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Dringend Geldspenden für Solartechnik und Batterien gesucht

Bei einer Videokonferenz mit Aktivistinnen von Greenpeace in Kiev, Willi Ernst von der Biohaus-Stiftung in Paderborn und dem Firmenverbund Nordsolar wurde die Dringlichkeit neuer Hilfen für die Ukraine diskutiert. 2025 wurden vier Hospitäler mit Solaranlagen und Speicherbatterien ausgestattet. Nun geht es darum, die Hilfsaktionen auszuweiten.

Ukraine: Solartechnik wichtig für Resilienz und Wiederaufbau

Denn der Erfolg spricht sich schnell herum, die Warteliste wächst. „Wir haben die Ausstattung an 13 Hospitäler in verschiedenen Regionen der Ukraine geliefert, insgesamt 881 Kilowatt“, berichtet Marina Abramian vom Greenpeace-Büro in Kiev. „Jetzt wollen sich 104 weitere Krankenhäuser mit Photovoltaik versorgen. Sie sind bereit, sich an der Finanzierung zu beteiligen.“

Kooperation seit mehr als einem Jahr

Seit mehr als einem Jahr kooperiert die Biohaus-Stiftung in Paderborn mit Greenpeace und logistischen Kanälen der EU, um Solaranlagen, BHKW und Speicher zu kaufen, zu verschicken und die Solarteurinnen vor Ort bei der Installation zu unterstützen. „Die Komponenten kaufen wir mit Spendengeldern ein“, erzählte Willi Ernst von der Biohaus-Stiftung. „Die Kosten für Transport, Zoll und dergleichen teilen wir halbe halbe mit Greenpeace.“

Biohaus schickt weitere Solaranlagen in die Ukraine

Greenpeace hat 2025 insgesamt 30 Frauen zu Solarteurinnen ausgebildet, in diesem Jahr sollen 50 hinzu kommen. Die Männer stehen an der Front, für die Kurse bei Greenpeace gibt es deutlich mehr Bewerbungen, als letztlich ausgebildet werden können. Absolventinnen des ersten Lehrganges haben in Charkiv eine eigene Ausbildungsstätte eröffnet, um ihr Wissen weiterzugeben.

Die Lage ist dramatisch

Die Lage ist dramatisch, wenn diese Beschreibung überhaupt ausreicht. „Die Energieversorgung in der Ukraine ist zusammengebrochen“, berichtet Marina Abramian. „Durch die systematischen Attacken der russischen Aggressoren sind alle großen Energieerzeuger zerstört.“

Nun rächt sich, dass Versorgung in der Ukraine stark zentralisiert ist. 43 Prozent der Atomkraft ist nicht verfügbar. 52 Prozent der Wasserkraft sind zerstört, ebenso mehr als die Hälfte der Hochspannungsleitungen.

Pilotprojekt in der Ostukraine für erneuerbare Wärme gestartet

Seit Beginn der Invasion im Februar 2022 wurden 19 Gigawatt Erzeugungsleistung vernichtet. Auch die erneuerbaren Energien blieben nicht verschont, sie sanken von 9,6 Gigawatt (Januar 2022) auf 7,4 Gigawatt (Oktober 2025). „Nach jedem Angriff versuchen unsere Techniker verzweifelt, die Versorgung wieder herzustellen“, berichtet Abramian. „Manchmal dauert es eine Woche oder länger, um die Stromversorgung neu anzuschließen.“

Ein sehr harter Winter

Brutale Realität: Mehr als 160 Techniker und Ingenieure wurden bei Reparaturen und Aufräumarbeiten in Kraftwerken getötet, hunderte verletzt. Drei Kriegswinter waren recht milde, doch in diesem Jahr kam der Frost ohne Erbarmen. In Kiev sanken die Temperaturen auf minus 20 Grad Celsius. Rund 1,2 Millionen Menschen sind ohne Strom. Weit über 1.100 Gebäude allein in Kiev blieben unbeheizt.

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Normalerweise werden sie durch Fernwärme versorgt, die sich jedoch als außerordentlich verletzbar erwies. Die Russen zerstörten die Heizwerke und gaben ganze Stadtteile der eisigen Kälte preis. Seit Jahresbeginn bis Mitte Februar wurden 217 russische Angriffe auf den Energiesektor der Ukraine gezählt.

Ein heißer Tee – wenigstens

Kiev hat knapp drei Millionen Einwohner, etwa eine Million weniger als Berlin. In der Stadt – wie in anderen Städten auch – wurden Heizzelte errichtet. Dort können sich die Menschen aufwärmen und treffen. Diese Zelte werden durch Dieselgeneratoren versorgt.

Viele Familien haben nicht einmal Gas, um gefrorene Lebensmittel aufzutauen. „Wir haben damit begonnen, geeignete Orte mit Sonnenstrom und Batterien auszustatten“, erklärt Polina Kolodiazhna von Greenpeace. „Dort kommen wir ohne Diesel aus. Dort treffen sich die Menschen, um Atem zu holen, sich auszutauschen und einen heißen Tee zu trinken.“

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Solare Inseln sind überlebenswichtig

Weil das fossil-nukleare Energiesystem der Ukraine zusammengebrochen ist, werden solarbetriebene Inseln mit Batteriespeichern überlebenswichtig. „Immer mehr Krankenhäuser erkennen, dass sie sich damit unabhängig machen und obendrein erhebliche Energiekosten sparen können“, urteilt Polina Kolodiazhna. „Das ist ungeheuer wichtig.“

So wurden auf dem Dach eines Hospitals in Chortkiv in der Westukraine 50 Kilowatt Solarmodule installiert. Die Anlage liefert 30.000 Kilowattstunden im Jahr für den Kreißsaal und Neugebore mit ihren Müttern.

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Weitere 17.000 Kilowattstunden versorgen die Abteilung für Infektionskrankheiten. Mittlerweile werden rund 70 Prozent des Strombedarfs des Krankenhauses mit Sonnenstrom gedeckt. „Im Jahr spart das Hospital rund 470.000 Hrywnja“, rechnet Greenpeace-Expertin Marina Abramian vor. 1.000 Hrywnja entsprechen etwa 20 Euro. Größere Krankenhäuser können bis zu einer Million Hrywnja sparen – 50.000 Euro. Jedes Jahr, wohlgemerkt.

Website von Greenpeace in der Ukraine (Englisch)

Die nächsten Trucks sind unterwegs

Bis Ende Februar geht der nächste Transport von Paderborn auf die Reise. Er bringt BHKW in den Westen des Landes, wo die Gasversorgung einigermaßen gesichert ist. Und er bringt Solarmodule und Speicherbatterien in fünf Städte, damit sie möglichst bald installiert werden. „2026 wollen wir mindestens zwölf Krankenhäuser ausstatten“, gibt Willi Ernst einen Ausblick. „Dafür brauchen wir dringend Geldspenden. Wenn es mehr Spenden werden, schicken wir mehr als zwölf Anlagen.“ Die Biohaus-Stiftung ist gemeinnützig, sie stellt steuerlich abzugsfähige Spendenquittungen aus, ebenso Greenpeace. (HS)

Wer Geld für die Ukraine spenden möchte, melde sich bitte bei Willi Ernst, unter dieser E-Mail: willi.ernst@biohaus-stiftung.org