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Gelungener Auftakt für die Wärmeoffensive

Infrarotheizung als neues Geschäftsfeld für Solarinstallateure: Dieser Gedanke war für viele erst einmal neu, als sie auf der Solar Solutions in Düsseldorf den Stand der Wärmeoffensive „Elektrisch Heizen mit Photovoltaik und Infrarot“ passierten. Die Referenzen, Vorträge und Gespräche mit den Branchenexperten der IG Infrarot Deutschland zeigten dann aber schnell, wo das Potenzial liegt.

Elektrisch betriebene Infrarotheizungen sind ideal für die Kombination mit Photovoltaik, und durch vergleichsweise niedrige Kosten für Installation, Betrieb und Wartung setzen sie Budget für eine Photovoltaikanlage oder mehr Solarleistung frei. „Mit Infrarotheizungen können Installateure ihren Kunden eine komplette, bezahlbare Strom- und Wärmelösung anbieten“, erklärt Lars Keussen, erster Vorsitzender der IG Infrarot Deutschland. „Die Geräte lassen sich einfach an vorhandene Stromleitungen anschließen – fast so unkompliziert wie Leuchten. Das senkt die Einstiegs­hürde und eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten im wachsenden elektrischen Wärme­markt.“

Und so lautete das Motto der Wärme­offensive auch „Einfach wie Licht – E-Wärme planen und installieren“.

Gemeinsam für Solar und Infrarot

Zusammen mit dem Fachmedium photovoltaik und der Solar Solutions hat der Branchenverband der führenden Hersteller und Anbieter von Infrarotheizungen im Dezember 2025 zum ersten Mal zur Wärmeoffensive „Elektrisch Heizen mit PV und Infrarot“ auf der Fachmesse in Nordrhein-Westfalen eingeladen. Zwei Tage lang drehte sich auf der Aktionsfläche alles um elektrische Direktheizungen und Warmwasserbereitung in Kombination mit Photovoltaik.

Dabei standen Infrarotheizungen im Mittelpunkt. Sie unterscheiden sich durch den hohen Anteil an Strahlungswärme von anderen Elektrodirektheizungen. Die elektrische Warmwasser­bereitung deckten die Hersteller My-PV und Askoma ab.

Für die IG Infrarot Deutschland war es der erste Messeauftritt und ein voller Erfolg: „Es war eine großartige Entscheidung herzukommen“, resümiert Lars Keussen. „Das Interesse am Heizen mit Infrarot ist größer geworden. Für uns hier war es der Ausdruck dessen, was sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat.“ Seit ein paar Jahren etablieren Infrarotheizungen sich im gut gedämmten Gebäude immer mehr als Alleinheizung und gewinnen auch im Hybridbetrieb, etwa als Ergänzung zur Gasheizung, an Bedeutung.

Mehr Offenheit für E-Heizen

Jan Motschull, Geschäftsführer der Firma Vasner Manketech, zog zufrieden Bilanz: „Wir merken, dass der Mindset sich ändert und eine Offenheit für das Heizen mit Infrarot entsteht. Die Solarbranche ist interessiert und erkennt die Möglichkeiten.“

Motschull, Keussen und weitere Mitglieder des Branchenverbandes waren nach Düsseldorf gekommen, um dort ihre Referenzen aus dem Wohnungs-, Gewerbe- und kommunalen Bau zu erläutern, Fachvorträge zu halten und Fragen zu beantworten.

Photovoltaik ist meistens dabei

Das Interesse war groß, auch aus der Politik. Auf dem Messerundgang nach ihrer Eröffnungsrede legte Wibke Brems, Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Grüne im Landtag von Nordrhein-Westfalen, einen Stopp bei der Wärmeoffensive ein. Mit dabei war unter anderem Dr. Christian Untrieser, Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie. Sie ließen sich von Christoph Weiland, Vorstand der IG Infrarot Deutschland, die Infrarot­heiztechnik, Anwendungen und das Potenzial der elektrischen Direktheizung im Neubau und in der Sanierung erläutern.

