Schwarzburger: Die neue Ölkrise treibt die Energiepreise nach oben und belebt die Nachfrage nach Solaranlagen. Das private Segment legt wieder zu, auch gewerbliche Dächer erfreuen sich wachsender Nachfrage.
Ullrich: Das verschafft den Anbietern von Montagetechnik etwas Luft, denn das kleinteilige Privatkundengeschäft ist eine wesentliche Säule ihres Umsatzes. Allerdings herrscht im Markt nicht nur eitel Freude.
Schwarzburger: Leider schlagen die steigenden Energiepreise auf die Metallpreise durch, verteuern Stahl und Aluminium. Das ist eine neue Herausforderung für die Verarbeiter und Anbieter der Montagetechnik.
Ullrich: Außerdem wirkt sich das stark auf den Gesamtpreis aus, weil die Systemkosten der Photovoltaik immer noch sehr niedrig sind. Zwar hat Peking die Exportsubventionen abgeschafft, aber anteilig bleiben die Kosten für Untergestelle und Montage in den Systemkosten sehr hoch.
Schwarzburger: Das bedeutet, dass trotz des wachsenden Marktes die Hausaufgaben gemacht werden müssen. Ich denke, das wird sich bei den Neuheiten zur Intersolar im Juni in München deutlich zeigen.
Ullrich: Der Kostendruck wirkt sich vor allem bei Solarparks und großen Gewerbedächern aus. Etliche Anbieter specken ihre Systeme so weit wie möglich ab, um Metall zu sparen.
Schwarzburger: Außerdem zahlt sich bei großen Systemen besonders die Vorkonfektionierung der Montagesysteme aus. Das spart Handgriffe auf der Baustelle.
Ullrich: Jeder Handgriff weniger ist bares Geld, schnell summieren sich die Arbeitskosten auf einer Großbaustelle. Hinzu kommt der Druck, die Lieferlogistik zu optimieren.
Schwarzburger: Auch die Frachtkosten hängen am Ölpreis – Fracht auf See wie Fracht per Lastwagen in Europa. Lange Montageschienen brauchen viel Platz, sie sind sperrig. Ich denke, das wird den Trend zu kürzeren Schienen beschleunigen, um ein Beispiel zu nennen.
Ullrich: Metall wird gebraucht, um Lasten abzufangen. Bei Klemmen sind die Querschnitte ausgereizt oder überreizt, wenn die Modulformate weiter anwachsen. Da ist nur noch wenig Spielraum.
Schwarzburger: Auf alle Fälle wird spannend, welche Innovationen für die Montagetechnik zur Intersolar in München zu sehen sind. Den Herstellern gehen weder Ideen noch Kreativität aus, um die Systeme weiter zu optimieren.
Ullrich: Flachdächer, Freilandsysteme oder integrierte Montage im Dach oder an der Fassade – in diesem Jahr werden wir wieder viele Neuheiten in allen Marktsegmenten erleben. Darauf freue ich mich.
Schwarzburger: Das wird ein Fest, ohne Zweifel. Die Montagetechnik bleibt für die Qualität und Standsicherheit der Anlagen entscheidend. Die Kosten stehen weiter unter Druck, aber der Markt wird Qualität belohnen.