Das Bundeskabinett hat Ende Juli 2026 den Gesetzentwurf zur EEG-Novelle 2027 beschlossen. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Der Entwurf sieht vor, dass die Direktvermarktungspflicht ab 2027 zunächst für Neuanlagen ab 50 Kilowatt gilt und bis 2030 auf alle Neuanlagen ausgeweitet wird.
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Statt der bisherigen festen Vergütung erhalten Betreiber kleiner Dachanlagen eine befristete Übergangszahlung sowie einen Direktvermarktungsbonus. Für Bestandsanlagen ändert sich nichts. Wer seine Anlage bis Ende 2026 in Betrieb nimmt, erhält die Einspeisevergütung über die volle Laufzeit von 20 Jahren.
Drei Partner decken die gesamte Prozesskette ab
Rabot Energy, Clever-PV und Inexogy wollen ab Inkrafttreten der Neuregelung eine gemeinsame Lösung für die Direktvermarktung von Kleinanlagen anbieten. Rabot Energy vermarktet die eingespeiste Strommenge an der Strombörse und zahlt die erzielten Erlöse an die Kunden aus.
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Clever-PV steuert Speicher, Wärmepumpe und Wallbox so, dass die Einspeisung in Stunden mit hohem Marktwert verschoben und bei negativen Börsenstrompreisen abgeregelt wird. Inexogy stellt als wettbewerblicher Messstellenbetreiber das intelligente Messsystem (iMSys) bereit – unabhängig vom Netzgebiet und online bestellbar. Damit entfällt nach Unternehmensangaben eine der größten Hürden für die Direktvermarktung kleiner Anlagen: die bislang begrenzte Verfügbarkeit intelligenter Messsysteme.
Saisonale Speicherstrategie für das ganze Jahr
Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Batteriespeicher. Im Sommer wird er auf Eigenverbrauch optimiert, überschüssiger Solarstrom fließt gezielt in Stunden mit dem höchsten Marktwert. Im Winter lädt der Speicher in Stunden mit niedrigen oder negativen Börsenstrompreisen günstig aus dem Netz und versorgt den Haushalt, wenn Strom teuer ist. Zusätzliche Hardware ist neben dem iMSys nicht nötig.
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Wer teilnehmen will, verbindet seine bestehende Anlage mit Clever-PV – ohne Umbau und ohne zusätzliche Komponenten im Zählerschrank. „Das Ende der Einspeisevergütung ist kein Grund, ein Solarprojekt aufzugeben, wir vermarkten den Strom an der Börse und geben die Erlöse weiter. Auch der Batteriespeicher bleibt so das ganze Jahr wirtschaftlich im Einsatz – im Sommer für den Eigenverbrauch, im Winter zur Vermarktung an der Börse", sagt Jan Rabe, CEO von Rabot Energy.
White-Label-Produkt für Installateure
„Entscheidend dafür, dass das EEG 2027 nicht zu einem Einbruch des Photovoltaik-Marktes führt, ist ein unkomplizierter Einstieg in die Direktvermarktung – auch für Anlagen unter 25 Kilowatt, betont Jonas Heumannskämper von Inexogy. „Dafür liefern wir die Messtechnik, etablierte Prozesse und die API-Schnittstelle, über die Clever-PV automatisiert auf die Messwerte zugreift."
Die Lösung wird nach Unternehmensangaben auch als White-Label-Produkt angeboten – etwa für Installateure, Fachpartner und Energieversorger, die Direktvermarktung und Einspeiseoptimierung unter der eigenen Marke anbieten möchten. Der Abschluss der Tarife soll möglich sein, sobald die Gesetzesänderungen in Kraft treten. (nhp)
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