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Studie: Strom aus Erdgas kostet bis zu 67 Cent je Kilowattstunde

Die von der Bundesregierung geplanten neuen Gaskraftwerke sind eine der teuersten Optionen für die Versorgungssicherheit. Das zeigt eine Studie des Forums Ökologisch‑Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Green Planet Energy. Entgegen der Darstellung als kostengünstiges Back-up ist Erdgas wirtschaftlich und politisch hochriskant. Klimaschäden bleiben in den Betrachtungen der Kosten außen vor.

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Kosten auf lange Sicht

Die Studie beziffert die gesellschaftlichen Kosten für Strom aus den neuen Gaskraftwerken auf bis zu 67 Cent pro Kilowattstunde. Die Stromgestehungskosten betragen je nach CO2-Preis zwischen 23 und 28 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Strom aus neuen Wind‑ und Solaranlagen liegt unter zehn Cent je Kilowattstunde.

Zusätzlich verursacht Strom aus Erdgas erhebliche gesellschaftliche Mehrkosten – von Klima­schäden durch Emissionen über staatliche Subventionen bis zu Krisenkosten und langfristigen Abhängigkeiten von fossilen Importen. Diese Kosten werden von der Allgemeinheit und künftige Generationen getragen.

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Reiche zementiert Risiko für Sicherheit und Kosten

Die durch den Krieg im Iran ausgelösten Preissteigerungen bei Öl und Gas belegen erneut, wie schnell Gas zum Kostenrisiko wird – auch im Stromsektor. Energiekrisen wie 2022 lassen die reinen Stromgestehungskosten von Erdgas laut Studie auf bis zu 53 Cent je Kilowattstunde ansteigen.

Zusätzliche Klimaschäden sind in diesen Posten noch nicht einkalkuliert. „Neue Gaskraftwerke rechnen sich nur mit milliardenschweren Subventionen, die am Ende die Stromkundinnen und Stromkunden zahlen“, erklärt Sönke Tangermann, Vorstand von Green Planet Energy. Allein für die im ersten Schritt geplanten zehn Gigawatt an Gaskraftwerken rechnet das FÖS mit Förderkosten von rund 6,6 Milliarden Euro.

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Milliarden Euro fließen bereits ins Erdgas

Schon heute wird Erdgas in Deutschland umfangreich staatlich subventioniert, durch Zuschüsse für Gasspeicher und LNG‑Terminals oder durch die Steuerbefreiung bei der Stromerzeugung. Diese Förderung in Milliardenhöhe senkt zwar künstlich die Kosten für Gasstrom. „Aber sie verzerren den Wettbewerb zulasten erneuerbarer Alternativen und belasten die öffentlichen Haushalte“, urteilt Florian Zerzawy, Autor der Studie und Leiter für Energiepolitik beim FÖS.

Zudem wird die Klimaschädlichkeit von Erdgas bewusst kleingeredet. Über die Gesamtlaufzeit verursacht jedes neue Kraftwerk bis zu 8,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid sowie Klimaschäden von bis zu sieben Milliarden Euro, die nicht über die Besteuerung von Emissionen abgedeckt sind.

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Da Deutschland Erdgas zu 95 Prozent importiert, wird das meiste Methan – das besonders klimaschädlich ist – im Ausland emittiert. Es taucht in der deutschen Bilanz nicht auf. Je nach Herkunft und Transportweg ist Erdgas sogar klimaschädlicher als Kohle.

Stromspeicher und Erneuerbare sind viel günstiger

Die Studie macht deutlich, dass Batteriespeicher, Bioenergie und grüner Wasserstoff die Versorgung zu ähnlichen oder sogar geringeren Kosten als Erdgas sichern. Dafür werden deutlich weniger Subventionen benötigt.

Deshalb fordert Green Planet Energy eine Korrektur des energiepolitischen Kurses der Berliner Koalition: Technologieoffene Ausschreibungen anstelle neue Gaskraftwerke, verlässliche Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien sowie den konsequenten Ausbau von Netzen und Stromspeichern. „Die Energiewende ist nicht das Problem, sondern die Antwort“, sagt Sönke Tangermann. „Sie schützt vor Energie‑ und Preiskrisen und macht uns unabhängig von fossilen Importen.” (HS)

Hier können Sie die Studie kostenfrei laden.

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