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Fremdanlagen

Ticket zum Gespräch mit dem Kunden

Rund 5,5 Millionen Solargeneratoren stromen mittlerweile in Deutschland. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft wurden bisher insgesamt rund 118 Gigawatt installiert.

Zugleich sind die Zeiten für das installierende Handwerk sehr schwierig. Im privaten Segment schwächelt der Zubau neuer Anlagen, naturgemäß die Domäne der regionalen Fachbetriebe. Zahlreiche Firmenpleiten hinterließen Anlagen, die niemand kontrolliert oder systematisch wartet. Herrenlos sind sie nicht, denn hinter jeder Anlage steht ein Betreiber.

Hohe Anforderungen im Gewerbe

Das Gewerbesegment kommt nur langsam in Schwung. Dort liegt die Messlatte sehr hoch, was Qualität und Zuverlässigkeit betrifft. Denn die gewünschte Amortisation wird nur erreicht, wenn die Anlagen verfügbar sind und den prognostizierten Sonnenstrom tatsächlich liefern.

Bei Solarparks geht es im Grunde genommen um dasselbe Thema. Dort hat sich unter seriösen Investoren und Projektentwicklern längst herum­gesprochen, dass die Anlagen der regelmäßigen und professionellen Pflege bedürfen. Die berüchtigte Seuche der Rückseitenfolien, mangelhafte Wechsel­richter und zu dünne Gläser – davon können EPC ein Liedchen singen.

Wartung erhält Werte

Soll heißen: Regelmäßige Kontrolle und Instandhaltung erhalten Werte. Dass Photovoltaik frei von Wartung laufen kann, hat sich als Illusion erwiesen. Bestenfalls ist die Technik wartungsarm. Aber 20 Jahre – oder mehr – sind eine lange, lange Zeit, in der Solarmodule, Verkabelung, Untergestelle oder Leistungselektronik sehr harten Bedingungen unterworfen sind.

Nicht nur der Zahn der Zeit und der Witterung nagt am Material, gelegentlich auch Tiere. Nicht zu unterschätzen sind Schäden durch Diebe oder Vandalismus. In jedem Fall gut beraten ist, wer auf regelmäßiges Monitoring zurückgreifen kann. Dann fallen schleichende Probleme oder plötzliche Schäden schnell auf, Gegenmaßnahmen werden ergriffen.

Versicherung genügt nicht

Es reicht einfach nicht, eine Anlage zu versichern. Mittlerweile blickt das EEG auf ein Vierteljahrhundert zurück und die Branche hat umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Das gilt auch für die Versicherer. Deshalb fordern sie zunehmend, dass die Anlagen professionell überwacht und betreut werden über alle Anlagenklassen und Leistungsgrößen hinweg.

Je länger eine Technik im Feld oder auf dem Dach eingesetzt wird, desto mehr rücken die Wartung und Werterhaltung in den Blick. Gut beraten sind Solarteure, die sich im Wartungsgeschäft ein Standbein aufbauen, mit speziell geschulten Mitarbeiterinnen und Mit­arbeitern.

Sie müssen nicht nur technisch fit sein und sich mit vielen verschiedenen Modultypen, Wechselrichtern oder Speicherbatterien auskennen. Sie müssen auch kommunikativ auf der Höhe sein, denn jeder Wartungsgang ­bietet zugleich die Chance zum Gespräch mit dem Kunden. Doch dazu später.

Wie vor 15 Jahren

Als die schwarz-gelbe Bundesregierung im Jahr 2010 die EEG-Vergütung kappte, brach der Zubau in Deutschland massiv ein. 2011 und 2012 wütete die erste Krise der Solarbranche. Insolvenzen ließen massenweise verwaiste Anlagen zurück. Wer die schnelle Mark machen wollte, floh aus dem Solargeschäft – nach uns die Sintflut. Auch 2024 und 2025 gingen etliche Fach­installateure in die Insolvenz, weil sie nach der Auftragsflut von 2022 und 2023 nicht schnell genug aus der Personalfalle kamen. Zudem warfen einige bundesweit agierende Anbieter das Handtuch, die ihren Kunden das Blaue vom Himmel versprochen hatten. Heute stehen diese Kunden mit leeren Händen da – nicht selten mit Schrott auf ihren Dächern.

