Die installierte Leistung aller Photovoltaikanlagen in Deutschland hat die Marke von 128 Gigawatt überschritten. Das teilt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis der Daten im Marktstammdatenregister mit. Damit ist das im Paragraph 4 Absatz 3 für 2026 festgelegte Ausbauziel erreicht – sogar etwas früher als geplant.
Das ist ein echter Meilenstein, der zeigt, dass die Anstrengungen beim Ausbau nicht nachlassen dürfen. „Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt“, warnt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW‑Solar. „Bis 2030 müssen noch rund 87 Gigawatt Solarleistung hinzukommen. Dafür muss das jährliche Ausbautempo steigen statt sinken.“
20 Gigawatt pro Jahr sind das Minimum
Tatsächlich liegt der Ausbau derzeit bei rund 17,5 Gigawatt pro Jahr. Geht es in diesem Tempo weiter, erreicht der Ausbau innerhalb der nächsten vier Jahre nur 70 Gigawatt. Dazu kommt noch, dass die Bundesregierung mit verschiedenen neuen Hürden sogar plant, den Ausbau zu drosseln. Nach Einschätzung des BSW-Solar sind die nächsten Etappenziele gefährdet. Der Verband warnt vor einem Ausbauknick infolge geplanter Änderungen der politischen Rahmenbedingungen.
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Die jetzigen Pläne aus dem CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium tragen nicht dazu bei, die gesetzlich festgelegten Ziele zu erreichen. Dazu wäre ein Ausbau von jährlich gut 20 Gigawatt notwendig – also sogar mehr als im Moment mit weniger restriktiven Regeln. Nur so könne die für 2030 geplante Leistung von 215 Gigawatt erreicht werden. Der Zubau müsste in den nächsten beiden Jahren sogar noch schneller gehen. Denn für 2028 sieht das Gesetz vor, dass Solaranlagen mit einer Leistung von 172 Gigawatt sauberen Strom produzieren. Das würde bedeuten, dass im Jahr 2027 und 2028 jeweils rund 22 Gigawatt neu installiert werden müssten. Danach könnte er auf einen Pfad von 20 Gigawatt jährlich einschwenken. Dann würden auch die für 2040 gesetzlich festgelegten 400 Gigawatt erreicht.
Mittelständische Investoren betroffen
Dazu müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen. Der BSW-Solar appelliert deshalb an den Bundestag, die vom Bundeskabinett beschlossene EEG-Novelle 2027 und das Netzanschlusspaket im parlamentarischen Verfahren nachzubessern. Vor allem die geplante Direktvermarktungspflicht für kleine Anlagen könnte sich als echte Ausbaubremse erweisen. Denn dies betrifft nicht nur private Dachanlagen, sondern auch Investitionen kleiner und mittelständischer Gewerbebetriebe.
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Investoren werden vertrieben
Im großen Segment steht zu befürchten, dass der Redispatch-Vorbehalt die Investoren vertreibt. Denn wenn bei netzbedingten Abregelungen keine Entschädigungen mehr gezahlt werden, sind die Erträge aus der Anlage nahezu unkalkulierbar, was das Risiko für potenzielle Investoren drastisch erhöht. Vor allem Bürgerenergiegemeinschaften und Landwirte, die in die Photovoltaik investieren wollen, sind davon betroffen. Denn anders als kommerzielle Projektentwickler sind sie an den Standort gebunden und können nicht einfach die Anlage dort bauen, wo noch Netzkapazitäten vorhanden sind.
Prognose: Ausbauknick statt mehr Tempo
Allein diese beiden geplanten Neuregelungen werden nach Einschätzung des Verbandes Investitionen bremsen und das Erreichen der gesetzlichen Ausbauziele gefährden. „An einem starken Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt energie- und klimapolitisch kein Weg vorbei“, betont Carsten Körnig. „Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, mahnt er. „Wer jetzt die Bedingungen für neue Solaranlagen verschlechtert, riskiert einen Ausbauknick genau in dem Moment, in dem wir mehr Tempo brauchen. Statt neuer Investitionshürden benötigen wir einen beschleunigten Ausbau von Solarenergie und Speichern.“
Denn auch Speicher müssen deutlich schneller ausgebaut werden als bisher, mahnen die Branchenvertreter. Sie können Solarstrom aus erzeugungsreichen Stunden aufnehmen, zeitversetzt bereitstellen und damit die Markt- und Netzintegration wachsender Solarstrommengen unterstützen. Dies würde erheblich beim Netzausbau einsparen und das Wachstum der Solarenergie absichern. (su)