Mit dem Verfahren betritt die Stadt auf der Schwäbischen Alb nach eigenen Angaben Neuland. Beim Flächenpooling schließen sich kommunale und private Flächeneigentümer zu einer Gemeinschaft zusammen und treten gemeinsam gegenüber Projektentwicklern auf. Alle Beteiligten profitieren später anteilig an den Pachterlösen – unabhängig davon, ob ihre Fläche tatsächlich bebaut wird.
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Kommunen in der Nähe von Umspannwerken erhalten derzeit zahlreiche Anfragen für den Bau von Großbatteriespeichern. Fachwissen vor Ort fehlt häufig, die Erfahrung der Projektentwickler variiert, und hohe Pachten bergen Konfliktpotenzial. Werden kommunale Flächen nicht mitgeplant, gehen Städte und Gemeinden teils leer aus.
Verfahren aus der Windenergie übertragen
„Deshalb haben wir uns von Anfang an für eine professionelle Begleitung entschieden“, sagt Robin Menholz, Leiter des Amts für Bauwesen, Umwelt und Stadtentwicklung bei der Stadt Laichingen. Die Kommune wollte die Steuerungshoheit über das Projekt behalten und beauftragte Endura Kommunal.
„Etablierte Vorgehensweisen wie das kommunale Flächenpooling und das Interessenbekundungsverfahren lassen sich auch bei Großbatteriespeicher-Projekten erfolgreich einsetzen“, sagt Jan Friedrich, Senior Berater bei Endura Kommunal und dort verantwortlich für das Beratungsfeld Batteriespeicher. Friedrich hat zuvor zahlreiche Kommunen bei Windenergieprojekten begleitet.
Acht Angebote in der Auswertung
„Alle im Pool profitieren, egal ob ihre Fläche bebaut wird oder nicht“, erklärt Menholz. Das gemeinsame Auftreten stärke zudem die Verhandlungsposition gegenüber den Projektentwicklern. Unter Moderation der Kommune formulierte die Pooling-Gemeinschaft Kriterien für die Auswahl eines Projektentwicklers. In Laichingen gingen acht Angebote ein.
Batteriespeicher in der EU müssen sich bis 2030 verzehnfachen
Eine kommunale Vergabegruppe wertet sie derzeit mit Begleitung von Endura Kommunal aus. Am Ende soll ein Vertrag stehen, der die Kriterien der Pooling-Gemeinschaft – etwa ökologische Aspekte – bestmöglich erfüllt. Nach Angaben der Stadt soll der Großspeicher 2031 ans Netz gehen. (nhp)
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