Der Entwickler von Photovoltaikprojekten, Goldbeck Solar, errichtet am eigenen Unternehmenssitz in Hirschberg an der Bergstraße eine Agri-PV-Anlage mit einer Leistung von 5,1 Megawatt. Das Besondere ist, dass die Anlage aus verschiedenen Technologien und Montagevarianten besteht. Damit will Goldbeck Solar die verschiedenen Montagesysteme unter realen Einsatzbedingungen testen.
Drei Systeme aufbauen
Zwei der installierten Systeme sind Trackkonstruktionen, die die Solarmodule automatisch dem Lauf der Sonne nachführen und so den Solarertrag optimieren. Die Erzeugung ist dadurch besser auf den Strommarkt ausgerichtet, da die Anlage auch in den Morgen- und Abendstunden Strom produziert. In diesen Zeiten speisen weniger Solaranlagen ein und der Landwirt oder Anlagenbetreiber kann höhere Erlöse an der Börse erzielen.
Goldbeck Solar baut eine der Anlagen als 1P-Tracker und eine als 2P-Tracker auf. Das bedeutet, dass entweder ein oder zwei Module auf einem Modultisch im Hochkantformat montiert werden. Beide Systeme werden mit verschiedenen Agri-PV-Anwendungen kombiniert. Die dritte Anlage ist eine Festaufständerung, bei der die Module vertikal installiert werden. Hier findet die landwirtschaftliche Nutzung zwischen den einzelnen Modulreihen statt. Auch diese Aufständerung ist für die Stromvermarktung vorteilhaft, da die Anlage ebenfalls vor allem in den Morgen- und Abendstunden Strom erzeugt, und keine Mittagsspitze produziert.
Welche Pflanzen gedeihen mit der Agri-PV
Diese drei Anlagen stehen auf einer Fläche von insgesamt zehn Hektar, die weiterhin landwirtschaftlich genutzt wird. Goldbeck Solar will so das Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Stromproduktion untersuchen. Im Mittelpunkt stehen dabei Erkenntnisse, welche Pflanzen für die Agri-PV geeignet sind und welche Synergien zwischen den beiden Formen der Flächenbewirtschaftung erzielt werden. Zudem will Goldbeck herausfinden, welche Landwirtschaftsmaschinen zwischen und unter den Modulen ackern können und wie sich die Erträge sowie der Wartungsaufwand der Tracker- und der vertikalen Festaufständerung im Vergleich zueinander entwickeln. Dafür installiert Goldbeck Solar umfangreiche Sensoren und Monitoringsysteme, die kontinuierlich Daten erfassen und auswerten.
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Solartechnik für Landwirte – Alles Wichtige zu Technik und Regeln im Spezial
Die für die Landwirtschaft relevanten Daten werden mit den Daten verglichen, die Goldbeck Solar auf einer Referenzfläche erfasst. Diese Fläche mit einer Größe von zwei Hektar wird mit den gleichen Feldfrüchten bestellt wie die Agri-PV-Fläche, um die beiden Erträge miteinander zu vergleichen.
Permanenter Showroom auf dem Feld
Zusätzlich dazu baut sich Goldbeck Solar mit der Installation einen dauerhaften Demonstrationsstandort für Kunden, Investoren und die interessierte Öffentlichkeit auf. So können Besucher anhand von Wissenstafeln die verschiedenen Systeme direkt miteinander vergleichen und ihre Funktionsweise im laufenden Betrieb erleben. „Die Anlage ist im Grunde eine Ausstellung. Kunden können die Technologien unter realen Bedingungen sehen, anstatt sich nur auf technische Datenblätter zu verlassen“, erklärt Johannes Dewald, Projektleiter bei Goldbeck Solar, den Ansatz. „Mit diesem Projekt schaffen wir einen anwendungsorientierten Agri-PV-Park mit Skalierungseffekt unter realen Bedingungen und gleichzeitig einen permanenten Showroom für unsere Kunden. Was auf Fachmessen oftmals nur wenige Tage sichtbar ist, können Investoren hier das ganze Jahr über in Betrieb erleben.“
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Bürger am Projekt beteiligt
Auch bei der Finanzierung des Projekts ist Goldbeck einen neuen Weg gegangen. Denn die ortsansässige Energiegenossenschaft Hohe Waid wird zu gleichen Teilen am Projekt und dessen Finanzierung beteiligt. Über diese Genossenschaft können sich Bürgerinnen und Bürger als Mitglieder an den Anlagen beteiligen. Somit sei in hohem Maß gewährleistet, dass die Menschen, die die Agri-PV-Anlage im Blick haben, auch daran partizipieren können, begründet Goldbeck Solar den Weg. „Die Wertschöpfung am Projekt verbleibt dadurch am Ort“, sagt Matthias Schütze, von der Energiegenossenschaft Hohe Waid. „Wir verankern mit dem vorliegenden Finanzierungsmodell das Projekt klar in der Bevölkerung. Damit steigt die Akzeptanz bei den Menschen vor Ort“, betont er. (su)