Jochen Schweizer liebt Extreme. Als Sportler, bei Events und im Business. Das sogenannte Skydiving, bei dem der Körper in einem Windkanal über dem Boden schwebt, kann man beispielsweise in der nach ihm benannten Arena buchen. Nun wird das Schweben grün: Die Turbinen, die Luft für den Auftrieb erzeugen, werden künftig mit Solarstrom angetrieben. Denn auch die Eventbranche muss klimaneutral werden.
Innovatives Konzept mit Puffer
Zusammen mit Vispiron Energy hat der Hallenbetreiber in Brunnthal im Landkreis München ein hybrides Solarkraftwerk mit Batteriespeichern realisiert. Die Eventarena in Taufkirchen wird künftig weitgehend mit lokal erzeugtem Strom versorgt, entlastet das Stromnetz und erzielt zusätzliche Erlöse durch Stromhandel und Netzdienstleistungen.
2,2 Kilometer Leitung ins Gebäude
Der 52.000 Quadratmeter große Solarpark ging Ende Januar in Betrieb. Er erzeugt rund das 2,5-Fache des Strombedarfs der Arena. Der Sonnenstrom wird über eine 2,2 Kilometer lange, unterirdisch verlegte Leitung ins Eventgebäude eingespeist – das architektonisch wie ein liegender Propeller gestaltet wurde. Kern des Projekts ist ein Solarpark mit sechs Megawatt Leistung.
Ergänzt wird er durch zwei Batteriespeichersysteme mit jeweils 6,1 Megawattstunden Kapazität. Ein Teil der Speicher dient als Grünstromspeicher, die gezielt Solarstrom puffern und zeitversetzt für die Arena oder künftige Ladeinfrastruktur bereitstellen.
Der zweite Part wurde für Stromhandel und Netzstabilisierung konzipiert. Der integrierte Batteriespeicher sorgt für eine kontinuierliche Versorgung, auch nachts und bei wechselnden Wetterbedingungen.
Zuschlag bei Ausschreibung
Das Projekt erhielt im Mai 2024 den Zuschlag in einer Innovationsausschreibung für solare Freiflächenanlagen durch die Bundesnetzagentur. Dadurch wurde die ursprünglich geplante Photovoltaikanlage von 5,5 Megawatt auf sechs Megawatt erweitert und um ein zusätzliches Batteriespeichersystem ergänzt. Die Anlage erfüllt damit die Anforderungen einer Anlagenkombination nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Das Energiesystem besteht aus drei netzgekoppelten Batteriespeichern mit je zwei Megawattstunden für Stromhandel und Netzstabilisierung sowie drei direkt an die Photovoltaikanlage gekoppelten Grünstromspeichern – auch mit je zwei Megawattstunden. Das ermöglicht die flexible Nutzung des Solarstroms und die wirtschaftliche Optimierung durch die Teilnahme am Intraday-Stromhandel.
Blaupause fürs Gewerbe
Das Projekt verbindet Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Optimierung. Die Selbstversorgung der Arena mit Strom aus dem eigenen Solarpark wird mit dem Handel von überschüssigem Solarstrom und Dienstleistungen fürs Netz kombiniert.
Das macht das Projekt zur Blaupause für hybride Energiesysteme im gewerblichen Bereich. Jochen Schweizer freut sich: „Das macht unser Angebot in der Branche einzigartig und zeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften und außergewöhnliche Aktivitäten einfach gut zusammenpassen.“