Mit dem „1. Innovationswettbewerb Energiequartiere“ will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms praxistaugliche und übertragbare Lösungen für den Wandel von Bestandsquartieren fördern. Im Mittelpunkt stehen räumlich zusammenhängende Wohnquartiere, in denen das Energiesystem gemeinsam mit architektonischen, technischen, ökonomischen und sozialen Fragestellungen weiterentwickelt wird. Ergänzende Nutzungen wie Schulen, Kitas, Einzelhandel oder quartiersnahe Infrastruktur können einbezogen werden.
In drei Phasen von Design bis Betrieb
Der Aufruf richtet sich an quartiersbezogene Zusammenschlüsse aus der Immobilienwirtschaft. Teilnehmen können Energieversorger und Energiedienstleister, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen sollen sich nach Angaben des Ministeriums besonders angesprochen fühlen. Zivilgesellschaftliche Akteure wie Mieterinitiativen können sich als assoziierte Partner beteiligen. Skizzen sind bis zum 2. Oktober 2026 über das elektronische Antragssystem easy-Online einzureichen. Zusätzlich ist ein Poster vorzulegen.
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Der Wettbewerb gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Phasen. In der Design-Phase werden bis zu zehn Verbundvorhaben mit jeweils bis zu einer Million Euro über bis zu zwei Jahre gefördert. Die Konsortien sollen darin ein realisierbares Konzept für die Quartierstransformation ausarbeiten. Eine Jury wählt anschließend bis zu fünf Konzepte für die BUILD-Phase aus, in der die Umsetzung mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro über bis zu fünf Jahre unterstützt wird. In der abschließenden Operate-Phase werden die realisierten Quartiere im Betrieb analysiert und optimiert – mit jeweils bis zu 500.000 Euro über bis zu drei Jahre. Ein externes Monitoring begleitet diese Phase verpflichtend.
Sechs Disziplinen und ein Gesamtsieger
Die teilnehmenden Konsortien messen sich in sechs Disziplinen. Kerndisziplin ist „Energiesystem und Effizienz“, hinzu kommen „Kommunikation“, „Immobilienökonomie“, „Infrastruktur und Mobilität“, „Lebensqualität“ sowie „Kreislaufwirtschaft“. In allen Disziplinen werden im Laufe des Wettbewerbs Auszeichnungen verliehen. Aus den Ergebnissen der Disziplinen und der Evaluation in der zweiten Phase ergibt sich ein Ranking, aus dem am Ende ein Gesamtsieger hervorgeht. Über die Qualifikation entscheidet eine unabhängige Jury anhand von Kriterien wie Innovationsgehalt, Zielbild zur Klimaverträglichkeit, Akteurskonstellation sowie Transferpotenzial. Bewertungskriterien für die späteren Phasen will das BMWE rechtzeitig veröffentlichen.
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Vorhaben, die sich nicht für die Build-Phase qualifizieren, sollen nach Angaben des Ministeriums planmäßig bis zum Ende der Design-Phase weiterlaufen. Alle erarbeiteten Konzepte werden öffentlich verfügbar gemacht und sollen als Best-Practice-Modelle für Quartiersmodernisierungen dienen. Eine erste Infoveranstaltung zum Förderaufruf findet am 24. Juni 2026 statt, eine zweite ist für den 24. September 2026 geplant. Weitere Infos auf der Hompage. (nhp)
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