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C&I

Dynamische Strompreise bieten neue Chancen

Der gewerbliche und industrielle Solarmarkt in Deutschland befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Steigende Netzentgelte, volatile Strompreise und verschärfte Nachhaltigkeitsziele veranlassen immer mehr Unternehmen, ihre Energieversorgung strategisch neu zu denken. Eigenverbrauch, Lastmanagement und Netzinteraktion werden zunehmend zu integralen Bestandteilen eines modernen Energiesystems.

Mehr Batteriesysteme installiert

Laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme entfällt mittlerweile ein erheblicher Anteil der installierten Photovoltaikleistung auf gewerbliche Anwendungen. Der Anteil hybrider Systeme wächst dynamisch. Hybride Systeme – also die Kombination aus Solarstromerzeugung, Batteriespeicherung und intelligenter Netzsteuerung – entwickeln sich zum neuen Standard im C&I-Segment.

Sie ermöglichen es Unternehmen, ihre Stromkosten zu senken, die Sicherheit ihrer Energieversorgung zu erhöhen und gleichzeitig die CO₂-Bilanz zu verbessern. Hersteller wie Solis treiben den Ausbau hybrider C&I-Lösungen voran und sehen eine klare Entwicklung hin zu integrierten Energiemanagementsystemen.

Drei Funktionen vereint

Ein hybrides System vereint drei Funktionen im integrierten Energiemanagement: die Erzeugung von Solarstrom, die Speicherung überschüssiger Energie und die Interaktion mit dem Stromnetz. Der Wechselrichter fungiert als Schaltzentrale. Er steuert die Energieflüsse zwischen Photovoltaikanlage, Batterie, Netz und gegebenenfalls dem Notstromaggregat oder der übergeordneten EMS-Plattform. Ziel ist es, Strom bedarfsgerecht, wirtschaftlich und netzdienlich einzusetzen.

Vielfältige Nutzung möglich

In der Praxis bietet diese Systemlösung den Unternehmen vielfältige Möglichkeiten:

  • - Nutzung von Solarstrom zur Eigenversorgung während der Erzeugungszeiten,
  • - Zwischenspeicherung überschüssiger Energie und deren Abruf in Zeiten hoher Last oder geringer Solarerzeugung,
  • - Reduzierung von Lastspitzen und Netzentgelten durch gezielte Entladung der Batteriespeicher,
  • - Einspeisung überschüssiger Energie ins Netz zur Erzielung zusätzlicher Erlöse,
  • - Aufrechterhaltung kritischer Prozesse bei Netzausfällen durch Notstrombetrieb.
  • Sechs Punkte für Hybridwechselrichter

    Moderne Hybridwechselrichter agieren als Knotenpunkt für die intelligente Steuerung. Solis integriert beispielsweise erweiterte Kommunikationsschnittstellen und EMS-Funktionen, die eine präzise Abstimmung von Solarstrom, Speicher und Netzstrom ermöglichen. Diese Fähigkeit wird im dynamischen Energiemarkt entscheidend. Zu den wichtigsten Leistungsmerkmalen gehören:

    1. Überdimensionierung: Die überproportionale Auslegung des Solargenerators gegenüber der Nennleistung des Wechselrichters maximiert den Energieertrag bei geringer Einstrahlung und reduziert Systemkosten. Moderne Geräte ermöglichen Überdimensionierungen von bis zu 200 Prozent, wodurch die benötigte Anzahl an Wechselrichtern und damit die Investitionskosten deutlich sinken.

    2. Kompatibilität mit Hochstrommodulen: Hohe Eingangsströme und ein breiter Eingangsspannungsbereich gewährleisten die Kompatibilität mit modernen Solartechnologien – etwa Topcon-, Backcontact- oder bifazialen Modulen. Damit können gängige Module für Aufdachsysteme oder großformatige Module für die Freifläche verwendet werden.

    3. Dynamisches Ladeverhalten: Schnelle Reaktionszeiten beim Laden und Entladen der Batteriesysteme sind insbesondere für industrielle Lastprofile wesentlich. So lassen sich Lastspitzen vermeiden und günstige Solarüberschüsse gezielt nutzen.

    4. Skalierbares Systemdesign: Ein modulares Konzept ermöglicht die flexible Erweiterung von Solarleistung und Speicherkapazitäten – etwa bei wachsendem Energiebedarf oder veränderten Marktbedingungen – ohne kostspielige Umbauten.

    5. Überlasttoleranz und Notstrom: Hybridwechselrichter mit Back-up-Funktionalität versorgen kritische Verbraucher auch bei Netzausfall oder Spannungsschwankungen. Entscheidend sind kurze Umschaltzeiten und temporäre Überlastfähigkeit, um betriebliche Kontinuität sicherzustellen.

    6. Integriertes Energiemanagement: Ein modernes EMS steuert Solaranlage, Batterie und Netzstrom in Echtzeit. Es bezieht Tarifmodelle, Lastprofile und Wetterdaten ein. So werden Betriebskosten gesenkt und Energieflüsse optimiert – ohne manuelle Eingriffe.

    Dynamische Stromtarife

    Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien vollzieht sich in Europa ein Strukturwandel: Der Strompreis wird zunehmend durch kurz­fristige Marktsignale bestimmt. Dynamische Tarife spiegeln diese Preisentwicklungen nahezu in Echtzeit wider und fördern die flexiblere Nutzung von Energie. Gleichzeitig stellen sie Unternehmen vor neue Herausforderungen – insbesondere, wenn Preisspitzen und Preistäler kurzfristig auftreten.

    Hybride Solar-Speicher-Systeme sind prädestiniert, auf solche Signale zu reagieren. Bei niedrigen Preisen im Netz speichern sie Strom ein, den sie bei hohen Preisen wieder einspeisen – oder im Betrieb nutzen. Der nächste Entwicklungsschritt liegt in der Automatisierung.

    KI-basierte Energiemanagementsysteme analysieren Preissignale, Lastprofile und Wetterprognosen, um Lade- und Entladezeiten zu optimieren. Auf diese Weise lassen sich Kosten senken, Risiken minimieren und Marktchancen in einem zunehmend flexiblen Energiesystem ausschöpfen.

    Dieser Utility-Wechselrichter ist für 1.500 Volt DC vorbereitet.

    Foto: Heiko Schwarzburger

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    Foto: Vorsatz Media

    Der Autor

    René Gelfert
    ist Wirtschaftsingenieur und seit 2015 in der Photovoltaikbranche tätig. Als Product Manager begleitete er zahlreiche Produkte und Systemlösungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg und verfügt über umfangreiches Know-how zu Marktentwicklungen sowie zu den Anforderungen und Bedürfnissen der Kunden. Seit über einem Jahr ist René Gelfert als Product Solution Specialist für die DACH-Region bei Solis tätig, insbesondere als Pre-Sales-Experte für Wechselrichter.

    Linus Seemann/Solis

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