Lernen aus der ersten Krise

Für die Fachinstallateure, die der Bereinigung widerstanden, öffnet sich nun die Wartung als besonderer Pfad zu neuen Kundinnen und Kunden. Das ist kein Selbstläufer, sondern muss im Einzugsgebiet des Installationsbetriebs systematisch aufgebaut werden. Nicht zu unterschätzen ist, dass Wartung sehr viel Zeit frisst und nur wenig Umsatz bringt – auf den ersten Blick.

Deshalb kann es sich lohnen, das Wartungsgeschäft an spezialisierte Partnerfirmen oder Ausgründungen aus dem eigenen Handwerksbetrieb auszulagern. Über Apps lassen sich viele Prozesse automatisieren und verzahnen. Moderne Technik wie Aufmaß mit Drohnen, 3D-Planung und Mess- und Prüftechnik sichern Effizienz und Qualität.

Wartung für Privatkunden

Private Solarkunden sind meist sehr knausrig, was die Wartung betrifft. Nicht selten fällt ihnen nicht auf, dass die Module verdreckt sind oder die Anlage aus anderen Gründen weniger Ertrag liefert. Es kann hilfreich sein, das Wartungsteam mit offenen Augen durch die Region zu schicken. Wo Anlagen auffallen, lohnt sich unter Umständen ein erstes Gespräch am Gartenzaun.

Denn der Mehrwert der Wartung ergibt sich nicht vordergründig aus Messungen oder Reparaturen. Er ergibt sich aus der Tuchfühlung mit den Solar­kunden, die vielleicht irgendwann eine Speicherbatterie wünschen. Oder sie wollen die Ölheizung ersetzen. Was liegt näher, als ihnen Wärmepumpen oder solarelektrische Systeme anzubieten, passend zur Photovoltaik?

Umbau von Altanlagen

Irgendwann wird jede einspeisende Anlage umgebaut, weil sie aus der Einspeisevergütung fällt. Wer dann durch Wartung schon den Fuß in der Tür beim Kunden hat, kann sich diese Aufträge sichern. Je mehr Anlagen aus der Vergütung fallen, desto mehr Arbeit entsteht für Umbauten auf Eigenverbrauch und Modernisierung veralteter Komponenten.

Sind die Wartungsteams gut vernetzt, übergeben sie die Anfrage an die Planungsteams. Dann wird der interessierte Kunde wie ein Neukunde verwaltet, allerdings auf Basis der Bestandsanlage. Manche Installateure haben Listen ihrer Altkunden erstellt, die noch keinen Speicher haben. Jetzt arbeiten sie diese Listen systematisch ab, um Zusatzgeschäft mit Speicherbatterien zu machen.

Höhere Anforderungen im Gewerbe

Gewerbliche Anlagen zu bauen und zu warten – damit können sich regionale Installationsbetriebe von bundesweit agierenden Drückerkolonnen abheben. Hohe Qualität hört bei den Komponenten, der Installation und der Inbetriebnahme nicht auf. Denn im C&I-Geschäft gehört professionelle Wartung unbedingt dazu. Der Auftrag ist mit der Installation in der Regel nicht beendet.

Der Appetit kommt mit dem Essen. Nach der ersten Photovoltaikanlage wollen die Gewerbekunden oft wissen, wie sie den Solarstrom möglichst gewinnbringend im Unternehmen nutzen können. Auch hier stellt sich die ­Frage nach Speicherbatterien oder nach größeren Solargeneratoren oder nach Ladetechnik für die elektrische Firmenflotte.

Am Service zeigt sich Qualität

Beim Service trennt sich die Spreu vom Weizen: Wirklich schnell und professionell kann nur der erfahrene Installationsbetrieb in der Nachbarschaft helfen, mit kurzem Weg und kurzem Draht zum Anlagenbetreiber.

Guter After-Sales-Service beginnt mit der Hotline der Komponentenhersteller für ihre regionalen Fachpartner. Die Installateure sind direkt an den Support angebunden und haben dort ihre Ansprechpartner. Zudem helfen KI-gestützte Tools, häufige Fehlerbilder und Schäden zu erkennen und die Reparatur zu planen.

Check der Anlage ist unerlässlich

Wie nimmt man eine Anlage in die Wartung, die man nicht selbst aufgebaut hat? Am Anfang steht der Check der Anlage. Schnell fallen Fehler auf, mit Reparaturen wird die Anlage in den korrekten Betriebszustand gebracht. Erst ­danach wird die Anlage ins regelmäßige Monitoring übernommen.

