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Mehr Aufträge mit Speicher

Wer in den letzten Monaten aufmerksam seine Auftragsbücher studiert hat, dem dürfte ein Trend nicht entgangen sein: Immer mehr Betreiber bestehender Photovoltaikanlagen fragen nach Speichern. Post-EEG-Anlagen, sinkende Einspeisevergütungen, steigende Strompreise und der Wunsch nach Flexibilität durch dynamische Tarife treiben die Nachfrage. Zudem bietet die Nachrüstung von Speichern Handwerkern die Möglichkeit, neue Aufträge zu generieren, wenn schlechtes Wetter die Installation der Photovoltaik auf dem Dach verhindert.

Genau hier setzt Atmoce mit seinem AC-gekoppelten Niedrigvolt-Speichersystem an. Im Webinar gemeinsam mit photovoltaik haben Alec Curry, Produktmanager DACH bei Atmoce, und Benjamin Gfüllner, Geschäftsführer von Energie für Menschen, erklärt, welche Vorteile die Nachrüstung des Speichers auf der AC-Seite hat und wie das technisch realisiert werden kann.

Wechselrichtertausch entfällt

Dabei hat Benjamin Gfüllner auch anhand seines eigenen Systems gezeigt, wie die Integration des Atmoce-Speichers gelingt und wie er in Kombination mit einer Solaranlage und einem zweiten Speicher gesteuert wird. Der entscheidende Vorteil des Systems von Atmos gegenüber der klassischen Nachrüstung liegt in der Architektur. „Wer bisher einen Speicher nachrüsten wollte, musste in der Regel den funktionierenden Stringwechselrichter gegen einen Hybridwechselrichter austauschen und den Speicher auf der Gleichstromseite daran anschließen“, sagt Alec Curry.

Das bedeutet nicht nur höhere Materialkosten, sondern auch Aufwand bei der Anpassung der Strings. „Die Startspannungen müssen zum neuen Wechselrichter passen und die bestehende Solaranlage muss mit dem neuen Hybridwechselrichter kompatibel sein“, erklärt Curry. „Im schlimmsten Fall muss die Bestandsanlage umverdrahtet werden.“

Auf der AC-Seite angeschlossen

Beim Atmoce-System entfällt das alles. Die bestehende Anlage bleibt komplett unangetastet. Zwischen Stringwechselrichter und Hauptverteiler wird lediglich ein Messstromwandler integriert, der die Stromproduktion erfasst. Installiert werden nur der Speicher selbst und ein Gateway. Das ist das Gehirn des Systems, das die Energieflüsse steuert, Lasten managt und die Kommunikation übernimmt.

Das Gateway ist in einer Combinerbox untergebracht. Dies ist im Grunde ein vorverkabelter Verteilerkasten, der die Netzsicherungen enthält und den Anschluss der Batterie an die Hauptverteilung ermöglicht. An ihn kann der Handwerker auch mehrere Strings von Mikrowechselrichtern oder einen zweiten Generator anschließen.

Bis zu 18 Speicher in Kaskade

Ob ein alter Wechselrichter aus dem Jahr 2011 oder ein aktueller Inverter an der Wand hängt, spielt dabei keine Rolle. Denn der Speicher bringt einen eigenen Wechselrichter mit. Damit lässt sich selbst in gemietete oder geleaste Anlagen, an denen vertraglich nichts verändert werden darf, der Speicher problemlos integrieren. Schließlich wird er im Grunde nur wie ein zusätzlicher Verbraucher am Hausnetz angeschlossen.

Jede Speichereinheit kann sieben Kilowattstunden Strom zwischenlagern. Die maximale Entladeleistung liegt bei fünf Kilowatt pro Einheit, die Ladeleistung bei 3,75 Kilowatt. Wer mehr Leistung oder Speicherplatz braucht, schaltet einfach weitere Speicher in Reihe dazu. So liefert eine Kaskade mit drei Speichern 15 Kilowatt Ausgangsleistung – genug, um ein E-Auto mit elf Kilowatt zu laden und nebenbei den Haushalt zu versorgen. Außerdem erhöht sich so das Speichervolumen auf 21 Kilowattstunden.

Ein Gateway kann bis zu 18 Speicher steuern, wobei ein Combiner jeweils nur sechs Speicher absichert. Wer beispielsweise zwölf Speicher braucht, kann entweder zwei Combiner einsetzen oder den zweiten Sechserblock vollständig separat über einen eigenen Verteiler mit separatem Leitungsschutzschalter anschließen und per CAN-Bus an ein gemeinsames Gateway anbinden.

Die Systemspannung des Speichers liegt bei nur rund 30 Volt auf der Gleichstromseite. Damit bleibt er im sicheren Kleinspannungsbereich. Beim Thema Sicherheit verweist Atmoce zudem auf ein dreistufiges Konzept. Durch die Nutzung von Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) greift Atmoce auf eine sichere Technologie zurück. Zudem hat das Unternehmen eine aktive Überwachung von Temperatur und Spannung der einzelnen LFP-Zellen integriert. Sollte der Speicher erkennen, dass etwas aus dem Ruder läuft, schaltet er sich selbstständig ab, ohne auf ein Signal vom Gateway warten zu müssen. Als zusätzliche Sicherheitsstufe ist im Speicher zudem ein Feuerlöscher eingebaut, sollte doch einmal eine der Zellen thermisch durchgehen.

