Gründächer sind eine Möglichkeit, das Klima in städtischen Hitzeinseln zu verbessern und in heißer werdenden Sommern erträglich zu halten. Doch sie sind auch für die Photovoltaik ein riesiger Vorteil. Denn sie erhöhen die solaren Stromerträge – nicht nur aufgrund der Kühlung der Module, sondern auch wegen der Staubbindung durch das Gründach.
Deshalb werden immer mehr Gründächer mit Solaranlagen kombiniert. Inzwischen kommen auch Hauseigentümer mit bestehenden Gründächern auf den Gedanken, diese durch eine Solaranlage aufzuwerten. Deshalb sind Montagesysteme für die Nachrüstung von Gründächern immer mehr gefragt. Die Zahl der angebotenen Systeme in diesem Bereich wächst, und Installateure können sich auf der Intersolar 2026 von den neuesten Entwicklungen überzeugen.
So wird IBC Solar auf seinem Messestand A4.470 und 570 seine Erweiterung des bestehenden Flachdachsystems Aerofix fürs Gründach präsentieren und feiert damit sein 25. Jubiläum der eigenen Entwicklung von Montagesystemen. Mit dem Aerofix Greenroof reagiert IBC Solar auf die Marktentwicklung. Das Unternehmen hat dabei auf eine möglichst einfache Handhabung gesetzt und sich bei der Entwicklung nah am bewährten Flachdachsystem gehalten.
Das Gründachsystem kommt mit nur drei zusätzlichen Bauteilen aus. So werden etwa die Modulaufständerungen erhöht, um für ausreichend Abstand zum Gründachsubstrat zu sorgen. Dank der flexiblen Modulstützen können Installateure unterschiedliche Aufständerungshöhen realisieren. Alle anderen Komponenten bleiben identisch zur bisherigen Flachdachunterkonstruktion. Die etablierte Systemlogik bleibt dadurch erhalten und Handwerker müssen sich nicht in eine neue Montage einarbeiten. Das System ist für die Installation direkt auf dem Substrat ausgelegt und kann so auf Bestandsgründächern installiert werden.
Zusätzliches Bauteil für mehr Abstand
IBC Solar wird das neue Gründachsystem auf der Intersolar schon vorstellen. Auf den Markt kommt es als Ost-West-Version Anfang 2027. Das Konzept berücksichtigt zentrale Anforderungen wie die Ballastoptimierung und die Wartungszugänglichkeit. Beides ist auf dem Gründach essenziell. Schließlich sind Gründächer von Hause aus schon schwer, und die Statik der Gebäude für die zusätzliche Installation von Solaranlagen ist begrenzt. Außerdem bedürfen Gründächer intensiverer Pflege als herkömmliche Flachdächer.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Schletter. Das Unternehmen hat für die Nachrüstung von Gründächern mit Solaranlagen sein bewährtes Flachdachsystem Fixgrid Pro entsprechend erweitert. Dabei wird das System durch ein zusätzliches Bauteil erhöht. Die restliche Montage bleibt wie bisher erhalten.
Aufbauhöhe bis 35 Zentimeter
Die neuen Stützbleche ermöglichen den Einsatz auch bei Aufbauhöhen des Gründachs von bis zu 35 Zentimetern. „Die gesamte Systemarchitektur bleibt unverändert“, betont Stephan Wild, Marketingleiter für die Dachmontagesysteme bei Schletter. „Für unsere Kunden heißt das: Sie arbeiten weiterhin mit Fixgrid Pro, wie sie es kennen – mit den gleichen Komponenten, den gewohnten Abläufen und der schnellen, nahezu werkzeuglosen Montage. Neu ist der zusätzliche Einsatzbereich auf Gründächern“, beschreibt er den Vorteil der Lösung. Auch die aerodynamischen Eigenschaften bleiben unverändert und sind im Windkanal getestet.
Adapter für die Bodenfüße
Eine neue Gründachunterkonstruktion zur solaren Nachrüstung hat Lorenz Montagesysteme schon auf der diesjährigen Dach + Holz in Köln vorgestellt. Das System inklusive der Erweiterungen fürs Kabelmanagement und den Blitzschutz wird auch einer der Schwerpunkte des Standes auf der Intersolar in München (A6.550) sein. Anders als die bisherigen Lösungen hat Lorenz nicht die Modulaufständerungen erhöht, sondern Adapter für die Basisfüße entwickelt, auf denen das Grundsystem Aero steht.