Bei vielen Altanlagen fehlt ein Monitoringsystem. Es kann hilfreich sein, alte Wechselrichter zu tauschen, damit die neuen Geräte automatisch über die App verwaltet und betreut werden können.

Moderne Technik nutzen

Fachkräfte sind Mangelware, das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Deshalb gilt auch in diesem Geschäft, dass moderne Technik die Arbeit der Servicekräfte unterstützen muss. Dazu gehören Thermografie, Isolationsmessgeräte, Kennlinienmessgeräte, Fehlerdetektoren oder Lasertechnik wie Solartektor. Bei Bedarf rollt das Wartungsteam einen Kran mit Hebebühne ans Dach. Die digitale Überwachung der Anlage ist mittlerweile Stand der Technik.

Auch wenn das Wartungsgeschäft zunächst wenig einzubringen scheint, öffnet es doch die Tür zu den Kundinnen und Kunden. So wird die systematische Übernahme von Altanlagen – eigenen oder von anderen errichteten – zum ökonomischen Erfordernis für jeden Installationsbetrieb, der vorausschauend plant.

Zum einen liefern Serviceeinsätze beim Kunden regelmäßige und gut planbare Deckungsbeiträge. Sie sind nicht dem Auf und Ab unseres chaotischen Marktes unterworfen, sondern bieten ein solides und gesundes Grundgeschäft. Zum anderen hat Service eine fundamentale Bedeutung in der Kundenbindung. Das gilt für Privatleute wie auch für gewerbliche Kunden. So ge­sehen, kann jeder Wartungsgang in ein Beratungsgespräch münden – trotz des enormen Zeitdrucks, dem die Servicekräfte unterliegen. Der Fachinstal­lateur bleibt mit seinen Kunden im Gespräch. Das ist sein USP, sein unschlagbarer Vorteil: Er ist regional gut vernetzt, die Menschen kennen ihn und ­bauen auf seinen Rat.

Hier sieht man auf den ersten Blick, dass die Anlage vernachlässigt wird.

Foto: Michael Mattstedt

Hier sieht man auf den ersten Blick, dass die Anlage vernachlässigt wird.

TÜV Rheinland

Zertifizierung von Installationsbetrieben

Seit einigen Jahren bietet der TÜV Rheinland an, Installationsbetriebe zu qualifizieren und zu zertifizieren. Dabei werden alle Prozesse im ­Betrieb bewertet. Bevor die Inspekteure den Betrieb besuchen, schickt der Fachbetrieb eine Liste der letzten zehn Installationen. Davon werden zwei ausgewählt und vor Ort geprüft.

Der Aufwand insgesamt, den Papierkram eingerechnet, beträgt rund fünf Tage. Gut organisierte Betriebe schaffen die Prozedur mitunter in drei Tagen. Die Zertifizierung ist wiederkehrend, wird also in jedem Jahr wiederholt.

Mit der Zertifizierung darf der Fachbetrieb das Prüfzeichen des TÜV für sein Marketing verwenden. Die Experten des TÜV bewerten unter anderem die Qualität der Kundenberatung, der Angebote, der Installation und der eingesetzten Materialien.

Ein weiterer Aspekt ist die Qualifika­tion des Personals: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen über ausreichende Kenntnisse für die Installation netzgekoppelter Photovoltaikanlagen verfügen und diese durch Teilnahme an Schulungen nach­weisen.

AKTUELLES VIDEO

Solartektor: Fehler schnell finden

PV Guided Tours: Zwei clevere Elektromeister aus dem Norden nutzen Lasertechnik, um Fehler im Modulfeld schnell und sicher aufzuspüren. Das Fehlerortungs-Set spart viel Zeit und Geld. Wie es funktioniert? Schauen Sie rein!

Foto: Vorsatz Media

Video Remote Support

Knifflige Probleme mit Fernhilfe beheben

Die Firma Hypercon aus Hamburg hat ein Videosystem entwickelt, das die sachkundige Bewertung von technischen Anlagen erlaubt – auch wenn es an Fachpersonal mangelt. Damit kann sich beispiels­weise der Wartungstechniker per Video mit seinem Chef im ­Büro abstimmen und gemeinsam das Problem analysieren.

