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Hamburger Mieterstromprojekt mit virtuellem Summenzähler gebaut

Der Bauverein Elbgemeinschaft (BVE) hat zusammen mit Green Planet Energy ein Mieterstromprojekt in Hamburg-Lokstedt errichtet. Seit Anfang Juli 2026 können die Mieter preiswerten Sonnenstrom vom Dach ihres Wohnhauses beziehen. Sollte dieser nicht ausreichen, liefert Green Planet Energy die restliche Energie als Ökostrom aus dem Netz.

In dieser Mischung kaufen die Mieter der Wohnanlage Grandweg in Lokstedt den Gesamtstrom für 23 Prozent unter dem örtlichen Grundversorgertarif – und damit weit unter den gesetzlichen Vorgaben, die einen Strompreis von zehn Prozent unter dem Grundversorgertarif festlegen. Grundlage für die Kalkulation ist ein durchschnittlicher Energieverbrauch pro Haushalt in Höhe von 2.000 Kilowattstunden pro Jahr.

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Virtuelle Summenzähler aufgebaut

Insgesamt 476 Solarmodule wurden auf dem Dach der Wohnanlagen installiert. Sie liefern jedes Jahr rund 181 Megawattstunden saubere Energie, die die Bewohner vor Ort nutzen können. Damit kann rein rechnerisch mehr als die Hälfte des gesamten Strombedarfs der fünf Gebäude des Quartiers mit 143 Wohnungen in Höhe von 337 Megawattstunden pro Jahr gedeckt werden. Doch das wird in der Regel nicht erreicht, weil bei solchen Projekten nicht der gesamte Sonnenstrom vor Ort genutzt wird. Zusätzlicher Strombedarf wird mit Ökostrom von Green Planet Energy gedeckt.

Green Planet Energy automatisiert Abrechnung für Mieterstrom

Bei der Messung und Abrechnung der einzelnen Strommengen gehen die Projektbeteiligten einen neuen Weg. Denn gemeinsam mit den Hamburger Energienetzen (HNE) als grundzuständigem Messstellenbetreiber wurde ein digitales Messkonzept mit virtuellem Summenzähler installiert. Insgesamt vier dieser virtuellen Summenzähler wurden initiiert. Durch dieses Messkonzept ist ein separater physischer Summenzähler als zusätzliches Gerät im Zählerschrank nicht mehr notwendig. Stattdessen werden die Messwerte der einzelnen intelligenten Zähler in den Wohnungen digital zusammengeführt und bilanziert.

Weniger Aufwand und weniger Kosten

Der virtuelle Summenzähler ist ein cloudbasiertes Rechenprogramm, das kontinuierlich die Messwerte der Smart Meter der einzelnen Haushalte auswertet. Dieses Konzept vereinfacht die Realisierung von Mieterstromprojekten und schafft zugleich – durch individuelle Zugänge der Haushalte – optimale Transparenz für die Bewohner. Der virtuelle Summezähler bietet vorwiegend bei größeren Gebäuden oder Quartieren mit vielen dezentralen Zählpunkten klare Vorteile.

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Denn die notwendige Installation zusätzlicher Messtechnik beim Aufbau von gemeinschaftlichen Nutzungskonzepten wird minimiert. Dadurch lässt sich das System vergleichsweise kostengünstig einrichten. Auch der Installationsaufwand vor Ort bleibt dank geringer technischer Eingriffe in die bestehende Verkabelung überschaubar. So lässt sich das Solardach flexibel und schnell umsetzen und es liefert dank digitaler Bereitstellung der Messwerte maximale Transparenz.

Dezentrale Konzepte praktisch umsetzen

Digitale Messkonzepte dieser Art seien für die urbane Energiewende zentral, in der Praxis bislang aber noch wenig verbreitet. „Mit Mieterstrom und virtuellem Summenzähler bringen wir ein dezentrales Versorgungskonzept in die praktische Umsetzung und schaffen mit digitaler Technik die Voraussetzung dafür, dass lokal erzeugter Strom direkt vor Ort genutzt werden kann“, sagt Peter Wolffram, Geschäftsführer der Hamburger Energienetze.

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Weitere Projekte geplant

Die Projektpartner planen jetzt die Realisierung weiterer solcher Vorhaben. So soll im nächsten Schritt ein weiteres Mieterstromprojekt mit virtuellem Summenzählermodell im Pergolenviertel in Hamburg-Winterhude entstehen. Bei den Hamburger Energienetzen soll der virtuelle Summenzähler an mehreren Orten in Hamburg zum Einsatz kommen, teilt das Unternehmen mit. Dann können insgesamt über 1.000 Haushalte von lokal erzeugtem Sonnenstrom profitieren. Damit setze Hamburg ein starkes Zeichen dafür, dass dezentrale Energieversorgung auch in komplexen urbanen Quartieren technisch umsetzbar werde, wenn Wohnungswirtschaft, Energieversorger und Netzbetreiber eng zusammenarbeiten, erklären die Projektpartner.