Bei den jüngsten Ausschreibungen von Marktprämien für Strom aus solaren Freiflächenanlagen hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) abermals mehr Leistung angeboten bekommen als zu vergeben war. Tatsächlich registrierte die Bonner Behörde 401 Gebote mit einer Gesamtleistung von 3.170 Megawatt. Ausgeschrieben waren aber nur 2.135 Megawatt.
261 Anlagen bekommen eine Marktprämie
Damit war auch diese Ausschreibungsrunde wieder überzeichnet, allerdings geringer als die beiden vergangenen Auktionen. Denn immerhin konnten zwei Drittel der Gebote und der eingereichten Leistung mit einer Marktprämie bedacht werden. Bei den beiden vorangegangenen Ausschreibungen war das jeweils nur für die Hälfte der Gebote der Fall.
So können 261 angebotene Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 2.135 Megawatt mit einer Marktprämie gebaut werden. 48 Gebote wurden aus formalen Gründen von Zuschlagsverfahren ausgeschlossen. So gingen in dieser Runde nur 92 Gebote leer aus, weil sie mit einem zu hohen Preis kalkuliert hatten.
Preise sind gesunken
Trotz der leichten Entspannung bei der Auktion ist der durchschnittliche Zuschlagspreis gesunken. Mengengewichtet lag er bei 4,79 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: In der Vorrunde lag er bei 4,94 Cent pro Kilowattstunde. In der Ausschreibungsrunde vorher lag er sogar bei fünf Cent pro Kilowattstunde. Die Preissenkung setzt sich also fort – trotz sinkender Nachfrage. Er liegt weit über einen Cent pro Kilowattstunde niedriger als der zulässige Höchstwert von 5,90 Cent pro Kilowattstunde.
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Offensichtlich liegt das daran, dass mehr Projekte im unteren Preissegment liegen als bei den vorhergehenden Auktionen. Denn der niedrigste Zuschlagswert liegt mit 4,38 Cent pro Kilowattstunde fast gleichauf wie im März dieses Jahres, als das preiswerteste Projekt mit 4,40 Cent pro Kilowattstunde ausgekommen ist. Im Gegensatz dazu ist aber der Höchstwert erheblich von 5,30 auf 4,97 Cent pro Kilowattstunde gesunken, was sich natürlich mindernd auf den mengengewichteten durchschnittlichen Zuschlagswert auswirkt.
Bayern liegt weiter vorn
Bei der regionalen Aufteilung der Zuschläge bleibt Bayern weiter vorn. Denn immerhin haben 75 Projekte im Freistaat mit einer Gesamtleistung von 429 Megawatt eine Marktprämie gewonnen. Weitere 41 Zuschläge gingen nach Baden-Württemberg. Dort entsteht eine Leistung von 266 Megawatt mit Marktprämien aus der jüngsten Ausschreibung. Schon weit abgeschlagen liegt Niedersachsen auf dem dritten Platz. Dort bekommen 28 Solarparks mit einer Gesamtleistung von 225 Megawatt eine Marktprämie.
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Große Anlagen im Norden, kleine Anlagen im Süden
Wobei diese Zahlen zeigen, dass in Niedersachsen die größeren Anlagen gebaut werden. Denn dort liegt die durchschnittliche Anlagenleistung bei 8,03 Megawatt, während sie im Ländle nur 6,48 Megawatt und in Bayern sogar nur 5,72 Megawatt beträgt. Mit 9,56 Megawatt liegt die durchschnittliche Anlagenleistung, die in der Ausschreibung bezuschlagt wurde, in Rheinland-Pfalz noch höher. In diesem Bundesland werden 25 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 239 Megawatt mit einer Marktprämie bedacht. Die größten Anlagen aus der jüngsten Ausschreibung werden aber in Nordrhein-Westfalen gebaut. Dort haben 21 Projekte mit einer Gesamtleistung von 233 Megawatt eine Marktprämie gewonnen. Damit liegt die durchschnittliche Anlagenleistung dort bei 11,09 Megawatt und damit fast doppelt so hoch wie in Bayern. (su)