Für die Montage verteilt der Handwerker zunächst die Bodenfüße wie eingemessen auf dem Dach. Bei herkömmlichen Flachdachsystemen werden diese eigentlich mit dem Grundset in Längsrichtung verbunden. Doch bei Aroe Green muss der Handwerker die Füße noch mit Grundprofilen verbinden. Auf den Bodenfüßen befestigt er den Adapter für die Gründacherweiterung. Diesen gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen.
Aufständerungen einfach ausklappen
Die fixe Variante hebt das Grundset um 32,5 Zentimeter über das Gründach an. Es gibt aber noch eine höhenverstellbare Variante. Hier kann der Handwerker das Grundset zwischen 29,5 und 35,5 Zentimeter anheben. Auf diese Weise ist er in der Lage, Unebenheiten auf dem Dach auszugleichen, sodass das Grundset spannungsfrei oben auf den Adapter geschraubt werden kann.
Dieses Grundset ist das gleiche wie beim herkömmlichen Aero von Lorenz mit all seinen Vorteilen. Denn dabei handelt es sich um eine C-Schiene, in der die Modulaufständerungen schon vormontiert sind. Während des Transports sind sie in der Schiene eingelegt. Der Handwerker muss sie nur noch ausklappen und einrasten und kann dann gleich die Modulklemmen befestigen.
Betonfüße als Ballast
Einen ähnlichen Weg geht Richard Brink (A5.630). Das System des Herstellers basiert auf dem bestehenden Flachdachsystem Miralux. Doch die Entwickler haben das System nicht mit neuen Modulaufständerungen versehen, sondern stattdessen einen senkrecht aufgestellten Rahmen entwickelt, auf dem die eigentliche Unterkonstruktion für die Module installiert wird. Dadurch schaffen sie einen Abstand zwischen Traufkante der Modulfläche und Gründach von großzügigen 60 Zentimetern.
Die Aluminiumrahmen werden senkrecht auf Betonfüße geschraubt, die gleichzeitig als Ballastierung dienen. Die Betonsteine gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen – je nach Ballastanforderungen aufgrund der hohen Aufständerung des Systems. Um den notwendigen Ballast zu reduzieren, kann der Handwerker Windleitbleche anbringen.
Die einzelnen Rahmen werden mit zusätzlichen Seitenblechen quer verschraubt, um Stabilität in das System zu bekommen. Darauf wird im Anschluss das bewährte Miralux-System in der Ost-West-Variante befestigt.
Dieses wiederum punktet durch seine einfache und schnelle Installation. Denn das ganze System kommt als ein Teil auf die Baustelle. Es besteht aus einem Bodenprofil, über das ein Knickprofil gestülpt ist.
Installation mit Knickprofilen
Der Handwerker legt die Profile in Modulbreite auf dem Boden aus und zieht die Knickprofile in der Mitte nach oben, bis diese mit den Enden in den ausgefrästen Nasen der Bodenschienen einrasten. Danach kann er die Modulklemmen auf den Knickprofilen befestigen.
Mit solchen Lösungen haben Handwerker viele Möglichkeiten, Gründächer solar nachzurüsten. Sie müssen in der Regel nicht von der bisher schon bekannten Montage abweichen, sondern nur die Sonderteile einfügen, die für den Abstand zwischen Gründach und Modulunterkante notwendig sind.
https://www.ibc-solar.de
https://www.lorenz-montagesystem.de
https://www.richard-brink.de
https://www.schletter-group.com
Foto: IBC Solar
Foto: Schletter Group
Mos 25
Schnelle Lösung für die Schrägdachmontage
Zunächst auf die Schrägdachmontage hat sich der neue Anbieter Mos 25 (A5.211) konzentriert. Das Unternehmen ist eine Neugründung von langjährigen Experten aus dem Bereich der Unterkonstruktionen für Solaranlagen. Mos 25 hat mit dem M-Pitch vorwiegend auf eine schnelle und gleichzeitig stabile Montage von Solarmodulen der neuesten Generation geachtet.
