Zusammen mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) München hat der N-Ergie Netz ein Projekt zur volldynamischen Einspeisung von Ökostrom gestartet. Im Rahmen einer Studie werden flexible Netzanschlussvereinbarungen, sogenannte Flexible Connection Agreements (FCA), als Lösungsoption für das bereits stark ausgelastete Stromnetz geprüft.
Flexible Anschlussmodelle im Fokus
Bislang ermöglichen FCAs den Anschluss neuer Ökoenergieanlagen, etwa aus Wind oder Biogas, indem bestimmte Einspeisezeiten – vor allem während hoher Solarstromerzeugung – ausgeschlossen werden. Die aktuelle Studie verfolgt das Ziel, bis Mitte 2026 eine volldynamische Betriebsweise zu entwickeln. Künftig sollen sich die Anschlussmöglichkeiten nicht mehr an festen Ausschlusszeiten, sondern an der tatsächlichen Netzauslastung orientieren.
Neuregelungen 2026: Solarstromhandel wird möglich
Die Untersuchung analysiert gemeinsam mit Projektentwicklern und regionalen Stakeholdern, wie dieser dynamische Prozess technisch und unter Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben umgesetzt werden kann. Auch die Integration von Speichermöglichkeiten wird betrachtet.
N-Ergie: Investitionen von 1,3 Milliarden Euro ins Verteilnetz
In den vergangenen vier Jahren wurden im Netzgebiet der N-Ergie Netz rund 55.000 neue Photovoltaikanlagen mit 1,4 Gigawatt Leistung installiert. Insgesamt stehen dort inzwischen über 4,4 Gigawatt aus erneuerbaren Energien mit einer Jahreshöchstlast von knapp 1,1 Gigawatt. Der massive Zubau und ein gleichzeitig sinkender Stromverbrauch stellen die Verteilnetzbetreiber vor große Herausforderungen.
Zukünftige Stromnetze 2026 – aktuelles Programm steht
Vor allem in sonnenreichen Zeiten müssen Solarparks häufig abgeregelt werden, um Überlastungen im Netz zu vermeiden. Dies wirkt sich auf den weiteren Ausbau aus. Während kleinere Anlagen meist noch direkt vor Ort angeschlossen werden können, zeigt die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung des „technisch und wirtschaftlich günstigsten“ Netzverknüpfungspunkts zunehmend, dass ein ortsnaher Anschluss oft nicht möglich ist. Um die Herausforderungen zu bewältigen, plant N-Ergie Netz bis 2030 nun Investitionen von 1,3 Milliarden Euro ins rund 29.000 Kilometer lange Stromnetz. (nhp)
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