Der Wohnungsverein Hagen und das Berliner Unternehmen Ecoworks realisieren eine riesige genossenschaftliche serielle Sanierung. Denn im Stadtteil Hagen-Helfe im Norden der westfälischen Stadt werden insgesamt zwölf Wohngebäude mit industriell vorgefertigten Bauteilen wie Fassadenelementen seriell saniert. Gleichzeitig werden die Gebäude umfassend energetisch modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
Das bedeutet, dass die Gebäude industriell vorgefertigte Holzrahmen-Fassadenmodule erhalten. In diesen Modulen sind Dämmung, Fenster und elektrische Rollläden ab Werk integriert. Außerdem werden die Dächer der Gebäude neu gedämmt und abgedichtet und danach mit Photovoltaik genutzt. Allerdings ist kein Mieterstromprojekt vorgesehen. Die Photovoltaikanlagen speisen den erzeugten Strom vollständig ins Netz ein.
Ecoworks
Nachhaltiger Gebäudebetrieb durch serielle Sanierung
Auch die Nutzung des Solarstroms für Wärme ist nicht geplant, da die Gebäude an die Fernwärmeversorgung der Stadt angeschlossen sind. Dieses Heizkonzept wird aber ebenfalls verbessert, indem dezentrale Abluftventilatoren und Nachstromöffnungen in den Fenstern integriert werden. Dies sorge für ein optimales Raumklima, teilen die Projektpartner mit. „Energetische Modernisierungen sind der Schlüssel zu einem CO2-neutralen Gebäudebestand“, begründet Sebastian Greese, Geschäftsführer des Wohnungsvereins Hagen. „Mit der seriellen Sanierung durch Ecoworks setzen wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie im Quartier Helfe konsequent um. So machen wir unseren Bestand fit für die Zukunft und senken CO2-Ausstoß sowie Heizkosten für unsere Mieterinnen und Mieter spürbar.“
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23 Millionen Invest
Ergänzt werden diese Maßnahmen durch die Verbesserung des Wohnkomforts, indem die bisherigen Loggien durch deutlich größere und überdachte Vorstellbalkone ersetzt werden. Insgesamt 23 Millionen Euro investiert der Wohnungsverein Hagen in die serielle Sanierung und energetische Modernisierung der Gebäude mit ihren insgesamt rund 15.000 Quadratmetern Wohnfläche.
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Auf KfW-55-Standard heben
Mit den Maßnahmen werden die 192 Wohnungen auf den KfW-Effizienzhausstandard 55 gehoben. Außerdem soll damit ein bilanziell treibhausgasneutraler Gebäudebetrieb erreicht werden. Schließlich werde der Endenergiebedarf der Gebäude voraussichtlich um 36 Prozent sinken. „Dieses Vorzeigeprojekt mit zwölf Gebäuden zeigt das enorme Potenzial der seriellen Sanierung für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands“, sagt Emanuel Heisenberg, Geschäftsführer von Ecoworks. „Durch unseren extrem hohen Vorfertigungsgrad machen wir eine effiziente, schnelle und klimaneutrale Transformation der Wohnungswirtschaft skalierbar.“ Dadurch lassen sich ganze Quartiere in Rekordzeit energetisch seriell sanieren, wie Emanuel Heisenberg betont. (su)