So kommt der Handwerker bei der Installation der Grundplatte für den Dachhaken mit nur zwei Holzschrauben aus. Das beschleunigt nicht nur die Montage, sondern greift auch weniger in die Dachkonstruktion ein. Der Dachhaken wird von oben eingerastet und nicht seitlich eingeschoben. Er ist sowohl in der Höhe als auch seitlich und in der Länge verstellbar. Dadurch kann der Handwerker die Anlage auf Dachlatten zwischen 45,2 und 60,5 Millimetern installieren. Die optimierte Krafteinleitung direkt in den Sparren und die reduzierte Hebelwirkung sorgen für mehr Stabilität.
Auch bei den Montageschienen hat Mos 25 durch das symmetrische Design auf einfache Handhabung geachtet. Sie sind für unterschiedliche Lastzonen optimiert und werden einfach eingeklickt. Auf eine Hammerkopflösung hat Mos 25 verzichtet.
Das gilt auch für die Montage der Modulklemmen. Auf deren Entwicklung hat das Unternehmen besonderen Wert gelegt, um das Risiko eines Glasbruchs durch größer werdende Paneele mit immer dünneren Rahmen zu vermeiden. So deckt die Klemme mit einer Breite von über 50 Millimetern und einer Überlappung von mehr als elf Millimetern ausreichend Rahmenfläche ab, um die Module stabil zu installieren. Für die sichere Befestigung sorgen auch die geriffelte Kontaktfläche und eine Materialstärke von mehr als vier Millimetern.
Foto: MOS 25
Solyco
Preisverdächtiges Gründachsystem
Einen ganz eigenen Weg der Montage von Solaranlagen auf Gründächern geht Solyco. Beim System Solon werden die Module vertikal aufgeständert. Das hat den Vorteil, dass die Solaranlagen das Gründach weniger verschatten und gleichzeitig über den Tag hinweg gleichmäßiger Strom produzieren. Mit dieser Lösung hat Solyco es ins Finale der diesjährigen The smarter E Awards geschafft.
Die neue Variante des Systems hat eine Aufbauhöhe von 80 Zentimetern, wodurch ein Abstand von 35 Zentimetern zum Substrat möglich wird. Das Unternehmen reagiert damit auf die Anforderungen von Planern und Installateuren. Die zusätzliche Aufbauhöhe schafft neue Möglichkeiten für die Integration der Solaranlage in bestehende Dachbegrünungen. Denn viele Planer und Installateure benötigen mehr Flexibilität bei Bestandsdächern. Zusätzlich erleichtern zwei separate Anschlussdosen mit MC4-Steckverbindungen von Stäubli die Verkabelung.
Wie alle Solon-Systeme basiert auch die neue Variante auf bifazialen Doppelglasmodulen mit 160 Watt. Das System ist dachdurchdringungsfrei und speziell für die Nachrüstung von Solaranlagen auf begrünten Gewerbedächern mit geringer Traglast konzipiert.
Foto: Solyco
Conduct
Roofsupport bietet Kabelmanagement fürs Dach
Der niederländische Hersteller Conduct (A5.435) hat mit dem Roofsupport ein cleveres und einfach zu installierendes Kabelmanagement entwickelt. Die Kabelrinne besteht aus breiten Aluminiumdrahtgittern, die einfach ineinandergesteckt werden. Dadurch ist die Installation komplett werkzeuglos. Selbst der Deckel wird einfach auf das Drahtgitter geklickt. Die abgerundeten Kanten verhindern Verletzungen – sowohl an den Händen der Installateure als auch an der Dachhaut. Die verstärkten Verbindungsbereiche sorgen für ausreichend Stabilität.
Conduct hat Roofsupport entwickelt, um eine zuverlässige und übersichtliche Kabelführung in verschiedenen Anwendungen zu gewährleisten – unter anderem für die sichere Verlegung von Kabeln zwischen den Modulstrings und den Wechselrichtern von Solaranlagen. Optimierte Lochungen an der Seite sind ideal, um Erdungsleiter mittels Potenzialausgleich oder Brücken sicher zu befestigen.
Zudem bietet Roofsupport einen effektiven Schutz der Kabel vor äußeren Einflüssen wie mechanischen Belastungen oder Witterung und dank der umfangreichen Lochungen eine einfache Befestigung auf dem Dach oder am Montagesystem. Das System gibt es in verschiedenen Ausführungen zwischen 100 und 600 Millimetern Breite. Die Höhe beträgt immer 60 Millimeter. Außerdem bietet Conduct Bogenelemente und abgeknickte Verbinder, um die Kabel um Hindernisse herum- oder darüber hinwegzuführen.