Wer mit Öl oder Gas heizt, muss sich auf steigende Heizkosten einstellen. Dies ist das Fazit des aktuellen Heizspiegels 2026 des Verbraucherportals CO2online, der im September veröffentlicht wurde. Elektrische Infrarotheizungen sind ein Weg, sich mit überschaubarem Aufwand und Kosten von der Preisspirale abzukoppeln.
Mehrfamilienhaus in Sachsen nahezu energieautark
Infrarotheizungen können bestehende Heizsysteme ersetzen oder ergänzen. „Auf die Weise helfen sie Eigentümern, ihre Abhängigkeit von Öl und Gas schrittweise zu verringern“, empfiehlt Christoph Weiland, Vorsitzender des Branchenverbandes IG Infrarot Deutschland. „ Die Infrarotheizgeräte werden einfach und schnell ans Hausnetz angeschlossen. Sie bieten die Möglichkeit, sich mit elektrischem Heizen vertraut zu machen und die behagliche Direktwärme zu erleben.“
Strategie für Umstellung auf E-Heizen
Weiland rät, die Umstellung auf das elektrische Heizen strategisch anzugehen. „Zunächst sollte man überlegen, wie man langfristig heizen möchte. Außerdem gilt es zu entscheiden, wann die Installation der ersten Infrarotheizgeräte sinnvoll ist.“
Wenn ohnehin eine Renovierung oder Sanierung ansteht, werden die Räume bei dieser Gelegenheit mit überschaubarer Investition mit Infrarotheizungen ausgestattet. Eine Photovoltaikanlage kann hiervon unabhängig installiert werden.
Temperaturen im Heizungsvorlauf senken
E-Heizungen mit Schamottspeicher nutzen dynamische Tarife besser aus
Durch die Ausstattung der Wohnung mit Infrarotheizungen ist es möglich, die Vorlauftemperatur der fossilen Heizung zu reduzieren. Bei einer Grundtemperatur von 17 Grad Celsius kann die Infrarotheizung bedarfsgerecht die Spitzenlast decken. Im Badezimmer kann sie die Temperatur kurzfristig zum Beispiel auf 24 Grad Celsius erhöhen. Im Kinderzimmer wird die Temperatur angehoben, wenn der Nachwuchs aus der Schule kommt.
Schnelle Regelbarkeit, Wärme vor Ort
Schlafzimmer werden tagsüber kaum benutzt. Hier besteht vor allem am Morgen und am Abend Bedarf an behaglicher Wärme. In allen Räumen mit Infrarotheizungen, die zeitgesteuert und mit Thermostaten geregelt werden, entsteht direkte Strahlungswärme zur richtigen Zeit und am richtigen Ort.
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Sinnvoll ist es, das Infrarotheizsystem nach der kompletten Heizlast auszulegen, auch wenn anfänglich nur Spitzenlasten in einzelnen Räumen abgedeckt werden. Gerade in den Übergangszeiten bleibt die fossile Raumheizung komplett abgeschaltet. Fällt sie aus, wird der gesamte Wärmebedarf elektrisch mit IR-Platten gedeckt. Ausreichend Leistung erlaubt, dass die Komforttemperatur in wenigen Minuten erreicht wird.
GModG vereinfacht Einsatz von IR-Heizungen
Stromdirektheizungen inklusive Infrarotheizungen werden im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als technische Option zum Heizen definiert. Für bestehende Wohngebäude gilt, dass sie eingebaut werden dürfen, wenn der bauliche Wärmeschutz mindestens 30 Prozent besser ist, als es in den Anforderungen in den Paragrafen 16 und 19 GModG verlangt wird.
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Für selbst bewohnte Ein- und Zweifamilienhäuser gilt diese Einschränkung nicht. Sie gilt auch nicht für den Austausch von bestehenden Stromdirektheizungen für Einzelräume. Weiterhin gibt es laut Paragraf 102 Absatz 1 Nummer 1 GModG die Möglichkeit, auf Antrag von einzelnen gesetzlichen Anforderungen befreit zu werden. Voraussetzung ist, dass die Ziele des Gesetzes durch andere als die gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen im gleichen Umfang erreicht werden. Dabei ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten.
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Hybridsysteme mit Öl oder Gas
Warum die Umstellung auf elektrisches Heizen sinnvoll ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen und zu erwartenden Heizkosten: „Während einzelne Energiepreise von Jahr zu Jahr schwanken, zeigt die langfristige Entwicklung eine klare Richtung: Heizen mit fossilen Energien wird immer teurer“, analysiert der Heizspiegel von CO2online.
Elektroheizungen einfach und effizient mit Solarstrom kombinieren
Bis 2045 könnten sich die Kosten für Gas und Öl mehr als verdoppeln. Als Ursachen werden unter anderem steigende CO2-Zuschläge, höhere Netzentgelte sowie die sogenannte Bio-Treppe im GModG genannt. „Aktuell erleben wir einen drastischen Anstieg der Preise für Heizöl“, kommentiert Christoph Weiland von der IG Infrarot. „In den Vergleichsportalen sind die Preise für die Kilowattstunde aus Erdgas von rund neun Cent auf 13 Cent und mehr angestiegen.“ Auch geopolitische Konflikte und dadurch verursachte Engpässe treiben die Preise.
Lucht LHZ bringt neues E-Heizsystem
Eine sichere Prognose der künftigen Strompreise ist aufgrund der Handelsspannen, Netzentgelte und Steuern kaum möglich. Allerdings ist davon auszugehen, dass zumindest die Erzeugung günstiger wird. Denn immer mehr günstig produzierter Strom aus Wind und Sonne füllt die Stromnetze. „Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach hat, profitiert ohnehin von niedrigen Strompreisen“, urteilt Weiland. Infrarotheizungen nutzen Sonnenstrom vom Dach, das verbessert den Eigenverbrauch und somit die Wirtschaftlichkeit der Anlage. (HS)
Hier finden Sie den Heizspiegel von CO2online
Mehr Informationen auf der Website der IG Infrarot Deutschland