Installation in sechs Schritten

Auch auf die passive Sicherheit hat Atmoce bei der Entwicklung des Speichers geachtet. Die Schutzklasse IP66 erlaubt den Betrieb im Außenbetrieb. „Eine integrierte Zellenheizung sorgt dafür, dass der Speicher auch in unbeheizten Garagen oder Nebengebäuden ohne Schaden über den Winter kommt“, sagt Benjamin Gfüllner. „Der Stromverbrauch für diese Heizung ist sehr gering.“

Die mechanische Montage ist denkbar einfach: Wandhalterung, Winkel für Bodenaufstellung, Endhülsen, Schrauben und Dübel liegen dem Paket bei. Allerdings bringt der Speicher rund 70 Kilogramm auf die Waage. Damit wird die Montage eher ein Job für zwei Handwerker.

Kommunikation über Standardkabel

Im ersten Schritt bringt der Handwerker den Speicher an der Wand an oder fixiert ihn mit den Winkeln auf dem Boden, sodass er nicht umkippen kann. Im zweiten Schritt baut er die Kommunikation zwischen den Speichern auf. Diese erfolgt über CAN-Bus mit handelsüblichem Cat-5-, Cat-6- oder Cat-7-Kabel.

Zudem verbindet der Handwerker die Speicher untereinander stromseitig. Danach bringt er das Gateway und bei Bedarf den Combiner an und baut die Kommunikation zu den Speichern auf. Die stabile Kommunikation zwischen Gateway und Speicher ist für 80 Meter Länge getestet, sollte aber auch über weitere Strecken funktionieren, wie Alec Curry betont. „Dadurch braucht der Speicher selbst kein WLAN. Nur das Gateway benötigt eine Internetverbindung.“

Notstrom ist möglich

Im fünften Schritt führt der Installateur vom ersten Speicher ein AC-Kabel auf einen Leitungsschutzschalter im Combiner und von dort in den Hauptverteiler. Er kann auch das AC-Kabel direkt auf die Hauptverteilung klemmen. Die Inbetriebnahme über die Software als letzter Schritt dauert laut Alec Curry fünf bis zehn Minuten inklusive Updates – ein Wert, den viele Installateure bereits bestätigt hätten.

Mit einer zusätzlichen Backup-Box wird das System auch notstromfähig. Sie sitzt zwischen Netz und Hauptverteiler und schaltet bei Netzausfall in unter zehn Millisekunden um – der Kunde merkt nichts. Die Box enthält auch Anschlüsse für einen optionalen Stromerzeuger. Über ein Relais mit 40 Ampere Nennstrom pro Phase wird der Stringwechselrichter im Inselbetrieb gesteuert.

Produziert die Solaranlage mehr, als Speicher und Lasten aufnehmen können, schaltet das System den Wechselrichter ab. Das System ist schwarzstartfähig – auch in Kombination mit dem bestehenden Stringwechselrichter.

Alec Curry betonte allerdings, dass bei der Planung darauf geachtet werden sollte, dass genügend Speicherkapazität und Aufladeleistung vorhanden sind, um zur Ausgangsleistung des Stringwechselrichters zu passen.

Mit bestehenden Speichern kombinieren

Das System kann auch mit vorhandenen DC-Speichern kombiniert werden. „Das muss man Fall für Fall betrachten, da sonst die Gefahr besteht, dass ein Speicher den anderen auflädt“, warnt Alec Curry. „Entscheidend ist hier ein sauberes Messkonzept und idealerweise ein Energiemanagementsystem, das beide Speicher kennt und priorisieren kann.“

Dazu hat Atmoce die Energiemanagementsysteme von Loxone, Consolino, Plexlog und Tobrain bereits zertifiziert. Weitere sind in Arbeit. Die Anbindung erfolgt über Modbus TCP, was die Integration grundsätzlich unkompliziert mache.

Steuerung live gezeigt

Benjamin Gfüllner demonstrierte die Steuerung von zwei Speichern an seinem eigenen Set-up. Sein Sungrow-Speicher mit 19 Kilowattstunden und der nachgerüstete Atmoce-Speicher werden getrennt betrachtet. „Die Priorisierung der Reihenfolge der Speicher übernimmt das Energiemanagementsystem Consolino“, erklärte er. Es sorgt dafür, dass zunächst der erste und danach der zweite Speicher jeweils separat beladen werden. Die gleiche Priorisierung gibt es dann beim Entladen der Speicher.

Ein für Ende Februar angekündigtes Update soll die Priorisierung weiter verfeinern. „Dann kann ein Speicher ausschließlich der Versorgung des Gebäudes zugewiesen werden, während der zweite Speicher zusätzlich die Wallbox fürs E-Auto versorgt“, stellt Benjamin Gfüllner in Aussicht.

Wenn Sie nicht live beim Webinar dabei sein konnten, haben Sie die Möglichkeit, sich die Aufzeichnung kostenlos anzuschauen.

Die Batterie von Atmoce wird an den Stromkreis im Haus angeschlossen.

Foto: Atmoce

Die Batterie von Atmoce wird an den Stromkreis im Haus angeschlossen.

AKTUELLES Video

Atmoce: Niedrige Spannung erhöht die Sicherheit

Die M-ELV-Batterie arbeitet mit weniger als 30 Volt. Das erhöht die Sicherheit für Installateure und erleichtert die tägliche Arbeit. Der Speicher und der Wechselrichter sind über ein intelligentes Energiemanagement ­verbunden. Privathaushalte und Unternehmen können davon profitieren.

Foto: Vorsatz Media

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