Mitte Oktober kamen beim 4. BVES Investor Summit Europe in Berlin mehr als 550 Vertreter der europäischen Energie- und Finanzbranche zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Speicher wirtschaftlich realisieren und als Flexibilitätsressource erschließen lassen. Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) nutzte den Summit, um klare Forderungen an Politik und Netzbetreiber zu richten.
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„Entscheidend ist nicht mehr, ob Speicherprojekte kommen, sondern wie wir sie unter realen Markt- und Netzbedingungen erfolgreich umsetzen", sagt BVES-Bundesgeschäftsführer Urban Windelen. Die Branche entwickele die Vermarktungsstrategien weiter, kombiniere Erlösquellen und stärke die Flexibilität und Resilienz des Energiesystems. „Jetzt müssen die Rahmenbedingungen Schritt halten. Ein Netzanschluss darf nicht zum unkalkulierbaren Investitionsrisiko werden."
Forderungen an Netzbetreiber und Politik
Der BVES fordert von Netzbetreibern schnelle, transparente und diskriminierungsfreie Anschlussverfahren. Flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCA) müssen nach Verbandsansicht praxistauglich ausgestaltet werden, damit Speicher auch bei zunächst begrenzter Netzkapazität wirtschaftlich betrieben werden können. Von Politik und Regulierungsbehörden verlangt der BVES verlässliche Rahmenbedingungen, die finanzierbare Geschäftsmodelle ermöglichen.
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Der Summit zeigte mit mehr als 60 Speakern, neun Paneldiskussionen und sechs Deep-Dive-Workshops, wie stark sich der Speichermarkt professionalisiert hat. Zunehmend an Bedeutung gewinnen sogenannte Co- und Tri-Location-Konzepte. Bei diesen Projekten nutzen Photovoltaik-, Windenergie- und Batteriespeicheranlagen einen gemeinsamen Netzanschluss. Solche Konzepte können bestehende Infrastruktur effizienter nutzen. Vorausgesetzt, Erzeugung, Speicherung, Netzrestriktionen und Vermarktung werden gemeinsam geplant.
Neue Technologien und wachsende Sicherheitsanforderungen
Mit der wachsenden Rolle von Speichern steigen auch die Anforderungen an physische Sicherheit und Cybersicherheit. Sichere Steuerungs- und Energiemanagementsysteme müssen bereits bei Planung und Beschaffung berücksichtigt werden. Neben Batteriespeichern entstehen nach Einschätzung des BVES neue Investitionsfelder: Thermische Speicher, industrielle Wärmepumpen und flexible Prozesswärme könnten erneuerbaren Strom effizienter nutzbar machen.
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Die Branche arbeitet daran, Lösungen zu entwickeln und Risiken beherrschbar zu machen. „Wer mehr Flexibilität im Energiesystem will, muss die Voraussetzungen schaffen, damit Speicher ans Netz kommen und wirtschaftlich betrieben werden können“, betont Windelen. (nhp)
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