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Westenergie testet Neuland bei Netzdigitalisierung

Westenergie erweitert damit die Digitalisierung seines Verteilnetzes von der Niederspannungs- auf die Mittelspannungsebene. Zur Einweihung reiste Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, an. Ebenfalls anwesend waren Robert Denda, Vorstandsvorsitzender von Westenergie, sowie Jürgen Grönner, Geschäftsführer der Verteilnetztochter Westnetz.

Reallabor für das Verteilnetz der Zukunft

Seit dem Start des Projekts vor rund zwei Jahren hat Westnetz die Digitalisierung der Stromnetze in den Kommunen Arnsberg und Sundern vorangetrieben. Von insgesamt 522 Ortsnetzstationen in der Region wurden bereits 261 digitalisiert – das entspricht einer Quote von mehr als 50 Prozent.

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Darüber hinaus hat Westnetz rund 11.000 intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter, installiert. Die neue digitale Umspannanlage ergänzt dieses Netz um eine weitere Komponente auf der Mittelspannungsebene. Gemeinsam bilden diese Elemente nach Unternehmensangaben ein bundesweites Reallabor für das Verteilnetz der Zukunft.

„Durch konsequente Investitionen in digitale Ortsnetzstationen und Smart Meter haben wir bereits heute eine Beobachtbarkeit von 40 Prozent in der Niederspannung erreicht“, sagt Grönner. Das helfe, das Netz besser auszulasten und mehr aus jedem Kilometer herauszuholen. „In Arnsberg und Sundern schaffen wir eine Blaupause für das Verteilnetz der Zukunft", erläuterte er.

Fernsteuerung verkürzt Fehlerbehebung um 25 Minuten

Denn im Gegensatz zu konventionellen Umspannanlagen lassen sich in der neuen Anlage sämtliche Schalter – Leistungsschalter, Trenner und Erder – aus der Ferne bedienen. Eine umfangreiche Sensorik liefert kontinuierlich Daten über Schaltzustände, Netzströme und weitere Betriebsparameter. Netzengpässe können so frühzeitig erkannt und Lasten besser gesteuert werden. Zudem setzt Westnetz auf digitale Kommunikation via Glasfaser statt analoger Kupferkabel.

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Denda bezifferte den praktischen Nutzen: „Verteilnetze sind das Betriebssystem der Energiewende.“ Damit dieses Betriebssystem jedoch in Zukunft zuverlässig funktioniere, arbeitet der Netzbetreiber an drei Dingen gleichzeitig: Anschlüsse schneller realisieren, unsere Netze konsequent digitalisieren und unsere Infrastruktur noch resilienter machen. „Wie das funktioniert, zeigen wir in Arnsberg und Sundern – mit einem konkreten Nutzen für die Menschen vor Ort: Durch die Fernsteuerbarkeit unserer Anlagen konnten Kundinnen und Kunden in der Region im Fall einer Störung rund 25 Minuten schneller wieder versorgt werden."

Solaranlagen auf Dächern der Schalthäuser

Die Anlage setzt auch beim Umweltschutz neue Akzente. Zum Einsatz kommen SF₆-freie Betriebsmittel – Schwefelhexafluorid ist ein in der Energietechnik verbreitetes, aber klimaschädliches Isoliergas. Ergänzt wird dies durch ein ökologisches Grünflächenmanagement sowie Solaranlagen auf den Dächern der Schalthäuser, die nach Unternehmensangaben den Eigenbedarf der Umspannwerke decken sollen.

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Das Projekt „Smarte Energieregion Arnsberg und Sundern" ist Teil des sogenannten Eon-Labs. Hier soll die Energieversorgung der Zukunft bereits in der Praxis erprobt werden. (nhp)

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