Wie ist das erste Quartal 2026 für den Solarhandel der Baywa r.e. verlaufen?
Frank Jessel: Wir haben das vergangene Jahr mit einem positiven Ebitda abgeschlossen – das ist ein wichtiges Signal. Mit diesem Rückenwind sind wir ins neue Jahr gestartet und setzen unseren positiven Entwicklungstrend fort.
Gegen Ende März haben wir zudem einen Anstieg bei den Bestellungen gesehen. Das ist allerdings ein Effekt, den wir aus Vorjahren kennen und der eher saisonbedingt ist.
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Könnte der Irankrieg eine Ursache sein, dass die Nachfrage zulegt? Das würde den Erfahrungen aus dem Jahr 2022 entsprechen, als Russland die Ukraine angriff und die Energiepreise in die Höhe schnellten.
Das ist grundsätzlich möglich. Gleichzeitig ist es jedoch noch zu früh, daraus verlässliche Rückschlüsse für das Gesamtjahr zu ziehen. Im Laufe der nächsten Quartale wird sich zeigen, wie belastbar und nachhaltig die aktuelle Entwicklung ist. Besonders im Segment der privaten Anlagen bleibt das Geschäft derzeit verhalten.Zwar steigt die Zahl der Anfragen, gleichzeitig agieren viele Installateure weiterhin zurückhaltend und ordern überwiegend projektbezogen. Der politische Gegenwind aus Berlin ist dabei nicht zu unterschätzen – er sorgt für erhebliche Unsicherheiten im Markt. Diese Entwicklungen beobachten wir sehr kritisch.
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Wie läuft es bei kommerziellen Anlagen, also C&I?
Im C&I‑Segment läuft es aktuell sehr gut. Vor allem bei Speichersystemen sehen wir eine starke Nachfrage, auch in größeren Dimensionen von mehreren Megawattstunden. Hier zahlt sich unsere Expertise aus. Speicher werden für unser Geschäft weiter an Bedeutung gewinnen – das haben wir bereits 2025 klar gesehen.
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Welche Rolle spielen Speichersysteme für Notstrom oder USV?
Wie bereits erwähnt, entwickelt sich das C&I-Geschäft sehr gut. Nun bleibt abzuwarten, ob auch das Segment der kleineren Anlagen wieder an Dynamik gewinnt. Positiv ist, dass die Nachfrage nach nachrüstbaren Speichersystemen zunimmt und sich bei Neuinstallationen tendenziell größere Speicher durchsetzen.
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Spielt Nachrüstung eine Rolle?
Viele der bereits installierten Heimspeicher werden mit zusätzlicher Kapazität nachgerüstet und notstromfähig gemacht. Zudem sehen wir vermehrt die Nachrüstung von Batterien bei bestehenden Photovoltaikanlagen, die bislang ohne Speicher betrieben wurden. (HS, stark gekürzt)
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Dieses Interview erschien im Juniheft der photovoltaik. Wir haben es hier für Sie freigestellt, damit Sie es in voller Länge lesen können.
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Frank Jessel ist CEO der Baywa r.e. Solar Trade Holding GmbH. Er ist seit 2011 für Baywa r.e. tätig und verantwortete zunächst den internationalen Ausbau des Solarhandels. Ab 2016 leitete er die Sparte als Global Director Solar Trade, bevor er 2023 die Rolle des CEO übernahm. Zuvor war er unter anderem für MHH Solartechnik und Celadon tätig. Frank Jessel ist diplomierter Betriebswirt und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im internationalen Handel, davon mehrere Jahre in den USA.