Stephan Schmitter, Geschäftsführer der SHK-Innung Düsseldorf, und Hans-Werner Eschrich, Obermeister und Innungsvorstand, statteten dem Team der IG Infrarot einen Besuch ab. Solarinstallateure, Dachdecker und Elektriker – von ­Lübeck im Norden bis Nürnberg im Süden – folgten den Vorträgen und ließen sich Projekte erläutern. Vertreter von Wohnungsunternehmen, Großhändlern und Energieversorgern brachten gezielte ­Fragen mit.

Die präsentierten Projekte reichten von neuen und sanierten Ein- und Mehrfamilienhäusern über ein Gewerbegebäude und ein Feuerwehrhaus bis hin zu einem Wohnquartier für Geflüchtete. Bei fast allen Gebäuden ist auch eine Photovoltaikanlage installiert.

Zwei Beispiele der Firma Blowfill zeigen die Möglichkeiten und finanziellen Vorteile der Infrarot­heiztechnik. Präsentiert wurden sie von Michael Ringbauer, Geschäftsführer von Redwell Manufaktur. Das erste war ein Neubau (Baujahr 2022) mit 220 Quadratmetern beheizter Fläche und Effizienzhaus-Standard KFW 40 plus.

Neubau kostengünstig versorgt

Die Nettogesamtkosten von 57.200 Euro für die Haus- und Energietechnik teilten sich wie folgt auf: Rund 20.000 Euro investierte der Bauherr in die Infrarotheizungen, 18.000 Euro in 9,9 Kilowatt Photo­voltaik (mit 70 Prozent Einspeisebegrenzung) und einen Batteriespeicher.

Rund 4.200 Euro flossen in die Brauchwasser-Wärmepumpe und 15.000 Euro in die übrige Elektrotechnik, zu der auch eine dezentrale Lüftungsanlage gehört.

Eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und Verteilung hätte laut Geschäftsführer Hartmut Hartmann rund 44.000 Euro gekostet. 2023, im ersten Jahr mit kompletter Energiebilanz, verbrauchte die dreiköpfige Familie insgesamt 8.178 Kilowattstunden Strom. 24 Prozent wurden mit Solarstrom gedeckt.

Der Stromverbrauch beinhaltet alle Verbraucher inklusive Haushaltsstrom, die Wärmeversorgung mit Infrarotheizungen und Warmwasser-​Wärmepumpe sowie die Lüftung. 2024 waren es 8.761 Kilowattstunden Stromverbrauch und 24 Prozent Autarkie. In beiden Jahren erzeugte die Photovoltaikanlage mehr Solarstrom, als elektrische Energie im Haus verbraucht wurde.

Umbau im Bestand

Beim zweiten Projekt, gleichfalls in Niedersachsen, handelte es sich um ein Bestandsgebäude von 1969 mit 160 Quadratmetern beheizter Fläche. Das Dach wurde erneuert, die Fenster getauscht und eine Kerndämmung durchgeführt. So gut gedämmt, konnte ein Infrarotheizsystem installiert werden.

Die Eigentümer investierten insgesamt 51.300 Euro netto in die Haus- und Energietechnik. Darauf entfielen 12.700 Euro auf die Infrarot­heizungen, rund 20.000 auf eine Photovoltaikanlage mit 12,8 Kilowatt Leistung (mit 70 Prozent Einspeisebegrenzung) mit Batteriespeicher, 3.600 Euro auf eine Brauchwasser-Wärmepumpe mit 150-Liter-Wasserspeicher sowie 15.000 Euro in die weitere Energietechnik inklusive dezentraler Lüftungsanlage.

2023 verbrauchte die vierköpfige Familie 11.212 Kilowattstunden für die Strom- und Wärmeversorgung (43 Prozent Autarkie). 2024 verbrauchte sie 12.323 Kilowattstunden und erzielte 44 Prozent Autarkie durch die Solarstromanlage.

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