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Solarer Mieterstrom für 220 Wohnungen in Rathenow

Die Firma Metergrid übernimmt die Abrechnung mit den Mieterinnen und Mietern. Insgesamt 416 Kilowatt Solarstrom und 216 Kilowattstunden Speicherkapazität werden installiert. Damit stellt die Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft (RWG) insgesamt 220 Wohnungen schrittweise auf Sonnenstrom vom Dach um.

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Entwickelt und bis zur Fertigstellung begleitet wird das Projekt von der Firma Ossler Solar Solutions – von der Gewinnung der Investoren über Veranstaltungen und Gespräche mit der Mieterschaft bis zum Abschluss der Stromverträge. Metergrid verantwortet das Messkonzept und die digitale Vertragsstrecke bis zur Abrechnung im Tarifmodell Metergrid Plus.

Genossenschaft stellt nur die Dächer

Ausgangspunkt war eine klare Anforderung der RWG: Die Genossenschaft wollte ihren Mitgliedern ein wirtschaftlich attraktives Stromangebot machen, ohne selbst investieren zu müssen. Ossler Solar gewann über sein Netzwerk vier private Investoren, die die Solaranlagen der drei Gebäudegruppen finanzieren und betreiben.

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Die RWG stellt die Dachflächen bereit, die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten ein Vollversorgungsangebot. Von der Gebäudeauswahl über Wirtschaftlichkeitsprüfung, Investorenanbindung und Dachnutzungsverträge bis zur technischen Machbarkeit lief die Vorbereitung rund ein Jahr vor dem ersten Baustart.

Zwei Konzepte im Bestand

Die drei Gebäudegruppen sind abgeleitet aus Gebäudestruktur und Netzsituation. Gebäudegruppe 1 mit zehn Häusern ist als Anlagenverbund aus zwei Blöcken mit je rund 99 Kilowatt Solarleistung ausgelegt. Die Gruppen 2 und 3 mit je sechs Häusern bestehen aus insgesamt zwölf gebäudebezogenen Einzelsystemen mit Batteriespeicher (je 18 Kilowattstunden), um den Eigenverbrauch zu erhöhen.

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Gateways und Messtechnik sind durchgängig für die automatisierte Messdatenverarbeitung vorbereitet. Die Messkonzepte für die 22 Gebäude werden mit dem Netzbetreiber Edis abgestimmt.

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Kritisch sind nicht die Arbeiten auf dem Dach, sondern die Abstimmungen mit dem Netzbetreiber: Messkonzepte, Freigaben und Zählersetzungen. Ossler Solar, das die Fertigstellung bis zur Inbetriebnahme begleitet, und Metergrid treiben diese Absprachen voran, während Installation, Mietergewinnung und Vertragsvorbereitung weiterlaufen. Die Inbetriebnahme erfolgt nach Freigabe und Zählersetzung durch Edis.

Persönliche Präsenz vor Ort

Die Mieterschaft der RWG ist heterogen, darunter viele ältere Mitglieder der Genossenschaft. Ossler Solar hat sich deshalb um intensive Präsenz vor Ort bemüht, durch Informationsveranstaltungen, ein Bewohner-Event im Rathenower Tivoli, Infostände an den Gebäuden, persönliche Beratung, telefonische Nachverfolgung und mehrsprachige Unterlagen.

Mieterstrom im Bestand: Vom Pilotdach zum Portfolio 

Die Gespräche mit der Mieterschaft und den Abschluss der Mieterstromverträge führt Ossler Solar selbst durch. Ein großer Teil der angesprochenen Haushalte war zuvor in der Grundversorgung.

Die erwartete Einsparung liegt in vielen Fällen zwischen 30 bis 40 Prozent der bisherigen Stromkosten – abhängig von Verbrauch, bisherigem Tarif und Solarstromanteil. Fehlender Solarstrom wird automatisch durch Reststrom ergänzt, die Vollversorgung bleibt jederzeit gesichert.

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Vom Projekt zum Portfolio

Aus dem ersten Bauabschnitt ist bereits mehr geworden: Für ein weiteres Ensemble mit sechs Mehrfamilienhäusern und 65 Wohnungen läuft die Umsetzungsplanung. Vorgesehen sind rund 77,6 Kilowatt.

Für sechs weitere RWG-Objekte in Rathenow werden derzeit die Verträge zur Dachnutzung und die Projekte finalisiert. Nach aktuellem Planungsstand umfasst das zusätzliche Portfolio rund 300 bis 450 Kilowatt. Der Einsatz von Speichern wird geprüft. (HS)

Mehr über Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) finden Sie hier