Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Elektrizitätswerk der Stadt Zürich testet Ladesäulen im intelligenten Netz

Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) hat in der Greencity im Stadtteil Wollishofen erstmals das aktiv und automatisch Ansteuern von Ladesäulen für Elektroautos getestet. Die Leistung der Säulen wurden zeitweilig abgesenkt, um das Verteilnetz bei Engpässen zu entlasten. Denn dies ist eine der großen Herausforderungen im Rahmen der Energiewende im Verkehrssektor, die auf viele Verteilnetzbetreiber in Zukunft zukommt.

Netzüberlastung verhindern

Auch in Zürich nimmt die Elektromobilität Fahrt auf und damit auch die Nachfrage nach Strom für die Autos. Das EWZ geht davon aus, dass aufgrund des Nutzerverhaltens von privaten Pkw viele Besitzer ihre Autos zur gleichen Zeit innerhalb der einzelnen Quartiere laden. „Die Kombination mit relativ hohen Ladeleistungen während mehrerer Stunden kann dies eine Überlastung insbesondere im Niederspannungsnetz zur Folge haben”, beschreiben die Ingenieure des EWZ die Herausforderung.

Ladeleistung automatisch steuern

Deshalb hat das EWZ in der Greencity verschiedene Smart-Grid-Ansätze ausprobiert. Zunächst haben die Techniker sie die vorhandene Trafostation an das eigene Glasfasernetz angeschlossen. Danach wurden in diese Stationen verschiedene Messgeräte und eine Monitoring- und Steuerungsplattform eingebaut. Diese sollte den Zustand des Mittel- und Niederspannungsnetz im Gebiet der Greencity lückenlos überwachen und drohende Netzengpässe sofort erkennen und verhindern. Auf der Basis des Netzzustandes werden dann Steuersignale wie die Reduzierung der Leistung für die Ladeinfrastruktur in der Tiefgarage der Greencity definiert und an die einzelnen Ladesäulen übermittelt.

Intelligentes Netz aufbauen

Auf der Basis der dabei gewonnenen Daten und Erkenntnisse will das EWZ jetzt das eigene intelligente Netz weiterentwickeln und so die gesamte Ladeinfrastruktur entsprechend automatisch steuern. Ab 2021 will der Züricher Netzbetreiber damit beginnen, weitere der fast 900 Trafostationen in den Quartieren an das Glasfasernetz anzuschließen, Messgeräte einzubauen und in eine Monitoring- und Steuerungsplattform einzubinden. Auf diese Weise will das EWZ in den kommenden Jahren ein komplettes intelligentes und zukunftsorientiertes Stromnetz aufbauen. (su)

Zum Weiterlesen:

Genossenschaft will ökologische Ladeinfrastruktur aufbauen

VDE standardisiert Datenaustausch zwischen Gebäude und Stromnetz

Für Abonnenten:

Drahtseilakt fürs Netz