und werden einfach hochgeklappt.“

Auch die Bautenschutzmatte ist schon an der Bodenschiene vorkonfektioniert. Damit minimiert Renusol auf der Baustelle den Aufwand und sichert einen schnellen Baufortschritt ab. Zudem ist es ein Ansatz des Unternehmens, potenzielle Qualitätsprobleme auf der Baustelle durch die Vormontage zu reduzieren.

Nicht nur ballastiert

Diesen Ansatz setzt Renusol auch bei der Weiterentwicklung der dachparallelen Montageversion fort. Diese wird unter dem Namen FS Pro 0 veröffentlicht. Dabei geht es um ein besonderes Segment der Anlagen auf leicht geneigten Dächern, die über die eigentliche Flachdachneigung von bis zu fünf Grad hinausgehen. „Das sind Projekte, die bei uns von Zeit zu Zeit angefragt wurden“, berichtet Marko Balen. „Um dieses Segment ebenfalls bedienen zu können, haben wir das bewährte FS Pro entsprechend angepasst.“

Um die Standsicherheit zu gewährleisten, arbeitet Renusol bei solchen Projekten dann mit einem Hybrid aus Ballastierung und fixer Dachanbindung. Dazu ermöglicht Renusol, dass ein Dachbefestiger an das Montagesystem angeschraubt werden kann. „Dabei arbeiten wir mit verschiedenen Herstellern solcher Dachanbindungen zusammen“, sagt Marko Balen. „Das Besondere ist, dass wir eine proprietäre Auslegungssoftware haben. Dadurch können wir die Haltewerte von verschiedenen Herstellern einarbeiten und einen Nachweis für das Gesamtsystem erbringen – inklusive Befestigung“, betont er. „Denn die Kunden wollen ein Gesamtpaket. Sie wollen nicht überlegen, mit welchen Befestigern das System angebunden werden kann.“

Alternativ sind bei zweiseitig geneigten Dächern FS-Pro-0-Systeme möglich, bei denen eine Verbindung über den First hergestellt wird. Die Hangabtriebskräfte der beiden Anlagenteile heben sich gegenseitig auf und ermöglichen eine rein ballastierte Anwendung.

Ausreichend Wartungsabstand

Die Befestigung am Dach wird auch auf dem Stand von Novotegra (A4.179) zu sehen sein. Im Mittelpunkt des Herstellers steht aber das Gründachsystem inklusive Planungsmöglichkeiten. Dabei geht es unter anderem um die Gewährleistung eines ausreichenden Pflegezugangs durch Wartungsgänge. Diese sind wichtig für ein reibungsloses Arbeiten auf dem Dach.

Deshalb haben die Planer in der Vergangenheit immer wieder einen breiteren Wartungsgang zwischen den Modulpaaren des Gründachsystems gefordert. Dies hat Novotegra jetzt in die Planungssoftware Planit eingearbeitet. Jetzt kann ein Reihenabstand von bis zu 4.200 Millimetern gewählt werden. Dadurch entsteht ein Wartungsgang von rund 600 Millimetern.

Modulstützen verlängert

Bis zur Messe in München wird zudem die südaufgeständerte Variante des Gründachsystems in Solar-Planit planbar sein. Kunden können dann die Planung – auch hier mit unterschiedlichen Reihenabständen – selbst anlegen und modifizieren. Sie können so noch flexibler und schneller planen und ein Angebot für die Kunden erstellen.

Das Gründach wird auch bei T-Werk (A5.370) ein zentrales System auf dem Messestand sein. Das Triton Flora ist für extensiv und semiintensiv begrünte Flachdächer gemacht. Es basiert auf dem seit 2016 bewährten Montagesystem Triton. Durch längere Modulstützen steigt der Abstand zwischen Modulunterkante und Gründachsubstrat auf 30 Zentimeter.

Weniger Komponenten

Dies ermöglicht optimales Pflanzenwachstum. Der Reihenabstand von 80 Zentimetern zwischen den einzelnen Modulreihen ermöglicht wiederum eine einfache Pflege der Begrünung. Wie beim bewährten Triton erfolgt auch die Montage der Variante Flora werkzeug- und spanlos mit Steckbolzenverbindungen sowie durchdringungsfrei mit projektspezifischer Ballastierung.

Auch Wagner Solar (A5.150) hat an der Weiterentwicklung seines Gründachsystems gearbeitet, das das Unternehmen im vergangenen Jahr auf der Intersolar vorgestellt hat. Das Tric F Green ist ein ballastoptimiertes Gründachsystem mit Beschwerung durch Gründachsubstrat.

Bei der Ausrichtung der Anlage und der Module ist der Handwerker fast völlig frei. Denn es kann sowohl in Süd- als auch in Ost-West-Ausrichtung aufgebaut werden. Die Module können sowohl hochkant als auch quer montiert werden. Durch einen flexiblen Aufbau kann das System sowohl Gefälle als auch Unebenheiten auf dem Dach ausgleichen.

Außerdem hat Wagner Solar die Wartungsgänge an den Hochpunkten der Anlage vorgesehen. Dadurch bekommt das Gründach mehr Regenwasser. Ferner erleichtert dies die Pflege des Gründachs.

Bei hohen Schneelasten montieren

Jetzt kommt das System mit weniger Komponenten aus. Denn Wagner Solar hat die Anzahl der Stützen um 50 Prozent reduziert. Zudem sind viele Teile jetzt werkseitig vormontiert. Dadurch lässt es sich effizienter aufbauen. Das System kann jetzt auch mit verschiedenen Anstellwinkeln der Module errichtet werden. Mittels eines flexiblen Höhenausgleichs kann der Abstand zwischen Substrat und Modulunterkante zwischen 30 und 45 Zentimetern variiert werden.

Unter anderem Gewerbedächer stehen bei Wagner Solar im Mittelpunkt des Messeauftritts, nachdem das Unternehmen das Portfolio im Schrägdachsegment aufgefüllt hat. Für das bewährte Tric F Duo gibt es jetzt die Version 2.0. Sie ermöglicht die Klemmung auf der langen Modulseite für hohe Schneelasten.

Module im Großformat können nur noch auf der langen Seite geklemmt werden – eine Entwicklung, die Wagner Solar mit der Version 2.0 des Tric F Duo abdeckt.

Nachfrage aus der Industrie steigt

Dabei steht auch hier die schnelle, fehlerfreie und sichere Montage im Vordergrund. Diese erreicht Wagner Solar mit einem hohen Grad der Vorkonfektionierung. Außerdem ermöglicht Wagner Solar mit dem neuen System eine Durchlässigkeit für Schwallwasser sowie eine großflächigere Verteilung der Last auf dem Dach.

Für Wagner Solar steht das gewerbliche Segment neben dem Freiland derzeit im Mittelpunkt. Denn das Unternehmen spürt die steigende Nachfrage aufgrund der aktuellen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Lage. Nie war eine autarke Versorgung durch erneuerbare Energien bei Hochverbrauchskunden so wichtig wie im Moment, um eine unabhängige, sichere und kostenkalkulierbare Stromversorgung sicherzustellen. Dies spiegele sich in den aktuellen Weiterentwicklungen wider.

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