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„Drei Aspekte sind für den Erfolg maßgeblich“

Sie waren bei uns zur Intersolar am Messestand, als Fachmann für Digitalisierung. Wie kam Ihr Angebot an?

David Muggli: Ich habe zahlreiche, sehr gute Gespräche geführt. Offenbar gibt es großen Bedarf, Prozesse schlank und effizient aufzustellen und zu digitalisieren. Das ist nicht immer einfach, denn jeder Betrieb braucht eine individuelle Lösung. Diese Lösung zu erarbeiten, dazu braucht man den Dialog aller Beteiligten.

Digitalisierung ist in aller Munde, mancher kann es nicht mehr hören. Was verstehen Sie darunter?

Das ist ein sehr breiter Begriff. Doch aus der Erfahrung mit Projekten, bei denen ich Handwerksbetriebe begleite, kann ich sagen: Im Grunde genommen gibt es drei Aspekte, die wichtig sind.

Digitalisierung: Wachstum braucht Struktur

Welche Aspekte sind das?

Zunächst reden wir über digitale Kommunikation des Betriebs mit seinen Kundinnen und Kunden. Dazu zähle ich auch die Interessenten, die noch keine Kunden sind. Die zügige und einfache Erstellung der Angebote beispielsweise gehört zu diesem Aspekt. Ein anderer Aspekt ist die Kommunikation zwischen Büro und Baustelle.

Können Sie uns das kurz erläutern?

Es geht darum, dass der Monteur vor Ort alle Dokumente digital zur Verfügung bekommt, sei es für den Bau, die Inbetriebnahme oder die Wartung der Anlagentechnik. Dazu gehört auch, korrekt ausgefüllte Protokolle ins Büro zu schicken. Manchmal laueren auf der Baustelle Überraschungen, die gleichfalls zu dokumentieren sind.

Aufgepasst: So verbrennen Sie täglich bares Geld!

Und der dritte Aspekt?

Er betrifft den Handwerksbetrieb und seine internen Prozesse. Das können gesetzliche Vorgaben wie Zeiterfassung oder Urlaubsplanung sein. Darunter verstehe ich aber auch Kalkulationen, sowohl die Vorkalkulation als auch nach Abschluss des Auftrags. Dafür ist wichtig, dass die Daten von der Baustelle schnell ins System geliefert werden. So kann die Geschäftsführung jederzeit erkennen, ob die Projekte wirklich wirtschaftlich sind.

Gehört auch der Einkauf dazu?

Selbstverständlich, denn gerade im Einkauf lässt sich durch digitale Prozesse viel Geld sparen. Dort hat Transparenz oberste Priorität. Das wird oft unterschätzt!

Prozesse optimieren: Schluss mit dem Zettelchaos!

Welche Vorteile ergeben sich aus konsequenter Digitalisierung für den Handwerksbetrieb?

Es geht nicht darum, die Betriebe zu digitalisieren, weil es gerade Mode ist. Sondern der Betrieb muss durch digitale Prozesse deutlich mehr Gewinn machen. Es ist ein Werkzeug für höhere Profitabilität, daran muss sich alles messen. Tägliche Prozesse lassen sich automatisieren, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten. Dann können sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Transparenz schafft Verständnis für Kosten und Verluste, die sonst unsichtbar bleiben.

Wie sollte man ein Digitalisierungsprojekt angehen?

Wie bei Steuern oder Rechtsfragen ist externe Beratung sinnvoll. Warum? Weil man von außen einen unverstellten Blick auf die Prozesse im Unternehmen mitbringt. Denn im ersten Schritt sollte man sich die Prozesse anschauen und noch nicht über Software sprechen. Denn die Software muss zu optimierten Prozessen passen. Sie zu definieren und einzuführen, ist entscheidend für den Erfolg.

Der unsichtbare Mitarbeiter in Ihrem Betrieb

Viele Handwerker sind frustriert, weil sie die falsche Software haben oder damit nicht wirklich vorankommen. Was empfehlen Sie?

Ja, das begegnet mir immer wieder. Manchmal ist es tatsächlich die falsche Software. Manchmal wird die Software falsch genutzt. Das kann daran liegen, dass die Mitarbeiter des Betriebs zu wenig eingebunden und geschult wurden. Meine Empfehlung lautet: Schauen Sie sich zuerst die Prozesse an! Dann kann man über die Software entscheiden – gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sie später nutzen sollen. Eigentlich sollte man sie bereits an der Optimierung der Prozesse beteiligen. Digitalisierung gelingt nur im Team, nicht von oben herab. Niemals!

Welche Anfangsfehler werden häufig von den Betrieben gemacht?

Erst wird Software gekauft und dann geschaut, was sie kann. Damit zäumt man das Pferd von hinten auf. Meistens verliert der Betrieb dadurch viel Geld, Zeit und Motivation. Sie erwähnten die Frustration, die mir häufig begegnet. Unterschätzt wird oft, wie wichtig die Schulung der Mitarbeiter ist. Es wird vorausgesetzt, dass sie sich die Fertigkeiten quasi selbst beibringen. Das geht in der Regel schief. Einfache Tutorials per Video versteht jeder, Weiterbildung ist kein Hexenwerk. (HS, gekürzt)

Wenn Sie mit Herrn Muggli in Kontakt treten möchten, nutzen Sie bitte diese E-Mail:

david.muggli@gmx.net

Dieses Interview erschien im Augustheft der photovoltaik. Wir haben es hier für Sie freigestellt, damit Sie es in voller Länge lesen können.

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