Viele ältere Mitarbeiter stehen vor der Rente. Wenn sie aus dem Unternehmen verschwinden, verschwindet auch ein reicher Schatz an Erfahrungen. Mancher möchte noch stundenweise mit­arbeiten und sich zur Rente etwas hinzuverdienen, etwa aus dem Homeoffice. Mit der neuen Technik können die ergrauten Experten dem Wartungsteam aus der Ferne den Rücken stärken. In den meisten Fällen wird ein erfahrener Techniker die ­Fehler selbst aufspüren und beheben. Bei besonders kniffligen Problemen ist es jedoch hilfreich, einen Ingenieur oder Handwerksmeister zurate zu ziehen. Das ist mit dem neuen System ohne Weiteres möglich – ohne dass der Experte sich auf die Socken machen und zur Anlage fahren muss.

Das pfiffige Videosystem wurde von Dr. Martin Peters entwickelt, der über große Erfahrungen beispielsweise als Energieberater verfügt. Es besteht aus Videotechnik, Beleuchtung und Kommunikationstechnik, die eine stabile Internetverbindung auch im entlegensten Keller oder fernab von Funkzellen aufbaut.

Der Video Remote Support von Hypercon ist als Komplettkit im ­robusten Metallkoffer erhältlich, auch als Leasing oder Leihgabe. Nach kurzer Schulung und Einarbeitung ist das System einfach handhabbar und zuverlässig. Es eignet sich für die Wartung, für die ­Instandhaltung oder unterstützt die Installation ­beispielsweise am Zählerschrank oder im Haus­technikraum.

Foto: Heiko Schwarzburger

Foto: Heiko Schwarzburger

Flir

Neue Geräte zur Prüfung von Anlagen

Die Firma Flir aus Frankfurt am Main bietet ­spezielle Prüftechnik für die Installation und Wartung von Solarmodulen in Solarparks, auf Gewerbedächern und Wohngebäuden. Damit lassen sich die Leistung und die Sicherheit der ­Solarsysteme überwachen, auch in größeren Solarkraftwerken. Zum Angebot gehören:

Stromzange Flir CM78-PV: Sie wurde für elektrische Inspektionen in gewerblichen und industriellen Anwendungen ausgelegt. Sie ­unterstützt Gleichstrommessungen bis zu 1.500 Kilovoltampere bei einer Nennspannung von 1.500 Volt nach CAT III und kann Gleich- oder Wechselstrom bis zu 1.000 Ampere über die Klemmzange verarbeiten. Das Gerät ist mit Funktionen wie Einschaltstrom, Frequenzumrichterbetrieb (VFD-Modus), Echt-Effektivwert (TRMS) und Niederohm-Modus (LoZ) aus­gestattet, um auch anspruchsvolle elektrische Prüf- und Messanforderungen zu erfüllen.

Das eingebaute berührungslose IR-Thermo­meter und der Laserpointer helfen bei der ­Fehlersuche an Schalttafeln, Leitungen und Motoren und unterstützen die Diagnose durch Kontaktmessungen oder durch die Erfassung von intermittierenden Fehlern über die Datenprotokollierungsfunktion. CM78-PV ­unterstützt die drahtlose Verbindung mit der Meterlink-App von Flir für die schnelle Erfassung und ­Weitergabe von ­Daten im Feld.

Messgerät für Sonneneinstrahlung PV78: Das kompakte Gerät wurde für die Vermessung von Solarstandorten, die Installation von Solarmodulen und die Wartung von Photovoltaikanlagen ausgelegt. Es ermöglicht schnelle Messungen zur Bestimmung der Sonneneinstrahlung von null bis 1.400 Watt pro Quadratmeter (gemäß IEC 62446-1).

Anwender können die Temperatur messen, ­indem sie das Messgerät direkt auf das Panel legen oder einen externen Messfühler für kontinuierliche Messungen anschließen.

Das Gerät verfügt außerdem über einen Kompass zur ­Bestimmung der Himmelsrichtung und eine Neigungsfunktion zur Überprüfung der Winkel am Dach oder Panel. Das kontrastreiche, ­große LCD-Display ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar.

Solarmodultester und I-U-Tracer PV48: ­Dieses Gerät wurde zur Bewertung der Leistung und Effizienz von Solarmodulen entwickelt. Es misst schnell kritische Parameter wie maximale Leistung, Spannung, Strom, Leerlaufspannung (VOC), Kurzschlussstrom (ISC) und Umgebungs­temperatur. Mit seinem I-U-Kennlinien-Tracer bietet es die intuitive visuelle Analyse von bis zu 800 Watt pro Panel. Das Gerät verfügt über einen eingebauten Lithium-Ionen-Akku und einen großen, kontrastreichen LCD-Bildschirm.

