Die vom Krieg gezeichnete Ukraine hat sich zum viertgrößten Markt für Batteriespeicher in Europa entwickelt. 2025 wurden Batteriespeichersysteme (BESS) mit einer Kapazität von fast drei Gigawattstunden installiert, fünfmal mehr als 2024. Die Zahlen gehen aus dem neuen European Battery Market Outlook 2026–2030 von Solarpower Europe hervor. Lediglich Deutschland, Großbritannien und Italien installierten mehr Speicherkapazität.
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Mehr als 60 Prozent der neuen Kapazität entfielen auf dezentrale Speicher. Private Haushalte, Unternehmen, Schulen, Krankenhäuser, Wasseraufbereitung und andere kritische Infrastruktur setzen zunehmend auf Systeme, die Solarenergie mit Speichern kombinieren. Das gewährleistet die sichere, stabile und zuverlässige Stromversorgung – trotz der russischen Angriffe.
Flexibilität und Regelleistung
Großbatteriespeicher machten fast ein Drittel der neu installierten Kapazität aus. Sie liefern dem Stromnetz dringend benötigte Flexibilität sowie Regelleistung. „Die Ukraine beweist, dass Batterien mehr als nur eine Energietechnologie sind. Sie sind eine Technologie zur Stärkung der Resilienz. Zudem unterscheidet sich unser Markt strukturell vom übrigen Europa“, kommentiert Vladyslav Sokolovskyi, Vorstandsvorsitzender der Solar Energy Association of Ukraine (SEAU).
Dieser Unterschied zeigt sich vor allem bei dezentralen Systemen. In Europa werden Heimspeicher typischerweise angeschafft, um die Stromkosten zu optimieren und Solarstrom vom Dach zu speichern. In der Ukraine hingegen dienen sie dazu, die Stromversorgung aufrechtzuerhalten. Besitzer von Wohnungen und Häusern installieren kleine Systeme mit durchschnittlich nur drei bis fünf Kilowattstunden – oft ohne Photovoltaikanlage –, um Stromausfälle zu überbrücken.
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Viele tragbare Stromspeicher
Das Privatkundensegments wird maßgeblich durch die große Anzahl tragbarer Stromspeicher (Power Stations) mit einer Kapazität von 0,6 bis 2,5 Kilowattstunden geprägt. Sie werden von Haushalten in großen Mengen speziell für die autarke Stromversorgung bei Stromausfällen angeschafft.
Kleine und mittlere Unternehmen installieren größere Systeme: Versorgungssicherheit steht an erster Stelle, Wirtschaftlichkeit an zweiter. Parallel konkurrieren inzwischen Großprojekte auf dem Markt für Systemdienstleistungen sowie für Arbitragehandel.
Dringend Geldspenden für Solartechnik und Batterien gesucht
Beim Wiederaufbau der Ukraine werden Batteriespeicher eine entscheidende Rolle für eine sichere, flexible und nachhaltige Energiezukunft spielen. „Vier Jahre seit Beginn der russischen Invasion hat die Ukraine die strategische Bedeutung von Solar- und Batteriespeichern für die Energiesicherheit erkannt“, ergänzt Sonja Risteska von Solar Power Europe. „Da Angriffe auf die kritische Energieinfrastruktur haben die Anfälligkeit der konventionellen Stromerzeugung offengelegt. Deshalb hat das Land den Ausbau von Batteriespeichern in außergewöhnlichem Tempo vorangetrieben und die Resilienz gestärkt.“
Europaweit befanden sich Batteriespeicher im Jahr 2025 in starkem Aufwind: Mit 36 Gigawattstunden an Neuinstallationen wurde das zwölfte Jahr in Folge ein Rekordwachstum verzeichnet. Die gesamte installierte Batteriekapazität überschritt erstmals die Marke von 100 Gigawattstunden. Die jährliche Installation – zunehmend getrieben durch Großprojekte – legte gegenüber 2024 um 48 Prozent zu. (HS)
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