photovoltaik Ausgabe: 07-2018

Angriff auf die Flachdächer

Am Messestand von T-Werk ging es um Systeme aus Stahl, die sich ohne spezielles Werkzeug installieren lassen.

Am Messestand von T-Werk ging es um Systeme aus Stahl, die sich ohne spezielles Werkzeug installieren lassen.

PV Guided Tours — Unsere geführten Rundgänge bewiesen: Auch die Anbieter von Montagesystemen zeigten sich in München sehr innovationsfreudig. Besonders große Generatoren auf Gewerbedächern stehen unter Kostendruck. Heiko Schwarzburger

Bei den PV Guided Tours auf dem Münchener Messegelände waren auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Leserinnen und Leser der photovoltaik unterwegs. Mit professionellem Blick ging es um Innovationen bei den Unterkonstruktionen. Längst ist dieses Thema nicht ausgereizt. Im Gegenteil: Angesichts sinkender Systemkosten gewinnt der Aufwand für die Montage der Solargeneratoren zusehends an Bedeutung.

Am Messestand des Fachgroßhändlers Baywa r.e. wurden die Teilnehmer über das Montagesystem Novotegra informiert, das in mehreren Varianten für die wichtigsten Dachtypen verfügbar ist.Für Trapezblechdächer lässt sich die Unterkonstruktion direkt auf dem Metalldach befestigen. Kurze Profile erlauben die Montage der Module hochkant oder quer, je nach Dachbelegung. Spezielle Trapezklammern für die Einlegeschienen runden das System ab.

Für Flachdächer gibt es eine optimierte Variante zur Ost-West-Aufstellung der Module. Durchgehende Schienen nehmen die Lasten auf und verteilen sie im Modulfeld. Alle Systemkomponenten werden vorkonfektioniert auf die Baustelle geliefert. Die Grundschienen mit Trennlagen sind in mehreren Varianten lieferbar. Auch Projektmodule mit 72 Zellen lassen sich mit dem Novotegra installieren.

B&K zeigte neue Iroc-Serie

Die Firma B&K Solare Zukunft wurde 2012 in Gütersloh von Patrick Behnke und Martin Kisiel gegründet. Der Hersteller liefert Unterkonstruktionen für jegliche Dachformen.

Spezialisiert ist das Unternehmen besonders auf aerodynamische Flachdachsysteme. Darüber hinaus hat B&K Solare Zukunft viel Erfahrung im Anlagenbau. Diese Dienstleistung wird von den Installateuren sehr geschätzt und rundet das Angebot ab.

Die Montagesysteme der Baureihe Iroc bieten eine optimale Lösung für Flachdächer, Schrägdächer und Trapezdächer. Iroc S3 ist die spezielle Variante für Flachdachsysteme mit Ausrichtung nach Süden. Die Module werden mit 15 Grad aufgeständert.

Iroc OW3 ist das Montagesystem für Ost-West-Ausrichtung, gleichfalls für einen Aufstellwinkel von 15 Grad. Durch den Firstspalt zwischen den Modulen werden die Windkräfte ausgeglichen, wodurch sich der erforderliche Ballast reduziert.

Für Trapezdächer bietet B&K Solare Zukunft das Profil Iroc TR3. Es wird quer oder längs mittels selbstschneidender Dichtschrauben auf das Trapezblech geschraubt.

Die Modulklemme ist komplett vormontiert und an jeder Stelle einsetzbar. Das Montagesystem Iroc SR ist für die Montage auf allen Schrägdächern geeignet, in Verbindung mit geeigneten Dachhaken oder Stockschrauben.

Am Stand von IBC Solar wurden gleichfalls mehrere pfiffige Lösungen für verschiedene Dächer präsentiert. Das IBC Topfix 200 ist ein schwarzes Einlegesystem für Ziegeldächer. Die Systemkomponenten sind allesamt schwarz eloxiert. Mit schwarzen Modulen von IBC (Black Module) entsteht eine homogene Optik, die Solaranlage fällt kaum noch auf.

IBC Solar montiert ohne Klemmen

Die Module werden direkt in die Profilschienen eingelegt, Klemmen gibt’s nicht mehr. Nur ein Schienenprofil und ein Adapterprofil zur Anpassung an die Rahmenhöhen der Module sind notwendig.

Mit dem PV Manager von IBC Solar lässt sich die Anlage sehr einfach dimensionieren und das Montagesystem mit Modulbelegungsplan dimensionieren. Das Topfix 200 ist ein Baukastensystem, dass die Lagerhaltung bei den Installateuren minimiert und die Transportkosten gering hält.

Eine Variante eignet sich speziell für die Aufständerung der Module auf Trapezdächern. Das Trägerprofil wird schwimmend gelagert. Dadurch werden Beschädigungen durch die thermische Ausdehnung der Profile an der Dachhaut oder Photovoltaikanlage vermieden. Am Trapezschuh lassen sich Unebenheiten auf den Dächern gut ausgleichen.