Solartechniker profitieren von der Möglichkeit, die Leistungsverschlechterung von Solarmodulen zu dokumentieren. Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistung natürlich ab. Mit dem PV48-Prüfgerät lässt sich nachweisen, ob die Degradation den Erwartungen entspricht. Die Dokumentation spart im Falle von Garantieansprüchen viel Zeit und Mühe.

Solar-Fehlerbehebungskits: Außerdem hat Flir zwei Fehlerbehebungskits für Photovoltaikanlagen vorgestellt. Sie bieten einen vollständigen und umfassenden Ansatz für die Prüfung und Verifizierung von Solarmodulen. Solar-PV-Kit-1 zur Fehlersuche an Solarmodulen besteht aus der Stromzange CM78-PV mit 1.500 Volt DC, einer flexiblen Universalstrommesszange (bis 3.000 Ampere), dem PV78 und Messleitungen.

Profi-PV-Kit-2 besteht aus dem CM78-PV-Zangenmessgerät (bis 1.500 Volt DC), der flexiblen ­Universalstrommesszange (bis 3.000 Ampere), PV78, PV48 und der Wärmebildkamera von Flir.

Foto: Flir

Foto: Flir

FÜR INSTALLATEURE & BETREIBER

Handbuch zur Wartung und Betriebsführung von Solargeneratoren und Stromspeichern

Der Bestand an Photovoltaikanlagen auf bundesdeutschen Dächern und Solarparks ist mittlerweile auf über fünf Millionen angewachsen. Auch wenn die Solargeneratoren keine heißen oder bewegten Teile haben, brauchen sie regelmäßige Durchsichten und Prüfungen. Weil die Betriebsführung und die Wartung der Solargeneratoren an Bedeutung gewinnen, hat der VDE Verlag das erfolgreiche Handbuch „Störungsfreier Betrieb von PV-Anlagen und Speichersystemen“ aktualisiert und erweitert. Nunmehr liegt es in der dritten und erweiterten Auflage vor.

Die neue Ausgabe wird seit Dezember 2025 ausgeliefert und ist auch als E-Book erhältlich. Denn Solargeneratoren und Stromspeicher sind zwar wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Dieses Handbuch gibt dem Betriebsingenieur, Servicetechniker, Fachinstallateur und Anlagenbetreiber umfassende praktische Hinweise für die Instandhaltung, Reinigung, Fehler­suche und Optimierung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichersystemen. Dabei spielen oft vernachlässigte Aspekte wie Diebstahlschutz und der Schutz vor Schäden durch Tiere eine Rolle. Monitoring und Fernwartung gehören ebenso zu den Themen wie Thermografie, Elektro­lumineszenz und Fehler­ortung mit Lasertechnik. Informationen zum ­Repowering und Refitting, zur Reparatur sowie zu Rechtsfragen und ­Versicherungen sowie aktuelle Änderungen bei den Gesetzen runden die Ausführungen ab. Gelegentlich müssen schadhafte Komponenten repariert oder ausgetauscht werden. Sonst sinkt der Solarertrag und die Anlage arbeitet unwirtschaftlich. Zudem gelten strenge Vorschriften vonseiten des Gesetzgebers.

Die Autoren sind Dipl.-Ing. Heiko Schwarzburger MA, Chefredakteur des B2B-Fachmediums photovoltaik, und Dipl.-Pol. Sven Ullrich. Er ist gleichfalls Fach­journalist und gehört zum Redaktionsteam der Fachmedien Erneuerbare Energien und photovoltaik.

