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Österreich: Solarbranche unterbreitet Vorschläge für mehr Transparenz im Verteilnetz

Die 16 größten Verteilnetzbetreiber Österreichs haben, wie im Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) vorgesehen, den ersten Entwurf ihrer Ausbaupläne zur Begutachtung gestellt. Diese müssen bis Ende dieses Monats final vorliegen. Der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) hat die schon vorgelegten Entwürfe analysiert. Das Ergebnis: Noch fehlen wesentliche Informationen, damit die Verteilnetzentwicklungspläne (V-NEP) zu einer tatsächlichen Planungsgrundlage für den weiteren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern werden können.

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PV&B Austria sieht nach der Auswertung der 16 Vorlagen vier konkrete Hebel, mit denen die Pläne bis zu ihrer Veröffentlichung Ende September deutlich an Wirkung gewinnen können.

1. Die angenommenen Ausbau- und Erzeugungsszenarien transparent machen

So sollten die Verteilnetzbetreiber in ihren Plänen klar darstellen, von welchen Entwicklungen beim Strombedarf sowie bei der Produktion von Solarstrom sie ausgehen. Damit hängt auch der angenommene Ausbau der Photovoltaik, Batteriespeicher und anderer Erzeugungstechnologien zusammen. Die Netzbetreiber sind dabei nicht ganz frei. Sie müssen sich mit ihren Netzplanungen am künftigen Strombedarfs- und Erzeugungsszenario des „Österreichischen Netzinfrastrukturplans“ (ÖNIP) orientieren. Dieser dient als bundesweites übergeordnetes Planungsdokument und gibt den Weg zum Netzausbau vor. Nur so lasse sich beurteilen, ob der geplante Netzausbau den künftig erwarteten Bedarf tatsächlich abbildet, betonen Branchenvertreter von PV&B Austria.

2. Verfügbare und neue Netzanschlusskapazitäten aufzeigen

Für die Entwicklung neuer Solaranlagen und Batteriespeicher ist entscheidend, wo wie viel Leistung angeschlossen werden kann. Ebenso entscheidend ist, ab wann zusätzliche Netzkapazitäten zur Verfügung stehen. Unter anderem dies ist Sinn und Zweck der Netzentwicklungspläne. Deshalb sollten diese die benötigten Informationen möglichst frühzeitig und einfach nachvollziehbar darstellen. Dies sollte technologiescharf sowie mit konkreten Zeitpunkten und Leistungsangaben versehen werden. Die geplanten Netzausbaumaßnahmen müssen die Netzbetreiber dann mit bestehenden und geplanten Regionen mit beschleunigtem Photovoltaikausbau und den Vorrangzonen für den Bau von Solarparks abgleichen. Nur so können Netzausbau und der politisch priorisierte Photovoltaikausbau aufeinander abgestimmt werden.

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3. Konkrete Schritte zur Schaffung von Flexibilität planen

PV&B Austria hat festgestellt, dass Flexibilität in den Entwürfen vielfach als wichtiger Baustein genannt wird. Tatsächlich haben die Netzbetreiber mit dem im Dezember 2025 beschlossenen ElWG erweiterte Möglichkeiten, Flexibilitäten aufzubauen und zu nutzen. Die Branchenvertreter nennen hier unter anderem den flexiblen Netzzugang, die Spitzenkappung von Solaranlagen, die Ansteuerbarkeit oder die Beschaffung von Flexibilitätsleistungen. In den V-NEP sollte daher konkret dargestellt werden, ob und welche Instrumente wann und wie zum Einsatz kommen sollen. Die Solarbranche fordert hier klare Angaben zum Zeitplan und zur Ausgestaltung des Flexibilitätsaufbaus. Denn so bekommen die Anbieter die notwendige Planungssicherheit, um sich rechtzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen.

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4. Digitalisierung und Smart-Grid-Entwicklung vorantreiben

Die geplante Digitalisierung darf keine allgemeinen Absichtserklärungen bleiben, fordert der Branchenverband. Die V-NEP sollten daher konkrete Zielbilder, Maßnahmen und Entwicklungspfade für Digitalisierung und Netzmonitoring enthalten. Dies sei primär im Niederspannungsnetz enorm wichtig, da dort die meisten Anlagen und Flexibilitäten angeschlossen werden. Dem Branchenverband reichen die derzeitigen Angaben in einem Großteil der V-NEP nicht aus, um die Auslastung von Transformatoren und den Stand der Digitalisierung belastbar zu beurteilen. Für die Zukunft sei genau diese Art von verlässlichen Daten und Einschätzungen jedoch ausschlaggebend, gibt PV&B Austria zu bedenken.

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Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV&B Austria, weist darauf hin, dass die Netzbetreiber die Transparenz nicht als reine Pflichtaufgabe sehen sollten. „Die V-NEP sind eine große Chance für Österreichs Energiewirtschaft“, betont er. „Diese Chance müssen wir auch tatsächlich nutzen und einen echten Mehrwert schaffen. Dafür müssen die Pläne klar zeigen, wo, wann und in welchem Umfang zusätzliche Netzkapazitäten entstehen. Nur so erhalten Projektentwickler eine verlässliche Orientierung für ihre Planungen und können neue Photovoltaik- und Speicherprojekte gezielter dort entwickeln, wo sie sowohl energiewirtschaftlich als auch netztechnisch sinnvoll sind“, gibt er den Netzbetreibern als Rat mit auf den Weg. (su)