Mit einer kostengünstigen Ost-West-Variante werden die zur Verfügung stehenden Dachflächen maximal ausgenutzt, was die Wirtschaftlichkeit verbessert. Alle Komponenten wurden auf Sicherheit geprüft und zugelassen.

Das IBC Aerofix Dachparallel erlaubt es, leicht geneigte Folien- oder Bitumendächer (bis zehn Grad Neigung) mit Solarmodulen zu belegen. Die Montage erfolgt ohne Dachdurchdringung, was Undichtigkeiten in der Dachhaut ausschließt. Die Auflagefläche des Systems wurde besonders breit gewählt, um die Dachfolie und die darunterliegende Dämmung zu schonen. Das System aus Kreuzschienen ermöglicht es, die Module optimal in den vorgegebenen Klemmbereichen zu fixieren.

PMT zeigt neues Evo 2.0

Premium Mounting Technologies aus Franken brachte pünktlich zur Messe das neue Flachdachsystem Evolution 2.0 mit. Es wurde speziell für die Montage großer Solargeneratoren auf Flachdächern entwickelt.

Zunächst wird es beim Südsystem und bei der Ost-West-Variante für Aufständerungen mit zehn Grad angeboten.

Das System lässt viele Modulbreiten zu, bis hin zu Solarmodulen mit 72 Zellen. Der Firstspalt ist etwas breiter als beim Vorgängersystem, was die Hinterlüftung verbessert.

Auf diese Weise wird auch die Montage vereinfacht. Und vor allem verbessert der breite Firstspalt die Aerodynamik, dadurch sinkt der Aufwand zur Ballastierung.

Eine einzige Klemme wird für Rahmenhöhen von 30 bis 50 Millimetern universell eingesetzt. Die Bodenfreiheit von der Dachfolie zur Modulunterkante wurde von 57 auf 65 Millimeter erhöht. Um die Aerodynamik noch weiter zu verbessern, kann man jetzt zusätzlich noch Seitendeckel montieren. Die Vorteile der schraubfreien Klickverbindung, der breiten und durchgehenden Bodenschienen, der vertauschungssicheren Montage, des integrierten Kabelkanals und so weiter wurden beibehalten und weiter optimiert.

Im System Evo 2.0 wurde auch die Systemsteifigkeit an den neuralgischen Punkten erhöht. Dies hat größere Lasteinflussflächen zur Folge. Der Aufwand für die Ballastierung sinkt um schätzungsweise 10 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell.

In die Profile der Bodenschienen wurden spezielle Öffnungen eingelasert, über die man die Ballaststeine sehr einfach und schnell mit Klemmen fixieren kann.

Neben dem Evo 2.0 zeigte PMT in München einen Carport und das Montagesystem Flatdirect – für alle Dächer ohne Dachdurchdringung.

T-Werk setzt auf Stahl

Die T-Werk GmbH aus Ellzee ist ein mittelständisches Unternehmen, das 2012 von Markus Ziegler gegründet wurde.

Es entwickelt und fertigt eine breite Palette von Unterkonstruktionen für die Montage von Solarmodulen – für Solarparks oder Solardächer. Die Unterkonstruktionen sind vielseitig einsetzbar. Zudem werden die Kunden bei der Projektierung von Photovoltaikanlagen unterstützt.

Das Montagesystem Triton gibt es in zwei Varianten: Triton O/W ist für die Ost-West-Montage geeignet, Triton Süd für die Ausrichtung der Solarmodule nach Süden.

Das Montagesystem ist vormontiert, es bringt die Module durchdringungsfrei auf flache Dächer. Die Montage kommt ohne Werkzeug aus, weil es sich um ein Klicksystem handelt. Die Profile bestehen aus Stahl, nicht aus Aluminium.

Chronos Click von T-Werk ist ein schnell montierbares Montagesystem für alle Arten von Schrägdächern. Es eignet sich auch für Sonderlösungen und hohe Spannweiten.

Die Version Chronos Trapez bezeichnet das flexibel einsetzbare, sehr preisgünstige Kurzschienensystem speziell für die Trapezblechdächer.

Speziell für Freilandparks hat T-Werk das Montagesystem Silenos entwickelt, das die schnelle und einfache Montage selbst auf schwierigem Untergrund erlaubt.

Literatur

Fussnoten

  • IBC Solar hat die Zahl der Einzelteile weiter reduziert. So sinkt der Aufwand für die Installation der Module.

  • Patrick Behnke von B&K Solare Zukunft präsentierte die neue Baureihe Iroc 3.

  • Der Fachgroßhändler Baywa r.e. legt großen Wert auf kostensparende Unterkonstruktionen.

Foto: Manfred Gorgus

Foto: HS

Foto. Heiko Schwarzburger

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