Schwarzburger, Heiko; ­Ullrich, Sven:
Störungsfreier Betrieb von PV-Anlagen und ­Speichersystemen:
Monitoring – Optimierung – ­Fehlererkennung

3., erw. und überarb. Auflage, VDE Verlag 2025
Buch: ISBN 978-3-8007-6477-8 •
E-Book: ISBN 978-3-8007-6478-5
Preis: 46 Euro, Kombi Buch + E-Book: 64,40 Euro

Foto: VDE Verlag

Solartektor

Mit dem Laser messen

Vor allem bei größeren, gewerblichen Anlagen fallen schleichende ­Verluste oder plötzliche Abschaltungen durch Fehler zunehmend auf. ­Kleine Solargeneratoren auf den Dächern von Privatleuten laufen manchmal jahrelang weiter, ohne dass die Probleme bemerkt werden. Für Solarteure und Elektrobetriebe bieten die herrenlosen, ungepflegten ­Anlagen eine gute Chance, mit den Betreibern ins Gespräch zu kommen. Alte Betreiber sind unter Umständen neue Kunden, etwa für Strom­speicher. Und: Das Wartungsgeschäft liefert wertvolle Deckungsbeiträge für den Handwerksbetrieb, wie in vielen anderen Branchen auch.

Nachträgliche Dokumentation ­ohne ­Demontage

Vor allem geht es darum, herrenlose und schlecht dokumentierte An­lagen schnell in die Wartung zu nehmen. Dazu muss man sie möglichst genau ausmessen, um die Fehler schnell zu finden. Weiß man, wo die Fehler stecken, sinkt der Aufwand für ihre Behebung. Früher wurden ­Module demontiert und sogar die Anschlussdosen der Module geöffnet, um die Anlagen durchzumessen. Heute nutzt man moderne Lasertechnik. Bis zu 100 Kilowatt Solargenerator lassen sich damit innerhalb einer Stunde einmessen – bis zum kompletten Modulplan. Zwei Praktiker aus der Solarbranche haben das PV-Fehlerortungs-Set LSI entwickelt, das die Fehlerortung im Solarfeld stark vereinfacht und unabhängig vom Tageslicht ermöglicht. Oliver Lenckowski und Klaus Terlinden sind Elektro­meister aus Leidenschaft und Experten für die Ortung von Kabelfehlern. 2004 stellte sie der Bruch einer Leitung in der eigenen Solaranlage vor ein schier unüberwindliches Problem: Wie kann man die Bruchstelle ­ausfindig machen, ohne alle Module vom Dach nehmen zu müssen, ­inklusive Gerüstkosten?

Sensor mit Teleskopstange

Im Ergebnis entstand ein Sensor mit Teleskopstange, der die Fehlersuche stark vereinfachte. Hunderte von Anlagen haben die beiden Profis ­bereits analysiert und in die Wartung übernommen. Das Prinzip ist sehr einfach zu verstehen: Solartektor nutzt einen blauen Laser, um die ­Solarzellen im Modul zu aktivieren.

Damit lassen sich Solargeneratoren auch bei Bewölkung oder nachts ausmessen, sogar bei dünner Schneedecke oder Reif auf den Modulen. Weitere Geräte zur Fehlersuche runden das System ab. Das Fehler­ortungs-​Set LSI vereint drei Komponenten:

– Laser-Set,

– Signaltektor-Set,

– Isotektor-Set.

Laser arbeitet auch nachts

Während die Thermografie oder die Elektrolumineszenz auf bestimmte Einstrahlungsverhältnisse beschränkt sind, kann der Laser jederzeit ans Werk gehen. Der Laser erzeugt ein gepulstes Signal, das seine Energie auf die Solarzellen überträgt. Dieser elektrische Energieimpuls geht durch den angeschlossenen String zum Lasertektor und wird an den Kopfhörer des Bedieners gesendet.

Dadurch haben die Solarteure die Hände frei, um die Ergebnisse der Messung aufzunehmen. Die Kopfhörer sind per Funk über 860 Megahertz verbunden, erlauben also einige ­Hundert Meter Reichweite. Oder sie werden über Walkie-Talkies gekoppelt, die bis acht Kilometer reichen.

Die Hände frei im Feld

Bei großen Anlagen mit einigen Hundert Kilowatt Solarleistung zieht sich die Erstellung eines Modulplans normalerweise über Tage hin. Mit dem Lasersystem braucht der Servicetechniker für 100 Kilowatt nur eine Stunde, dann ist der Modulplan fertig. Jedes einzelne Modul lässt sich auf ­diese Weise kontrollieren, etwa auf defekte Bypassdioden oder defekte Bereiche im Modul. Ist der String funktionstüchtig, hört der Installateur im Funkkopfhörer ein eindeutiges Signal. Wenn nicht, liegt ein Fehler vor. So kann man defekte Module sehr schnell orten. Zu wissen, wo der Fehler steckt, spart erhebliche Kosten bei der Demontage der defekten Module oder Steckverbinder.

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